Gedanken zur Bedeutung der technischen und der bildlichen Qualität

Juli 26th, 2010

Als zu Beginn 2009 bekannt wurde das kunsthistorisch wichtige Fotografien das Sprengel Museum verlassen werden, ein archivalisch einmalige Ouevre der Klassiker mit Werken von Renger-Patsch, Blossfeldt, August Sander, Germaine Krull und Alfred Ehrhardt, wie schon andere bedeutende Sammlungen zuvor an die Isar gehen werden in die Pinakothek der Moderne, da war ich enttäuscht das sowohl im Rheinland der Kunstverein Bonn die Sammlung nicht halten kann, wie auch die Hannoveraner die Leihgabe von bedeutenden Werke der Photographie des Ehepaares Ann und Jürgen Wilde abgeben müssen.

Man kann verstehen das ein neues, moderneres, alles zusammen führende Konzept jedem Sammler gefallen muss, zudem andere herausragende Sammlungen der Photographie bereits ihren Weg nach München gefunden hatten, und nun ein zentraler Ort für eine fotografische Bilderschau entstand, schon da das Geld für ein solch ambitionierte Bestreben vorhanden war, was weder Köln noch Bonn oder Hannover bieten konnten.

Wenn ich diesen Vorhang erinnere stellt sich mir die Frage was das eigentlich sind, sammlungswürdige Bilder oder Negative.

Zum einen – worin wohl viele zustimmen können – ist es die technische Qualität, die es möglich macht das ein Bild die Zeiten überdauert. Jenes gemeinhin „erste“ Foto der Welt von Niepce ist mitnichten die Nummer eins, sondern nur dasjenige das aus der Frühphase seines Experimentierens erhalten blieb. Man weiß das frühere Aufnahme verloren gingen, da die Voraussetzung fehlte ein lichtbeständiges Foto zu schaffen, das die ersten Jahrzehnte überdauerte, bis es einen Sammlerwert hatte, also es an der technischen Qualität ermangelte, um über viele Jahre aufbewahrt zu werden. Das tatsächlich erste Fotos von Josef N. Niece ging schlichtweg verloren.

Und dies geschieht auch heute mit vielen Fotos, tagtäglich und allerorten. Zum einen widerstehen viele Fotos die Bedingungen der Lagerung nicht, werden dauerhaft dem zu hellen Licht ausgesetzt und verbleichen, andere erleben ihre Selbstzerstörung wegen Feuchtigkeit oder chemischer Rückstände.

Zudem sind da noch jene Nachlassnehmer, die Unmengen von Fotos und Fotoarchive zu Müll erklären und entsorgen.

Sicherlich, unendlich viele Fotos sind banal oder werden es, wenn die Erinnerung an bestimmte Ereignisse mit den Personen verschwinden. Jedoch mag das ein oder andere Foto dabei ebenso unwiderbringlich verloren gehen, das man ein Zeitdokument nennen könnte. Nur, wer in der Gegenwart weiß schon mit Sicherheit was für die Nachwelt bedeutsam ist? Viele alte Fotos erhalten den Wert rostiger Nägel und Schrauben zugeschrieben, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen aufbewahrt wurden.

An die Frage einer zukünftige Bedeutung von Fotos kann man ebenso von der anderen Seite heran gehen. Wer sich heute an Fotos erinnert, kennt nicht eben so selbstverständlich den Bildkünstler. Es gibt viel zu viele interessante Werke, die uns tagtäglich begegnen und noch mehr bildliche Zitate. Und, wer heute Berühmtheit erlangt, wird dies nicht mit Gewissheit in 200 Jahren sein. Dann mögen jene derzeit geläufigen Namen in einer kunsthistorische Rücksachau kaum mehr sein als Fußnote, während ein heute wenig beachteter Fotoschaffender den Weg für eine ganze Generation von Fotografen wies. - So hat jedes Foto seine eigene Zeit und Geschichte.

Es sind die Sammler die bemüht sind eine große Auswahl zu erhalten und die Kunsthistoriker und Kuratoren, die wenn auch nicht immer selbstlos, also für ihre eigene Bedeutung, bildliches Material gebrauchen, um historische Zusammenhänge zu schaffen. Denn so manches stellt sich dabei als Irrtum, ja dummes Geschwät heraus, wie etwa jenes „Wissen, ich lebe nun mal in Niedersachsen, das jahrzehntelang über das „Niedersächsische Hallenhaus“ durch die Kunstgeschichte geisterte und Heimatmuseen geisterte, eine Gebäudeform, für den Hausbau nie als typischer Standard der Region diente. So mögen die derzeit gerne gezeigten Bildwerke eines fotografierenden Ehepaares und ihrer Zechenanlagen im Ruhrgebiets bald vergesen sein, denn es gibt viele Bilder, die mir weitaus besser gefallen, man sehe einfach mal diesen Link an. http://www.industriedenkmal.de/

Fotos sind immer wieder darauf zu prüfen, ob diese bereits als Zeitdokumente gelten müssen, weil es davon nur wenige geben mag und verallgemeinerbar sind, für ein Zeitgeschehen stehen. - Wie viele Fotos von Hochzeiten braucht man, um deren Bedeutung in der heutigen Zeit zu erklären?

Fotos haben sicherlich auch ihren künstlerischen Wert, sofern eine besondere Interpretation der Lebenswelt sichtbar wird. Doch zugleich ist dies ein Vorgang der jedem Foto anhaftet, mehr oder weniger bewusst erzeugt wird, und allein deshalb in einer Unmenge existiert. Welches Bild kann in eine stimmige Erzählung aus Bildern eingefügt werden, kann in einem größeren Zusammenhang, in einem Gesamtbild bestehen?

Ganz selten entstehen Fotos die einen einmaligen Charakter haben, die kunstgeschichtlich verortet werden können und zugleich einen Bruch mit der tradierten Seherfahrung haben, ohne lediglich anders sein zu wollen. Darum bemühen sich viele Künstler. Es entstehen dabei jedoch und häufig kaum mehr als Versuchsreihen der Sehnsucht nach einer Bedeutung. - Und darin gleichen sich viele recht gute Fotos, ob von Hobbyisten oder beruflichen Künstlern.

Die grundlegende Voraussetzung für ein Bild in der Geschichte der Photographie einen Platz zu finden, ist die Ausführung, jene technischen Qualität, die es möglich macht das ein Bild unverändert die ersten Jahrzehnte seit seiner Entstehung überdauert, bis das es zusätzlich eine historische Bedeutung gewinnt.
Dazu verhilft, so meinen die Protagonisten, das digitale Dasein im Internet, denn in der elektronischen Welt werden Fotos nicht verschwinden, zumindest nicht im technischen Sinne. Aber sehr wohl verschwinden Fotos in der Masse. Erst die Zuschreibung einer Bedeutung, zum Beispiel in einer anerkannten Sammlung, macht es möglich diese wieder zu entdecken. Das hat einen simplen Grund.

Für die Zukunft werden Sammler die entscheidende Voraussetzung bieten, das Bilder entdeckbar bleiben. Denn zu ernsthaften Sammlungen gehören Informationen. Denn wie werden Informationen zugänglich gehalten und wer verfügt darüber? So bleibt die technische Qualität umso stärker im Blick. Wie können alte Informationen bewahrt werden?

Die digitale Welt steht sicherlich erst am Anfang einer verwahrenden Technik. Man denke nur an die anfängliche Euphorie bei Erscheinen der CDs, als diese gesammelt wurden und jene Ernüchterung, weil eine beschädigte CD bedeuten konnte das darauf jede Information verloren ging.

Die technische Qualität eines Bildes beginnt mit der Qualität der Aufzeichnung. Damit wird die Voraussetzung geschaffen das eine Sammlung in der Zeit bleibt. Es bedeutet allerdings nicht das diese damit bereits Bedeutung gewinnt. Doch je älter sie wird, desto größer ist die Chance. - In fünftausend Jahren könnten rostiger Schrauben als wichtige Entdeckung gelten, die als Teil eines Puzzles aus Artefakten einen Aufschluss geben über den Stand unserer Industrie.

Die künstlerisch, bildliche Qualität wird in jeder Zeit neuen Kriterien unterworfen. Dabei gingen und gehen viele Informationen verloren, wie die Kunstgeschichte zeigt. In welchem Zusammenhang entstand ein Bild und welche Farbstoffe wurden verwendet, sind Fragen, denen man sich vielfach widmet, um ein Bildwerk umfassender in einen Zusammenhang zu bringen. Was in seinem Kontext uns selbsterklärend scheint mag in wenigen Generationen vergessen sein. So stellt sich die Frage, wie wichtig der Zugang mit den begleitenden Informationen ist und ob wir daran wirklich einen für die Zukunft wichtigen Anteil leisten? Oder ob ein derzeitiges Bestreben einfach alles zu sammeln nicht bereits in wenigen Jahren die Welt mit Daten erstickt. - Wenn siebzigtausend Blogs ohne Vorwarnung geschlossen werden, wie jüngst in den USA geschehen, wird dies die Welt und seine Geschichte verändern?

Im Nachhinein, so wurde aus dem Kunstmuseum Bonn kommentiert, „sei der Verlust der Wilde-Werke als gering einstufen.“

Für mich als Besucher hat die ortsnahe Sichtung von Fotos, eine Ausstellung, eine große Bedeutung. Kein Bildband kann die direkte Interpretation eines Fotos, wie diese vom Künstler kommt ersetzen, schon da die technische Realisierung, zum Beispiel als Druck in einem Katalog, einer neuen Interpretation gleich kommt. - Wer die Farben eines Monet oder Macke und andere Werke nicht im Original gesehen hat erhält lediglich eine vage Vorstellung von dem, was ein Bild zum Kunstwerk macht.

© 2010 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Die nächste Photokina besuchen?

Juli 18th, 2010

Vom 21. bis 26. September wird die nächste Photokina stattfinden. Diese immer noch zumindest in Deutschland als „Leitmesse“ verstandene Veranstaltung hat mit der jährlichen CES, der weltgrößten Fachmesser für Comsumer Elektrinics in Las Vegas einen mächtigen Konkurrenten. Und verkehrt sind die Fotoprodukte dort eben auch nicht, denn Fototechnik ist großteils Konsumententechnik.
Für die Berufsfotografie sind die durch Land reisenden Produktpräsentationen zumindest ebenso spannend, schon da man an den Ständen entspannter und in Ruhe sein Interesse bekunden kann.
Dazu war jüngst in Hannover das Lumix-Festival für die junge Pressefotografie ein Anlaufpunkt.
Bilder sehen, Vorträge hören, Produkte in die Hand nehmen, das kann man an vielen Orten.

Welchen Wert hat eine „Leitmesse“, in der Ankündigungen und Modelle aus Holz von Absichten künden, die dann noch mehr als ein Jahr auf sich warten lassen? So war das in 2008 als Olympus sein micro-FourThird vorstellte, Leica das Mittelformat S2, Samsung seine spiegellose Systemkamera NX.
Wie sehr Las Vegas mit Köln konkurriert sieht man bei der Präsentation von neuer Technik, denn 2008 war die Messe bereits geschrumpft.
Und wer nicht dabei war wurde in den Fotozeitschriften auf Monate mit Meldungen versorgt, konnte im Internet, zum Beispiel bei photoscala.de, sehr aktuell sich einen Eindruck davon verschaffen, wo es das Publikum hinzieht.

Ob dieses Jahr ein weiterer Rückgang an beteiligten Firmen zu verzeichnen ist?
Was in Köln neben der Technik geboten wird, eines der zentralen Anliegen dieser Messe des Bildes, von der Masse der Besucher wohl nur - wie auch von mir - nebenbei wahrgenommen wird, das sind die Bilder. Es ist in solche einer Messe viel zu viel Getöse und Gedränge rund um jene Stände, die ein großes Publikum erreichen wollen, Wege durch Hallen mit endlos viele Produkte die weniger interessieren, aber nach Aufmerksamkeit schreien und ein Zeitplan, weil man dies und das sehen möchte und dann noch einem Vortrag folgen… und überhaupt, morgens anreisen und abends wieder weg.

Von den Trends bekommt man sowieso nur dann etwas mit, ist an den richtigen Ständen für einen ersten Eindruck, wenn man in den Wochen zuvor die Pressemeldungen gesiebt hat.
Einzig der berufsbezogene Bereich, da wo Großgeräte präsentiert werden, über Stückzahlen gesprochen wird, fachliche Informationen diskutiert werden, da herrscht Ruhe, aber noch mehr Zeitdruck. Die richtigen Gesprächspartner zu erreichen, das verlangt Timing.
Messe ist ein ernstes Geschäft, keine Spaßveranstaltung. Stände auszustatten mit Material und Personal kostet viel Geld. Die Aussteller und Anbieter unterscheiden sehr genau zwischen Prospektesammlern und potentiellen Kunden.

Was an technischen Geräten zu erwarten ist, kann man sich an den fünf Fingern abzählen. Samsung zeigt zur NX neue Objektive, Pentax eine weitere Spiegelreflex und Olympus möchte sein Angebot an Systemkameras sicherlich durch neue Begleitprodukte im Fokus des Interesses halten. Nikon hat im Internet darauf Aufmerksam gemacht eine eigene spiegellose Systemkamera verkaufen zu wollen und Canon wird sich nicht mehr lange bitten lassen etwas vergleichbares zu präsentieren.
Sony erschlägt wieder mal das Publikum mit seiner Produktpalette von Kameras, Objektiven und Bühnenschau. Die Objektivhersteller Sigma, Tamron und Tokina lassen die Vitrinen glänzen und ein paar SD15 oder gar ein Holzmodell ganz anderer Art nähren die Gerüchteküche, dass man bei Sigma noch mehr könne, als Objektive aus dem Hut zaubern.
Die Stativanbieter werden beweisen das Dreibeine innovative Produkte der Zukunft sind.
Fotofinisher zeigen das private Fotos eben nur in Fotobüchern wirklich gut aufgehoben, weil über ein Jahrhundert haltbar, abwaschbar und (leider) nur schwer zerstörbar sind.
Bildschirme sollen noch präziser Fotos wiedergeben und die Drucker anwenderfreundlicher. Ja vielleicht bequemt sich Epson sogar dazu richtig in die Vollen gehend Drucker der 2000er/3000er-Reihe mit zwei schwarzen Tintentpatronen nebeneinander auszustatten, was Presse und Anwender dann aber sowas von stauen lässt…

Einzig die Bereiche Bildprojektion und 3-D könnten den Zuschauern einen neuen Erlebnisbereich eröffnen. Da kann man dann gucken und wirklich staunen. Doch genau diese Produkte, die gehören in Sinn und Zweck zur CES!

Alle Ankündigungen und auch Gerüchte zu neuen Produkte las man natürlich schon zu Anfang des Monats in den diversen Fotozeitschriften und im Internet.
Das einzige was wirklich fehlt ist eine Antwort auf die Frage, womit die Photokina einzigartig sein könne.

Gebe es diese Messe in Köln nicht mehr, dann würde es vor allem die einschlägige Presse treffen, weil von einem Ereignis weniger zu berichtet ist. - Die Photokina wurde 1950 das erste mal eröffnet. 60 Jahre, das kommt in der medialen Zeitenrechnung einem Dinosaurier gleich. Es stellt sich unweigerlich die Frage des Aussterberns.

© 2010 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Und es geht doch – Mit der Kamera zum Bild

Juli 11th, 2010

Von der schönen neuen Welt des Digitalen ist seit Jahren der Lack ab. Die Diskrepanz von Wunsch und Wirklichkeit können bunte Werbebildchen kaum jemandem verbergen, ausgenommen kindlichen Gemütern. Überall sind Unzulänglichkeiten wie Fehlfunktionen, Datenverlust und halbherzige Lösungen. So ist es beispielsweise der DVI-Anschluss, der die Farbtiefe auf 8 Bit je Farbe beschränkt (8×3=sRGB-Abstufung), was Kopfschütteln auslösen mag angesichts des Aufwandes in Aufnahmen eine möglichst große Farbtiefe zu erhalten.
Nicht so wenige – man sehe sich die Foren im Internet an – werden zornig angesichts des eklatanten Unterschiedes von Werbeversprechen wie jene von Kameras, die “schöne Bilder machen”, bis zu den die Photographie begleitenden Produkte, die kein Mensch wirklich brauchen kann. - Oder hängen sie sich für Aufnahmen von Landschaften oder Oma und Opa einen kleinen Würfel mit neutralfarbenen Feldern in Weiß bis Schwarz ins Bild? Und überhaupt, wo soll das Ding befestigt werden? Aber richtig viele Euros kostet das Kästchen, das in der Produktion sicherlich einem Cent-Artikel für die Kirmes gleicht.
An ähnlichen Beispielen mangelt es nirgendwo. Da wird Magnesium als Material für Stative zum Haben müssen Hype, obwohl das nur Sinn macht, wenn man besonders leichtgewichte Stativköpfe verwendet, was insgesamt die Stabilität mindert und so dem Zweck jedes Stativs zuwider läuft. Drei Zehntel mehr Wandstärke an einem Stativ aus Aluminium wären bereits eine enorme Verbesserung und trotzdem als zusätzliches Gewicht kaum messbar. - Man nehme mal ein Linhof-Report in die Hand.

Selbst die hochwertigen Geräte mit Glas und Bildsensor, man möchte diese schon wegen der Verkaufspreise als “hochwertig” einordnen, entpuppen sich beim Gebrauch als wenig durchdachte Werkzeuge, um Fotos zu produzieren.
Diese “Zauberkästen” können heute keinen Pygmäen aus der Savanne locken.
So mancher fragt sich bei der Sichtung von Auslagen in Schaufenstern: welchen Wert haben die Geräte tatsächlich?

Von den Produktteilen aus gesehen wird die Diskrepanz der Verkaufspreise zum Produkt desto größer, je höher der an der Kasse zu erreichende Endpreis ist.
In der Praxis bedeutet dies, eine Canon EOS 1D oder eine Nikon D3 ist in der Herstellung nur unverhältnismäßig wenig teurer als die Canon 7D oder die Nikon D700, was im Verkaufspreis jedoch nicht erkennbar ist. Und überhaupt, welchen Unterschied machen denn die deutlich preiswerten Kameras, wie eine Canon 50D und eine Nikon D90, wenn selbst mit einer Panasonic Lumix LX3 und so manch anderer bereits erstaunlich gute technische Qualitäten zur Verfügung gestellt werden?

Wenn da nicht der entscheide Unterschied wäre, der letztlich die Leistung der Geräte bestimmt: der Faktor Mensch.
Während erstere Gerätschaften in kleinen Stückzahlen von Hand zusammen gebaut werden, sind letztere die vom Band gefertigtes Produkte, die einmal aufgelegt abverkauft werden bis das Nachfolgegerät im Plan steht, was sich derzeit nicht so selten überschneidet.

Der zweite Faktor besteht im konstruktiven Aufwand der Software. Sicherlich, die Fehler der Programmierung sind selbst bei den Spitzenprodukten eklatant und müssen als offensichtlich erkennbar benannt werden. Umso erstaunlicher, dass zum Beispiel bei Canon die Videofunktion einer großformatigen Kamera überall angepriesen wird, sich aber erst jetzt die Firma mit dem Firmware-Update dazu herab lässt zu bestätigen, das funktionale Bugs keineswegs die versprochene Leistung für Videoaufzeichnung möglich machten. - Da stellt sich mal wieder die Frage, was testen die sogenannten “Tests” denn? Wohl nur jenen Marktwert, der sich mit entsprerchender Werbung erzielen lässt.
Was sich bereits vor Jahren zeigte: Technisch identische Kameras von unterschiedlichen Markenanbietern können allein wegen der Software der Hersteller deutliche Unterschied in der Qualität der Bildaufzeichnung bieten. Als Beispiel sei hier auf eine Spiegelreflex von Pentax und jene von Samsung verwiesen. Die beiliegende Software von Silverfast holte aus der GX10 des koreanischen Anbieters messbar bessere und sichtbar andere Bilder, als das japanische Original bot. Solches kann man auch erleben, wenn die Bilddaten von Panasonic mit den baugleichen Modellen von Leica verglichen werden - die Abstimmung entscheidet, nicht ein einzelner Messwert.

Wer dem propagierten Bild der schönen neuen Welt einer digitalen Technik folgen möchte, dann machen Maschinen angeblich viel, viel, viel weniger Fehler.
Handarbeit ist also etwas für Snobs, bedient jene Kundenwünsche die nichts zur Photographie beitragen, außer dem Wunsch dabei zu sein? Und so werden viele gesehen, die mit teurem Gerät herumlaufen, dann aber unglückliche Gesichter machen, wenn man nach ihren Bildern fragt. - In Foren wird dies den Käufern der Marke Leica wie einem Reflex unterstellt, was die Käufer wohl dem Neidfaktor zuordnen, den man sich – wie alle wissen – auch erst verdienen müsse.
Ein Produkte von Leica erfüllt folglich so oder so einen Zweck.

Aber genau genommen bleibt der Faktor Mensch das Ein-und-Alles in der Photographie, ob vor oder hinter der Kamera oder schon in der Produktion.
Selbst jeder Laie kann dies an der Software erkennen. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Markenprodukt zur Bildbearbeitung eingesetzt wird, zum Beispiel von renommierten Anbietern wie PhaseOne oder obskure Produkte von Magix, der Sachverstand von Silverfast in der Software sichtbar wird oder Google bemüht ist möglichst viele Verbraucher mit ihren persönlichen Daten zu erreichen.

Das ein bestaunenswertes Bild nur geringe technische Ansprüche erfüllen muss, zeigt die Geschichte der Photographie immer wieder aufs neue.
Allein der eingeübte, richtige Gebrauch der zur Verfügung stehenden Geräte eröffnet selbst bei großen Beschränkungen den kreativen Menschen unendlich viele Motive. Sportereignisse wurden bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts erstaunlich dynamisch in Szene gesetzt. Farbe konnte mit einer ausgefeilten Laborarbeit in geringem Maße ins Bild gebracht werden, als es noch gar keine Farbfilme gab. Ich denke hierbei an die Landschaftsaufnahme eines Sees, fotografiert 1905 von Alfred Stieglitz, bei der man sich heute noch fragt wie dies ermöglicht wurde.

So bleibt bei der bestehenden Technik zwar eine Entwicklung erkennbar, jedoch nichts weltbewegendes, auch 3-D nicht. Bedeutsames bleibt jenen Bildern vorbehalten, die die Gemüter bewegen. Es ist also alles wie es sich gehört: Der Mensch erzeugt das Bild.

Und um beim Problem des DVI-Anschlusses für Monitore zu bleiben: Für die Zukunft wichtig sollte ist das Bemühen sein Bilder in bestmöglicher Qualität aufzuzeichnen. Schon damit man in vielen Jahren staunen kann was heute bereits möglich war.
Mit den üblichen Geräten ist die angeblich so grenzenlose digitale Welt weiterhin recht beengt, im Gegensatz zum Marketing.
Das menschliche Auge brauchen keine Verbesserung der technischen Qualität, um sich an interessanten und schönen Bilder zu erfreuen.

© 2010 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor

Helicon Filter 5.09 (beta) - kostenlos und gut?

Juni 25th, 2010

Die Software zur RAW-Konvertierung und Bildbearbeitung ist vielen schon deshalb gut bekannt und hat in Europa viele Freunde gefunden, da aktuelle Versionen 4.x für wirklich kleines Geld angeboten wurden und dies mit lebenslangen Updates verbunden war, seit Monaten sogar kostenlos zum Download bereit liegt.
Lediglich der Umstand das das Programm aus der Ukraine kam hat wohl einige Vorurteile ausgelöst, aber die Oberfläche des Programms ist auch in deutscher Sprache verfügbar.
Das die Entwickler bei “Heliconsoft” ihr Handwerk verstehen, mit “Helicon Focus” und seiner Schärfetiefenfunktion bis hinein in die Arbeit am Mikroskop einmalige, positive Zeichen setzen, hat viel Beachtung gefunden.
Und nun ist als Beta die Vorversion 5 zum Download zu haben, und um einige Funktionen erweitert. Sie lief bei mir ohne Absturz auf einem Windows Rechner, wenn auch nicht nicht ohne einen Haken, wie dies für ein Beta sich wohl gehört. - Davon unten mehr.
Weiterhin gibt es die ausgereifte Version 4.93 zum Download von der Website des Anbieters und ebenso kostenlos.

Nun, die Version 4 bot gerade bei den kleinen Bildsensoren für Digicams ganz ausgezeichnete Ergebnisse, berücksichtigte insbesondere deren unschöne Neigung zu Bildrauschen und den Schärfeverlust durch Beugung.
Das Gute hatte aber auch seine Grenzen, wenn es um einige Funktionen ging. Und so schrieb ich in 2008 meinen Beitrag, in dem ich das Programm speziell für die Fotos mit kleinen Bildsensoren empfahl.

Es hat lange gedauert, mehr als ein Jahr, bis die Version 5.0 zum Download bereit stand. Zwar ist die Seite des Anbieters auf englisch geschrieben, doch das wird für niemanden der Lesen ein echtes Problem sein an das Programm zu kommen - sehen Sie selbst hier.

Die neu Version 5 unterscheidet sich schon auf den ersten Blick von der Vorgängerversion 4.9x, die auf betagten Rechnern recht schnell läuft.

Was hat sich “unter der Haube” getan?
Erstens gibt es nun gleich 3 RAW-Konvertierer zur Wahl. Da ist der Zugriff auf einen ureigenen Konverter möglich, dann das international viel verwendete “dcraw” und jener, man staune, von Adobe mitsamt DNG! - Mehr Auswahl in einem Programm bietet niemand.
Das Programm unterstützt nun selbstverständlich und zeitgemäß Mehrkern-Prozessoren.
Es bietet - ebenfalls erstaunlich für eine kostenlose Software - ein Farbmanagement für Bildschirm und Drucker an.
Geblieben ist die 16bit-Farbverwaltung und die Möglichkeit Plugins einzubinden, auch die beliebten “8bf”-Filter für Photoshop, die es im Internet in schier unüberschaubarer Zahl gibt.

Geändert hat sich die Optik. Das Menü ist wie gehabt oben als Pulldown angelegt und darunter sind nun neu 11 etwas einsam wirkenden Icons über die gesamte Breite des Bildschirms verteilt.
Diese Reihenfolge der Arbeitsschritte bietet gerade den Einsteigern in die Bildbearbeitung eine sinnvolle Abfolge an. Im Gegensatz zur vorherigen Version 4 können diese Funktionen nun ohne Zwischenspeichern und in beliebiger Reihenfolge ausgerufen werden.
Links liegt und lässt sich verbergen, das Bildverzeichnis, das als zweigliedriger Verzeichnisbaum erscheinen kann und so für Ordnung sorgt, wenn die Bilder in einem Ordner liegen und darin Ordner liegen, zum Beispiel nach Datum sortiert. Rechts sind die Details zu den aufgerufenen Werkzeugen/Filtern zu finden, die erfreulicherweise in gewohnter Weise sich bedienen lassen.
Im Gegensatz zu manchem käuflichen und sogenannten “professionellen” Programm sind die Wege der Schieberegler vergleichsweise lang und somit fein zu bedienen. Und ebenso ist es ein erfreulicher Gegensatz zu den aufwendig und teuer beworbenen Programmen, das die Oberfläche Grau daher kommt, was der Farbwiedergabe von Bildern einen neutralen Eindruck beschert und die einzig professionelle Ansicht ist. (Darüber schrieb ich vor ein paar Wochen ausführlicher in meinem Beitrag zu „ACDSee Pro 3.0“ und wies schon früher in Beiträgen darauf hin.
(Man kann die Oberfläche allerdings auf farbiges modern-dämlich trimmen.)

Es hat sich langsam herum gesprochen, dass es nicht jene eine und einzig sinnvolle Reihenfolge der Bearbeitungsschritte gibt, zum Beispiel bei der Frage, ob man erst Entrauschen soll und dann Schärfen, was in einigen Foren erregte Diskussionen auslöste - wo kein Wissen ist wird umso mehr geblubbert.
Tatsächlich sind kleine Bildsensoren die stärker zum Bildrauschen neigen besser erst zu entrauschen, schon damit in den folgenden Filtern, besonders bei der Farbkorrektur, die fehlfarbenen und destruktiven Pixel nicht so stark berücksichtigt werden. Bei größeren, rauschfreieren Bildsensoren ist es sinnvoll die Abfolge umgekehrt anzugehen.
Nun lässt „Helicon Filter“ jedem die Wahl.
Schön wäre es in einer zukünftigen Version eine individuelle Reihenfolge der Icons setzen zu können.

Was „Helicon Filter“ so beliebt machte sind natürlich seine Stärken, und davon gibt reichlich, aber auch drei Schwäche.
Doch der Reihe nach:
- Die Beseitigung von Bildfehlern durch Bildrauschen war schon zuvor tadellos.
- Beim Bildschärfen entstehen an Kanten keine Schattenlinien. In früheren Versionen musste man dazu eine Zusatzfunktion ausrufen, während viele Konkurrenten nur haarsträubende Halos zeigten. In der Version 5 kann man zusätzlich auch noch einstellen in welchen Farben des Farbspektrums stärker oder schwächer geschärft werden soll!
- Das in allen grundlegenden Funktionen über das Farbspektrum die Wirkung des Filters frei bestimmt werden kann, z.B. ob die Farbe blau stärker oder schwächer im Filter Schärfe wirken soll, das ist eine ungewohnt große Freiheit, die ich von keinem anderen Programm kenne.
- Die Bildfehler der farbiger Ränder im Objekte herum, wie diese bei billigen Objektivkonstruktionen und all jenen mit großen Brennweitenbereichen unweigerlich auftreten, lassen sich gezielt entfernen. Das heißt, man bestimmt durch Anklicken die Farbe der Bildstörung, entfernt nun einen violetten Rand oder jeden anderen Farbrand mit einer genau einstellbaren Funktion, so dass nicht zu viel oder zu wenig geschieht. (Die in vielen Programmen angebotenen automatischen Funktionen taugen nicht wirklich gleichermaßen gut für jedes Bild.)
- Bilder lassen sich in fast jeder erdenklichen Weise entzerren, ob in der Geometrie oder der Perspektive. (Nur ein einziges Programm bietet hierbei, mit einer frei wählbaren Perspektive noch mehr, aber auch weniger, da es Bilder nicht nach unten oder oben verbiegen kann. - Damit meine ich ACDSee Pro.
- Die Farbkorrektur des gesamten Bildes ist mit der Regelung der Farbsättigung verbindbar. (Das die Hauttöne im Gegensatz zur Vorgängerversion 4 nicht mehr gesondert zu regeln sind, vermisse ich allerdings.)
- Über das Farbspektrum ganz gezielt alle Bildstörungen zu entfernen, bot schon in früheren Versionen einen enormem Vorteil gegenüber Konkurrenten und sorgte für Bilder denen man einen kleinen Bildsensor nicht so einfach ansah.
- Ein besonderes Schmankerl ist die zwar nicht besonders große, aber bestens arbeitende Retusche-Funktionen. Egal wie oft der runde Pinsel einen Pixel berührt, ist der voreingestellte Wert erreicht wird nichts mehr verändert. Das sorgt für eine fehlerfreie, gleichmäßige Bearbeitungen. Artefakte der Retusche sind selbst auf großen Ausdrucken nicht so einfach zu entdecken.
- Das mit der neuen Version im runden Pinsel der Retuschefunktionen das Ergebnis bereits sichtbar wird - ich arbeite dabei gewöhnlich mit einer Vergrößerung von 200% - ist ungemein hilfreich, um ohne ein zeitraubendes Ausprobieren zum gewünschten Ergebnis zu finden. Solches wird gerade den Einsteigern eine enorme Hilfe sein.

Zu den für mich neutral zu wertenden Eigenschaften gehört das „Helicon Filter“ keine explizite Bearbeitung in Ebenen kennt, was aber auf andere RAW-Konvertierer ebenso zutrifft. Die Software ist eben kein Ersatz einer großen Bildbearbeitung, sondern ein erster Schritt, um die Bilder nach der Aufnahme zu bearbeiten.
Eine eigene Bildverwaltung gibt es (noch?) nicht. Wer seine Bilder in Ordnern vorsortiert, zum Beispiel nach Datum, wird einen komplexen Verzeichnisbaum aufrufen können und so einige Übersicht über seine Bilder behalten, allerdings ohne Schlagworte und ähnlichem.
Da bleibt noch Raum für das Entwicklerteam, denn in die bestehenden Programme wird immer mehr gepackt, der Trend geht hin zur Software „Eine für Alles“, auch bei kostenlosen Programmen.
Das Farbmanagement von „Helicon Filter“ kennt derzeit noch keine Möglichkeit festzulegen wie im Farbraum umgerechnet wird, also wenn von Aufnahmen in AdobeRGB der Farbraum auf sRGB gewechselt wird, was insbesondere beim Ausdruck auf den heimischen Geräten und für das Präsentieren von Fotos im Web hilfreich ist.
Was mir auch fehlt ist die Möglichkeit einen Text, etwa seinen Namen mitsamt Copyright-Zeichen auf dem Bild anbringen zu können. Die Version 4 kann das noch und es sollte in der fertigen 5 nicht fehlen.

Bevor ich die drei negativen Punkte aufliste:
An einer einzigen, aber entscheidenden Stelle merkt man das die derzeitige Version 5 ein Beta ist, also ein Programm in der Entwicklung: noch ist im Bild mit gleichmäßigen Strukturen ein Muster erkennbar, ähnlich einem feinen Gewebe, das beim Abspeichern leider erhalten bleibt. - Wer ein vollwertiges Programm, aber in „alter“ Optik möchte und mit nur 2 RAW-Konvertern, also ohne Adobe und DNG, der nehme die aktuelle Version 4.93.

Negativ wirkte auf mich:
- Die Ausgabedateien werden auf unbestimmte Weise errechnet. Es gibt keine Möglichkeit die Auflösung der Ausgabe neu festzulegen, schon da eine eigene Druckausgabe gar nicht vorhanden ist. - aber immerhin ist jetzt eine Vorschau da, um die Bilder auf dem Papier so zu plazieren, wie der Ausdruck erfolgen soll.
- Die Farbkorrektur arbeitet nur in RGB mit einer Skala von minus bis plus 100, also mit abstrakten Vorgaben. - Was bedeutet der Wert 1 oder 5? Die Einstellungen wirken für mich schlichtweg zu grob. (Wenn zumindest die Hauttöne eine eigene Regelung hätten, wie in der Version 4 dies noch möglich war.)
- Es sollte bei der Korrektur der Belichtung vermieden werden das Werte über den Rand des Histogramm hinaus geschoben werden können – so wie dies bei den sehr guten, aber auch teuren Programmen geboten wird. (Hilfreich ist es die zuschaltbare Belichtungswarnung genau zu beachten.)

Was man auch wissen sollte: auf der Website gibt es ein englischsprachiges Forum und ein kleines Tutorial. Das Programm hat eine eigene Hilfefunktion. Der direkte Kontakt zu den Programmieren ist vorbildlich. - So etwas kenne ich nur noch vom deutschen Anbieter Lasersoft (Silverfast) in Kiel. Eine zu „heliconsoft.com“ in der Ukraine gesandte E-Mail ist schneller beantwortet, als der Service der Deutschen Post üblicherweise reagiert oder der nicht vorhandene bei Telecash oder das Allerweltsgeschreibsel von Microsoft, das eben auch keine Antwort ist.

Zusammenfassend ist „Helicon Filter“ das wohl beste Programm für Einsteiger, schon wegen der Übersichtlichkeit, aber auch wegen der erreichbaren bildlich-technischen Qualität gerade bei Bildern kompakter Kameras mit ihren kleinen Bildsensoren.
Die komplexen Möglichkeiten einer in Ebenen arbeitenden Bildbearbeitung bietet diese kostenlose Software nicht. Doch bleiben wir mal auf dem Boden: es sind nicht so viele die es toll finden stundenlang am Bildschirm sitzend ein Bild zu bearbeiten.
Die wohl allermeisten Anwender wollen in überschaubarer Zeit ihre Bilder von RAW nach JPEG konvertieren und dabei keine Schwächen im Bild haben. Und noch mehr möchten nur einfach auf die schnelle ein paar Korrekturen machen, ohne das man später davon etwas sieht. - Und genau das macht „Helicon Filter“ bereits seit Jahren vorbildlich und seit einigen Monaten kostenlos.
In diesem Beitrag kann auf die vielen noch vorhandenen Funktionen nicht eingegangen werden. - Wegen seiner Qualitäten ist „Helicon Filter“ bestimmt eines der Großen. Die Version 5 wird viel Beachtung finden und Verbreitung.

© 2010. Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Beschreibungen einiger meiner Kurse

Juni 17th, 2010

Da in den Kursen immer jemand einen Termin nicht wahrnehmen kann - und manche mögen zeitweise auch mal “anwesend, aber abwesend” sein - ist es für alle Teilnehmer hilfreich eine Beschreibung die Kursabende mithilfe meiner Internetpräsenz lesend erfassen zu können, wenn auch nur recht allgemein.
So entstanden Texte die einen Eindruck geben vom Geschehen in zwei Einführungskursen und dem zweier Fotoklassen, wie diese an der VHS-Göttingen abgelaufen sind.

Insbesondere jede Fotoklasse bietet von Semester zu Semester neue Inhalte.
Aber auch die Einführungskurse sind allein schon wegen der teilweise recht unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer und ihren Ansprüchen für mich immer wieder neue Erfahrung, biete den Teilnehmern variierenden Aufgaben, die der Jahreszeit aber auch dem Kursablauf entsprechend etwas anders gestaltet sind.

Sicherlich werden einige Leser ganz genaue Vorstellungen davon haben wie ein Einführungskurs aufgebaut sein sollte, welche Inhalte wie darzustellen seien. Doch dermaßen festgelegt zu sein, so schablonenhaft zu agieren, das interessiert mich nicht, schon da es schlichtweg unmöglich ist die Inhalte einer fotografischen Gestaltungslehre in acht Kursabenden zu pressen, oder mehr als einige grundlegende technische Begriffe anzusprechen.
Das die Teilnehmer bereit sind dermaßen intensiv, von Woche zu Woche ihre so manches Mal mühsam errungenen bildlichen Ergebnisse vorzulegen, ist für mich eine Herausforderung an die Qualität meiner Kurse.

In jeder “Fotoklasse” mit ihren sehr unterschiedlichen Themen geht es um spezielle Aufgaben, die teilweise nur mit den manuellen Einstellungen und Korrekturen in einer Kamera bewältigt werden können. Hierbei wird aus der Volks-Hoch-Schule eine “Volks”-Hochschule mit deutlich gesteigerten Ansprüchen an die Mitarbeit und den Lernerfolg.
(Im nächsten Veranstaltungskatalog wird die Fotoklasse “Innenräume” zum Thema haben, was unter anderem einige Ansprüche an das Arbeiten mit Belichtung, Optik, Beleuchtung und Bearbeitung setzen kann.)
Für all jenen die am Einführungskurs nicht teilgenommen haben ist ein selbst erlernter Vorwissen wohl nur in Ausnahmefällen ausreichend, um in einer Fotoklasse sich wohlfühlen zu können. Deshalb wird nur in der Rücksprache mit mir es möglich sein ohne Einsteigerkurs an einer Fotoklasse teilzunehmen. - Es gibt viel falsches Wissen. Das sind im allgemeinen jene Informationen, die von den Herstellern geboten werden und üblicherweise lediglich deren Produkte auf verkaufsfördernde Weise beschreiben, mit ihren speziellen “Tutorials” keine wertneutralen und sachlich korrekten Kenntnisse vermitteln, dies offensichtlich nicht anstreben.

Was bringen spiegellose Systemkameras, wie derzeit mFT, NX, NEX und GXR?

Juni 10th, 2010

Die kleineren und ein größerer der Branche haben jene Kameras heraus gebracht die den Spiegelreflexen die Konsumenten streitig machen, mit Gehäusen (Bodies) ohne Spiegelkasten, aber wechselbaren Objektiven.

Vor nunmehr drei Jahren, in einer Zeit als es solche Kameras noch nicht gab schrieb ich im Blog wie grundsätzlich veraltet Kameras mit Schwingspiegel sind angesichts der Möglichkeiten der elektronischen Sucher, welche überflüssigen, teuren und unschönen Kompromisse bei allen Objektiven für Weitwinkelbereiche allein wegen der Spiegelkästen eingegangen werden, im wahrsten Sinne des Wortes unzeitgemäß sind. Seit Jahren zeigten bereits die hochwertigen Video-Kameras für das Broadcast, also den professionellen Einsatz, was bei Sucherbildern und Optiken möglich ist. (Dazu zählte auch die Minolta A2 von 2004 mit ihrem hochauflösenden Sucher.)
Und nun sind sie da, die Modelle nicht nur von den Wegbereitern Olympus und Panasonic mit dem “mFT”-System, sondern auch Samsung mit “NX”- und Sony mit “NEX”.

Noch fehlen die entsprechenden Produkte von den größten der Branche, von Nikon und Canon. Doch ist es wohl nur eine Frage der Zeit. Oder anders formuliert: der steigende Verkaufserfolg spiegelloser Systeme wird die Nachfrage nach vergleichbaren Konstruktionen dieser Hersteller befördern, schließlich möchten viele Konsumenten die aktuellste Technik in Händen halten, ohne “ihrer” Marke links liegen zu lassen.
Man muss wohl nur die Lager mit den bereits produzierten, billigen Spiegelreflexen abverkaufen, dann werden alle diese neuen Systeme anbieten, spätestens zum nächsten Frühjahr.

Die neuen Kameras sollen, wenn man die Software betrachtet allen alles bieten. Foto und Video werden in einem Gehäuse realisiert. (Das schrieb ich bereits vor Jahren.) Und was wird nicht alles an Software in die neuen Konstruktionen gepackt. Zunehmend mutieren die nun billiger herstellbaren optische Konstruktionen mittels der eingebauten Schnittstellen zur Software zu Entwicklungsmaschinen mit annehmbaren technischen Ergebnissen, bei deutlich kleineren Abmessungen. Die Anzeige von Bildern schon vor der Aufnahme auf einem hoch auflösenden Display oder mittels großer und hochwertiger Sucherbilder muss sich nicht so weit hinter den optischen Konstruktionen für das Kleinbild-Format verstecken, macht den suchenden Blick zu einem neuen Erlebnis.

Ohne die verschiedenen Testergebnisse miteinander vergleichen zu wollen, lassen sich Tendenzen erkennen die alle bisher präsentierten Modellen aufweisen, als da sind:
– die Objektive sind kleiner, leichter und billiger konstruiert. Während klein und leicht den Konsumenten entgegen kommen kann, werden die billigen Konstruktion mit ihren optischen Bildmängeln bereits in den Kameras durch eine automatisch korrigierende Software überarbeitet, so dann für den Laien unkenntlich gemacht. Solch ein Vorgehen lohnt für die Hersteller ungemein, denn die Verkaufspreise der neuen Systemkameras reichen derzeit in Bereiche selbst besserer Spiegelreflexe. – Bei genügend Werbeaufwand verkauft sich Neues gut und teuer, was bis zu einem Fünftel des Verkaufspreises ausmacht.
– die Software der Kamerahersteller wird zu unabdingbar notwendigen Produkten, schon da man darauf nicht verzichten kann, wenn die selbständige Korrektur von Bildfehlern funktionieren soll. - (Das Wort “Bildfehler” taucht natürlich bei keinem Hersteller auf, obwohl viele Test zeigen wie ausgeprägt diese sind.) Die ebenso ebenso neuen Schnittstellen unterliegen selbstverständlich dem Urheberrecht. Unabhängige Anbieter von Wechselobjektiven wie Sigma, Tamron und Tokina werden (endlich?) auf Abstand gehalten.
– als Ersatz für die minderwertigen Optiken lassen sich bei allen neuen Systemen ebenso die größeren Objektive für Spiegelreflexe der Produzenten mittels Adapter verwenden. Allerdings mit Einschränkungen, bei denen man die zukünftige Entwicklung abwarten muss.
­– alle Kameras bieten Bildsensoren mit mehr als 10 Megapixel. Die Qualitäten der Optiken reichen jedoch zu den Bildrändern hin nicht an die erreichbare Auflösung heran. Es bedeutet für fast alle Nutzer aber keineswegs eine enrsthafte Einschränkung, denn erstens sind die Immerdrauf-Objektive an Spiegelreflexen nicht besser, und zweitens ist es schon ziemlich ungewöhnlich, wenn ein Bild größer als im Format von 20 x 30 cm zur Ausbelichtung kommt. (Wer seine Bilder in Fotobüchern ansieht, hat sowieso jede gute Qualität weggeworfen - leider. Und die allermeisten sind damit zufrieden, wie die Geschäftszahlen belegen.)

Das alles trägt jene Meinung die ich angesichts der technischen Entwicklung seit Jahren anrate: Kleinere Gehäuse die man ohne Bedauern nach drei Jahren des Gebrauchs wegwerfen kann und bessere Objektive kaufen, die für längere Zeit eine gute optische Qualität sichern.

Schon deshalb ist die Ricoh GXR eigentlich keine konstruktive Ausnahme, sondern eine logische Konsequenz der allgemeinen Entwicklung. Das Gehäuse mit den Schnittstelle bleibt auf Dauer erhalten, die eigenständigen Module werden im zweiten oder spätestens dritten Jahr wegen der “alten” Bildsensoren und der verschlissenen Fassungen und Stellmotoren in den Objektiven ersetzbar.

Nach der Garantiezeit kommt der Neukauf, das ist der Trend in der Kameratechnik.
Und es macht Sinn, denn allein die optischen Filter einer Bayer-Matrix werden beim lebhaften Gebrauch von Live-View-Sucherbildern beschleunigt ausbleiben. - Mit diesem Problem haben alle Kameras mit Live-View zu kämpfen. Nach drei Jahren des intensiven Gebrauchs sind alle optischen Filter deutlich ausgebleicht, was es jedem Hersteller leicht macht von besseren, weil “innovativen” neuen Kameras mit “besseren” Farben zu sprechen, obwohl sich seit 2006 in der Technik eigentlich nichts wirklich neues ereignet hat. – Mit “Hochtechnologie” hat die digitale Kameratechnik nun überhaupt nichts zu tun. Viele Kameras und Objektive werden in unterentwickelten Ländern billigst zusammengepresst, wird in der Volksrepublik China, in Vietnam und Thailand produziert, auch viele Spiegelreflexe.

Was ist zu erwarten? Die spiegellosen Systemkameras sind noch viel stärker als die Spiegelreflexe auf die Software und dessen Funktionen angewiesen, was allerdings kein genereller Kritikpunkt sein sollte. Auch im Mittelformat, bei jenen Kameras die fünfstellige Euros kosten, wird die Software immer wichtiger für die Wahrung der optischen Qualität.
Sobald die marktdominanten Hersteller Canon und Nikon ihre spiegellosen Systemkameras anbieten, spätestens dann werden die Verkaufspreise deutlich fallen. Was heute einen Straßenpreis von 600 Euro kosten soll, ist sicherlich um mehr als 250 Euro zu teuer erkauft.

Diese neue Kategorie von Kameras zu produzieren bleibt für die Hersteller interessant, da allein schon wegen der größeren Bildsensoren und der Software die Optiken so günstig produziert werden wie in den Kompaktkameras - allein die Produktionstoleranzen dürfen deutlich größer sein, ohne deswegen die optische Qualität sichtbar zu begrenzen. Zudem bieten die größeren Bildsensoren im Vergleich zu den winzigen von Digicams eine grundsätzlich bessere Bildqualität, was, wenn man die Endprodukte bedenkt zu produktionstechnischen Einsparungen führt.
Die neuen Gehäuse, das zeigen die von Sony vorgestellten NEX Kameras, werden in ihrer Baugröße eigentlich nur durch die Abmessungen der Objektive und Displays beschränkt. Da ist noch vieles möglich.

Es bleibt eigentlich nur ein einziges Preisproblem im Vergleich zu Digicams: jedes Objektiv hat ein Bajonett. Das verteuert die Systeme. Sonst gibt es eigentlich keinen Grund warum eine spiegellose Systemkamera nicht für einen Ladenpreis von 250 Euro zu kaufen sein sollte.
Oberhalb der derzeitig vergleichbaren Kameras steht nur ein einziger Hersteller namens Leica, allerdings mit Preisen die für viele Konsumenten weit, weit, weit jenseits von Gut und Böse liegen, aber leider auch mit der einzigen wirklich professionellen optischen Qualität – derzeit.
Vor mehr als einem halben Jahrhundert hatten Canon und Nikon bereits gezeigt das sie anders können als nur Kameras mit Spiegelkasten zu bauen. Die Zeichen stehen nicht schlecht das im nächsten Frühjahr Systemkameras mit Bildsensoren größer als APS-C und ohne Spiegelkasten noch bessere optische Leistungen bieten, als die derzeitigen Produkte diese bieten.
Dann werden all jene die bei Stammtischen laut, aber immer weniger überzeugend ihre Spiegelreflexe für das Nonplusultra der Technik halten wieder so leise werden, wie es jene Markenfetischisten wurden als Nikon seine CCDs gegen CMOS Bildsensoren auswechselte, obwohl mir diese Neuorientierung ebenso wenig gefiel, was mich dahin brachte Nikon nicht als neues System zu nutzen. - Aber das sind persönliche Feinheiten einer Entscheidungsfindung, die man nicht generalisieren kann.

Die derzeitigen spiegellosen Systemkameras lassen für Hobbyisten nur wenige Wünsche offen, außer der fehlenden Haltbarkeit. Und auch das sage ich beim gegenwärtigen Stand der Technik immer wieder: haben Sie mit ihrer Kamera die nächsten drei Jahre ihren Spaß. Dann kommt eine neue.

(c) 2020 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Buchbesprechung: „Digitale Fotografie für Einsteiger“ von Tom Ang

Mai 28th, 2010

Bücher über Fotografie im allgemeinen und zu besonderen Themenbereichen gibt es unendlich viele. Nicht wenige sind auch noch hunderte von Seiten dick, in denen der interessierte Leser dann auf zwanzig oder noch mehr Seiten erfährt das mit diesem speziellen Werk alles viel einfacher werde. So frage ich mich seit Jahren und schrieb in 2007/8 gerade zu jenen Büchern die Kameramodelle zum Thema haben, wie sehr mit Textbausteinen und ohne fachliches Wissen mal das eine und dann das andere Gerät hochgelobt wird. Man muss bei solchen Machwerken schon bescheidenste Ansprüche und vor allem geringstes Vorwissen mitbringen, um letztlich das Gefühl zu haben: Hier werden Mich geholfen.

Wer zu Themen der Fotografie mehr Qualitäten als einleitend beschrieben erwartet wird zur Technik und auch zur Gestaltung selten fündig, kurz: zahlt dreißig, vierzig oder noch mehr Euro für Dummschwätz.
Für den Unterricht oder Selbstunterricht sind diese Schnell- und garnichtbilligdrucke ungeeignet. Daher greife ich bei meinen Einführungskursen nicht auf Bücher zurück die Grundlagen zu Technik und Gestaltung vermitteln wollen, sondern baue Inhalte vollständig mit eigenem Material auf.

Doch so einfach verwerfen kann man einige Autoren wiederum nicht. Im Gegenteil. Namen wie Ralph oder Marc Altmann, Sascha Steinhoff, George Barr, Uwe Steinmüller, Eib Eibelshäuser, Stefen Laskevitch und andere, darunter auch der britische Fotograf Tom Ang stehen für den Anspruch, nicht zuerst sich selbst zu vermarkten, sondern der Leserschaft mit einem Anspruch an die eigenen Arbeit zu begegnen.

Als Fotograf und Dozent der Universität Westminster kann Tom Ang sein Wissen mit eigenen Fotos belegen und zeigt, dass zwischen den theoretischen Grundlagen und der fotografischen Praxis ein Zusammenhang besteht.
Seine Bücher richten sich an das schwierigste Publikum das man haben kann, die Einsteiger. Schwierig deshalb, weil allzu viele daran scheitern einfache Erklärungen mit anspruchsvollen Fotos zu verbinden. Gerade der Verzicht auf eine überbetonte, theoretische Korrektheit und dennoch dem Wesentlichen und Nützlichen einen Weg zu bahnen, das ist es was mich dahin bringt zu sagen: Tom Ang ist als Autor einer der seltenen Glücksfälle, der den Einsteigern einen Weg zur eigenen und modernen Fotografie weisen kann.
Darum war ich recht neugierig darauf die dritte deutsche Auflage von Tom Ang „Digitale Fotografie (für Einsteiger)“, ein Taschenbuch aus dem DK-Verlag aus München, in Händen zu halten. („DK-Verlag“ ist die Kurzform des britischen Verlagshauses Dorling Kindersley.)

„Einsteiger“, kann es solche überhaupt geben, da uns Bilder unentwegt begegnen? Eigentlich nicht, denn wir alle nehmen Bilder und Bildsprache seit Kindertagen auf wie das gesprochene Wort, lernen ohne dessen bewusst zu sein, verstehen die Bedeutung von Proportionen und Farbharmonien und interpretieren Botschaften hinter dem Sichtbaren.
Schwierig wird es allerdings selbst in Bildern zu erzählen, mit eigenen Fotos als Schöpfer von neuen Bilder hervor zu treten. Dann zeigt sich wie nah die unbewusst erlernte Bildsprache ist, da ihre Wirkmechanismen nicht selbstverständlich so verstanden werden, dass man sie bewusst einsetzen kann. Die Frage bleibt für fast alle: Wie macht man „gute“ Bilder?

Darauf gibt Tom Ang ohne Umwege einige Antworten in Texten und vor allem mit seinen Bildbeispielen.
„Digitale Fotografie für Einsteiger“ richtet sich eigentlich nicht ausschließlich an Einsteiger, sondern unternimmt den Versuch die Breite der digitalen Technik und fotografischen Gestaltung auf wesentliches reduziert in handlicher Form auf kaum mehr als 220 Seiten zu fassen.

Um den Inhalt von „Digitale Fotografie“ darzustellen möchte ich ganz hinten, auf den letzten Seiten anfangen. Es gibt nicht nur ein Register mit der Aufzählung jener Begriffe die zuvor in Text und Bild erklärt wurden, es findet sich auch ein Glossar, das ist so etwas wie ein Mini-Lexikon, um in Kurzform in Erinnerung zu rufen, was ein Begriff bedeutet.
Zum Beispiel „Plug-In“ (Seite 218): „Eine nicht eigenständige Software-Erweiterung für ein Mutterprogramm, z.B. Photoshop. Auch Zusatzmodul genannt.“ - Man mag nun schmunzeln ob des „Mutterprogramms“, da diese Übersetzung aus dem Englischen so klingt als habe man einer Software überlassen den originalen Text Wort für Wort einzudeutschen. Das jenes „Plug-In“ im Deutschen uns als „Plugin“ begegnet – geschenkt. In der Welt der internationalen Autoren und Bücher findet man solches allenthalben.

Viel schwieriges kann es sein mit den eigenen Erwartungen und Kentnissen dem Spagat des Autors zu folgen, wenn einfach und auf wenige Sätze beschränkt ein komplexer Inhalt dargestellt wird. Gerade dabei nichts wirklich falsch zu machen, keine irrigen Vorstellungen in die Köpfe zu setzen, die bei mehr Kenntnissen erst wieder verworfen werden müssen, das ist eine Kunst in der sich Tom Ang wahrlich versteht.
Was ich damit meine? Alle werden jene Grafiken kennen, in denen dargestellt wird wie Licht durch Linsen gebrochen wird. Dabei handelt es sich um ein erklärendes Modell mit dem der Zusammenhang von Linsenformen und Brechung sich veranschaulichen lässt. Obwohl, das Modell ist völlig ungeeignet zu erklären warum die Brechung von Licht überhaupt geschieht. Dies physikalisch korrekt zu erklären, dazu müsste man auf die Wellenstruktur des Lichtes zurück greifen. Doch wem nützt ein solches Wissen, wenn das Gestalten von Fotos im Vordergrund steht?
Und so gelingt es Tom Ang trotz des kleineren Buchformates mit den notwendigerweise kleinen Abbildungen erkennbar zu machen, was nicht so einfach mit Worten erklärt werden kann. Auf abstrakte Modelle verzichtet er gänzlich, zeigt die Wirkungen von Bildwinkeln, ohne sich mit Modellen von Objektiven aufzuhalten, erklärt Schärfentiefe ohne dem Begriff „Schärfe“ eine wissenschaftliche Definition zu geben.
Das hat seine Vor- und kann einige Nachteile haben. Aber für jene die zuerst um die Gestaltung ihrer Fotos besorgt sind, ist das exakte physikalische Grundlagenwissen zugegebenermaßen nebensächlich. Etwas zu einfaches zu wissen glauben , das ist die größte Hürde, mit der die eigenen Entwicklung ausgebremst wird - man lese nur wie abstrus über die Qualitäten von Bildsensoren geredet wird, von CMOS-CCD-NMOS-Foveon.

Zwar beginnt dieses Buch mit den „Grundlagen“, doch zeigen die vielen Bilder, das alles anschaulich und praxisorientiert bleibt, zu neuen Bildideen führen soll. Folgerichtig heißt das nächste Kapitel „Ideenkatalog“, das den Spaß am Fotografieren als ein alltägliches Erlebnis eröffnet. Da der Autor seine Bilder aus Stadtansichten, Zoo, Panorama, Sport, Urlaub und anderen naheliegenden Motivbereichen hervor zieht, dominiert die Einsicht, das überall eigene Bilder zu entdecken möglich ist.

Doch was wäre die digitale Fotografie ohne die Bildbearbeitung? War und ist diese in der chemischen Fotografie ein schwierig zu handhabendes Gebiet, so gehört es zu den Selbstverständlichkeiten digitaler Bilder diese so zu bearbeiten, bis die eigenen Ansprüche verwirklicht sind. Viele, viele Bildbeispiele werden beschrieben und füllen mehr als die Hälfte des Buches mit Inhalten, wie beispielsweise über Tonwertkorrektur, Scharfzeichnen, Gradationskurven, Filterfunktionen, Ebenen, High Dynamik Range (HDR) und so weiter.
Einige Thema könnte man durchaus nach vorne in die Grundlagen setzen. Ich war schon einigermaßen irritiert so manches eben nicht da, sondern erst hier, im dritten Abschnitt, thematisch aufgearbeitet und bebildert zu finden.
Doch damit geht Tom Ang keinen schlechten Weg. Und ich fragte mich beim Lesen, welche Inhalte in meinem eigenen Unterricht vielleicht noch anders und in einen neuen Zusammenhang gebracht werden könnten. - Oder handelt es sich hier lediglich um den persönlichen Stil des Autor, sein Konzept um die Themen anschaulich darzustellen?
Wie auch immer, man muss beim Lesen den Zusammenhang im Blick behalten können. Inhalte sollten nicht nur für sich verständlich bleiben, sondern aufeinander aufbauen können, gerade wenn es ein Buch für Einsteiger bleiben soll. Dies gelingt und es gibt dem Autor recht seinen persönlichen Einstieg in die Fotografie auf genau diese Art zu gliedern.
Denn eines muss man nicht, von vorne nach hinten lesen. Dies ist das besondere an der Gliederung beider Bücher, die ich von Tom Ang als Begleitung zu meinem eigenen Unterricht empfehle und eben auch, das sachliche Fehler nicht auftauchen, was keineswegs selbstverständlich in Fotobüchern ist.
Sowohl „Digitale Fotografie“ mit dem Fokus auf den direkten Einstieg in die Welt des Digitalen, als auch jenes mehr als Kompendium angelegte Taschenbuch „Fotografie“, mit seinem noch breiteren und knapper gefassten Inhalten aus dem gesamten Bereich dessen was historisch und technisch zur digitalen Technik führt, bieten beide Taschenbücher sich als handliche Nachschlagewerke an. Und beide sind ähnlich aufgebaut.
Auf einer Doppelseite wird ein Stichwort erklärt und bebildert, wird gelegentlich eine zusätzliche Begriffserklärung in Kurzform beigeben oder werden bildliche Alternativen gezeigt.
Zwischendrin taucht eine schwarz unterlegte Doppelseite auf, eine „Soforthilfe“, die in Bild und Text Probleme beschreibt und deren Beseitigung angeht, zum Beispiel zu „Heller Himmel“, „Hintergrund entfernen“,„Druckerprobleme“ und viele andere, bei denen man nicht nur als Einsteiger ratlos sein kann.

Das der für ein Einsteigerbuch unumgängliche, rasante Parforceritt über das weite Feld der Fotografie keinen lückenlosen Inhalt bietet, sollte einleuchten. (Das letzte in Deutschland veröffentlichte, streng fachlich ausgerichtet technische Kompendium war eine dicke, dreibändige Ausgabe; jenes berühmte von E. Mutter, das nur wenige Jahrzehnte aktuell gehalten werden konnte.)
Das Problem jedes Buches mit technischen Inhalten ist die Aktualität. Man darf und muss als Käufer erwarten das ein solches Werk regelmäßig an die Entwicklung der digitalen Technik angepasst wird, was mit der neu überarbeiteten deutschen Auflage gelungen ist.

Das man dem Zeitgeschmack entsprechend mit dem Layout recht „laut“ daher kommt, hier mal die dritte oder gar vierte fette Überschrift auf einer Doppelseite auftaucht, dort zu einem Absatz noch ein abgesetztes Textfeld oder ein weiteres Bildbeispiel das Grundmuster einer einheitlichen Seitengestaltung auflöst - nun, viele werden es als modern empfinden. - Mir selbst wäre etwas weniger „Kreativität“ lieber.

Aber haben wir in den letzten fünfzehn Jahren nicht generell einen deutlichen Wandel in der Bilderwelt erlebt? Die Bildsprache passte sich den Gegebenheiten einer Internationalisierung und der Technik an, das heißt, wir lernen und sehen in den technischen Formaten von Internet, Monitoren und Displays, nutzen eine enorme Farbigkeit mit deutlich gesteigerten Kontrasten, die erst mit Bildschirmen möglich wurden, erfahren eine Welt in Bildern, die schnellsten Veränderungen unterworfen ist ohne das jemand sagen könnte was in zehn Jahren als Vorbilder jenen dient, die darüber ein Urteil abgeben was dann ein gutes Bild sei oder dem Mehrheitsgeschmack nahe kommen wird. - Aber wird es einen weltweit gültigen Mehrheitsgeschmack geben?

Wie auch immer, gute Vor-Bilder sind jene, die zeigen das in jedem Bild mehr stecken kann als nur eine einzige Wahrnehmung von dem was wir gerade sehen. Die reiche Vielfalt von Möglichkeiten zu Interpretation und Bearbeitung aufzuzeigen, das gelingt Tom Ang allemal. Deshalb, so möchte ich meinen, ist seine Art die Fotografie zu lehren durchaus zukunftsfähig.
Das dies mit den Mitteln heutiger Bilder gelingt, jenen die auf die derzeitige Technik fixiert sind, in den Abbildungen des Buches auf das Menü des Betriebssystem von „Apple“ setzen und auf die große Version von „Photoshop“ abheben, es sollte nicht überbewertet werden. Wichtig ist eigentlich nur, das die Begriffe stimmen. Dann finden man sich auch in anderen Systemen schnell zurecht; denn verändert wird immer irgend etwas werden, heute und morgen.

Mehr als das was uns der Verlag „DK“ vorlegt kann man von einem Buch für Einsteiger nun wirklich nicht erwarten, noch dazu der flexible, wasserabweisenden Umschlag einen deutlich teureren Verkaufspreis erwarten ließe. Doch wir bewegen wir uns im Bereich des Taschengeldes, was einer weiten Verbreitung sicherlich entgegen kommt, gerade angesichts jener üblichen, schamlosen Preise vieler anderer Verlage mit ihren Wegwerfdrucke. - Zu empfehlen ist dieses Buch gerade jenen, die von Büchern nicht viel an Hilfe erwarten.

Tom Ang, (3 2010), „Digitale Fotografie für Einsteiger“, Dorling Kindersley Verlag, München. ISBN 978-3-8310-1629-7. (siehe auch Buchbesprechung: „Digitale Fotografie für Einsteiger“ von Tom Ang

ACDSee Pro 3.0 - warum ich noch dabei bin, was ich mag und was besser sein könnte

Mai 1st, 2010

Das “Pro” steht für die Version aus Bildverwaltung und Bildbearbeitung in einem Programm. Es gibt diese Versionen auch in einzeln Programmen. Das ist interessant für jene die “nur” eine Verwaltung brauchen und mit dem “Foto-Manager” eine Datenbank einrichten oder mit dem “Foto-Editor” ihre Bilder im Netz verbreiten möchten.
Doch ganz richtig ist das auch nicht. Der “Foto-Manager” kann mehr und ist seit Jahren recht beliebt, auch um die Bilddaten proprietären Formate, die RAW-Formate, öffnen und in einem geringeren Umfang bearbeiten zu können.

Die Version “Pro” nutze ich seit einigen Jahren um meinen Bestand an Bilddaten zu verwalten. Als vor einem halben Jahr die Version 3.0 zum Ausprobieren bereit stand musste ich eine Entscheidung treffen, denn die Versionen 2.0 und 2.5 hatten so ihre Tücken.
Immer wieder konnte man bei schellen Eingaben von Befehlen erleben, dass das Programm abstürzte.
Anders als andere Software-Lösungen ist die ACDSee nicht modular aufgebaut. War die Liste der abzuarbeiten Befehle zu lang, der Arbeitsspeicher voll, dann stürzte das Programm ab. Das nervte nicht nur mich.
Und die Einarbeitung in die Funktionen einer Datenbank sind auch nicht ganz einfach und kosten Zeit. Da denkt man schon darüber nach was hinzunehmen noch Sinn macht und wägt die Vor- und Nachteile ab.
Also, ich war ziemlich darauf erpicht das Für und Wider kenne zu lernen. Die Frage war: 3.0 oder ein neues Programm?

Zu Beginn des Jahres hatte ich mich entschieden bei ACDSee zu bleiben.
Was mir an dem Programm immer gefiel war die unkomplizierte, übersichtliche Abfolge der Funktionen sowohl bei der Datenbank als auch bei der RAW-Konvertierung. Gerade auf letzteres konnte man sich verlassen quer durch die verschiedensten Formate. Das heißt, die Bildbearbeitung erbrachte wirklich ordentliche Ergebnisse.
Man muss dazu wissen das alle RAW-Konvertierer eine Vorverarbeitung der Bilder vornehmen, bevor man selbst an die Funktionen geht. (Diese Vorverarbeitung lässt sich in einigen Programmen, auch in ACDSee, abschalten, was allerdings dazu führt das man dann Bilder zur Ansicht erhält die nur den recht geübten Anwendern noch einen Anhaltspunkt geben wie eine Gradationskurve oder der Farbabgleich einzurichten sind, um ein ordentliches Bild zu sehen - zwar anders, aber ähnlich dem Betrachten eines Farbnegativs. Die richtigen Laborwerte erkennt sehr wahrscheinlich niemand - anderes würde ich niemandem glauben.)

Die angebotene Vorverarbeitung muss man selbst bei kritischen Ansprüchen normalen Motiven nur selten korrigieren, was den Arbeitsablauf erheblich vereinfacht. In der Anmutung schon bei 2.0 sind die vorgegebenen Ergebnisse auf eine Weise neutral zu nennen, wie man dies sich nur wünschen kann und bieten einen guten Ausgangspunkt, falls individuellen Änderungen dass Tüpfelchen auf den i sein sollen.
CaptureOne kann, so meine ich, mit ganz hellen Grauwerten noch etwas besser umgehen, Silverfast DC erzeugt bei warmen Farben, besonders bei Hauttönen, noch ein wenig mehr Farbtreue, doch sind dies Feinheiten, die jeder gewöhnliche Druck zunichte machen kann.
Am ehesten möchte ich, allein was die Funktionen betrifft, “Pro 3.0″ mit den Programmen “Lightroom” vergleichen, dessen “neutrale” Farben ich nicht mag und mit dem in Deutschland selten gebräuchlichen “Bibble” und diesen endlos vielen Funktionen zur Farbmanipulation, die ich persönlich nie nutzen mochte oder besser gesagt dann eine richtige Bildbearbeitung doch vorziehe.
- Obwohl, die Proteste der “Enthusiasten” dieser beiden Programme kann ich jetzt schon hören. (Nichts ist so gut wie die eigene Entscheidung, ob für eine Automarke oder eine Waschmaschine u.ä.. Vor diesen menschlichen Schwächen macht Computersoftware keine Ausnahme.)

Was ich hier sagen möchte: alle Programme werden mit immer mehr Funktionen erweitert und haben sich gerade im letzten Jahr deutlich verändert, sind bei allen Anbietern größer und universeller geworden, ob kostenlos oder zu stolzen Preisen - ausgenommen Silverfast DC.

Aber wer weiß ob in fünf Jahren noch jemand bei “seinem” Programm bleiben möchte, ich bei ACDSee bin und Bilddaten damit verwalte und konvertiere? Es bleibt also die alles entscheidende Frage: wie geht ACDSee Pro 3.0 mit den vorhandenen Daten der Datenbank um?
Hier und heute nutze ich ein Programm das mir jederzeit die Möglichkeit zum Umstieg bietet, ohne auf die Datenbestände mit den erarbeiteten Stichworten und Kommentaren und Kategorien verzichten zu müssen. Diese Daten sind der eigentliche “Schatz” einer Datenverwaltung, sonst wäre es bloß eine grobe Zusammenstellung ohne Inhalte.
Zusätzlich zu den zu jedem Bild gehörenden xmp-Dateien können in die Bilddaten die Datenbanksätze importiert werden -das sind die wichtigen Verknüpfungen zu den xmp-Dateien-, ohne dabei die Bilder zu verändern. Das ist eine Zukunftsfähigkeit die jede Option für den Wechsel zu einem anderen Anbieter offen lässt.

Die Entscheidung für diese Software ersetzt keineswegs meine Bildbearbeitung, sondern ergänzt sie, denn obwohl ACDSee Pro bereits viele Funktionen einer Bildbearbeitung bietet, liegt der Schwerpunkt doch in der RAW-Konvertierung und bei der Datenbank, arbeitet ohne Ebenen und andere speziellen Funktionen zur Bildbearbeitung. (Anders herum: die neue Version der Bildbearbeitung “Corel Photo Pro X3″ um die Bilddatenverwaltung erweitert worden und kann da nicht alles bieten. - Aber überall wächst das “Universalprogramm” heran.)

Zuverlässig? Ja, problemlos. Nun fängt das Programm die leidig bekannten Abstürze ab. Es stockt und man meint fast miterleben zu können wie “ES” sich neu sortiert und dann weiter arbeitet.
Aber wie bei ACDSee Pro üblich, ein neuerer Computer für Windows sollte es schon sein, damit die Bildbearbeitung in der Version “Pro” wirklich schnell läuft, obwohl sich an der Geschwindigkeit einiges zum Positiven getan hat.
Das zusätzlich, wie bei anderen auch, nun in der RAW-Bearbeitung über das Farbspektrum die Sättigung und die Helligkeit in speziellen Bereichen selektiv manipuliert werden kann, machte die Entscheidung für die neue Version noch leichter. Das man ein Bild in bis zu 9 Grauwert-Bereiche aufsplitten kann und diese dehnen und stauen, die Helligkeitsbereiche und damit die Kontraste über das Bild veränderbar sind, das erinnert an das in den USA bekanntere LightZone, obwohl das Zonenmesssystem von Ansel Adams für die digitale Photographie nicht einfach übertragen werden kann. (Üblicherweise greife ich in Kontrast und Helligkeit ein, über eben diese Funktion.) - Sei”’’s drum, andere werden einen anderen Workflow/Arbeitsablauf nutzen - aber es funktioniert.

Fast alle meine Bilder drucke ich über ACDSee aus, da hier zusätzlich zu den üblichen Möglichkeiten der Druckertreibereinstellungen auch viele nachträgliche Manipulationen am Bild noch möglich sind, zum Beispiel die Auflösung neu berechnen zu lassen.
Das Farbmanagement, einmal eingerichtet, macht keine Probleme, die Vorschau der Bilder samt Randeinstellungen ist so selbstverständlich gut und genau, wie ich dies von den Vorgängerversionen bereits kenne. Daran hat sich erfreulicherweise nichts geändert.
Das in der Druckfunktion verschiedenste Arten des Rendering vorhanden sind ist für Einsteiger geradezu erschlagend, kann aber bedeuten die optimalen Einstellungen für den Druckertreiber und das Bildformat selbst zu ermitteln, falls man sich da hineinarbeiten möchte. Sonst geht es natürlich auch mit den einfachen Vorgaben, die keine Schwächen zeigen..

Was mir dagegen überhaupt nicht an 3.0 gefällt ist der Verzicht auf die gewohnten Icons bei der Bildbearbeitung. Statt dessen gibt es zum Aufruf der Funktionen nur Texte. Nachtrag: Das geht schon, habe ich jedoch erst nach diesem Beitrag entdeckt. Gerade in den ersten Wochen, wenn man in der Liste der Funktionen nach dem Reparaturpinsel sucht, die Randfunktion und anderes noch nicht auf Anhieb findet, liest man auf schwarzen Grund kleine weiße Texte, die von der Optik alle sehr ähnlich aussehen. 2. Nachtrag: Aber wie oben angeführt, das ist ein Problem der Umstellung, was bei den vielen Möglichkeiten eine eigene Arbeitsoberfläche zu gestalten eine Zeit der Einarbeitung braucht. Das allerdings die individuelle Arbeitsoberfläche nicht bereits beim Start des Programms erscheint sondern nachträglich ausgerufen werden muss, das ist lästig.
Und das ist ein weiterer Kritikpunkt am Programm: Die Oberfläche ist in modischen Schnick-Schnack-Schwarz gehalten, was viel Käufer wohl für PRO-Was-auch-immer halten mögen. Leider kann man die Oberfläche nicht vollständig auf ein mittleres Grau umstellen. Das geht nur mit dem Bildhintergrund, der dann allerdings schnell verdeckt ist. So erhalten Farben und Grauwerte einen falschen, die Kontraste steigernden Eindruck, was nur für Fernseher brauchbar ist.
Ich weiß, andere Anbieter machen das auch und gerne und viele Anwender mögen diese Darstellung. Nur, für eine echte Beurteilung am kalibrierten Monitor, ein professionelles Arbeiten mit schwierigen, kritischen Grau- und Farbwerten ist damit nicht möglich, also immer dann, wenn es bei der Bearbeitung auf feinste Nuancen ankommt, die man später auch noch ausdrucken möchte.
Was mir ebenso wenig an den alten wie der derzeitigen Version gefällt, dass die neuen Bildformate von Kameras durch den Besuch der Website herunter geladen werden müssen - und, habe ich die schon, oder werde ich das bemerken, wenn ein neues Kameramodell oder fremde RAW-Dateien bei mir ankommen? Etwas mehr Update-Automatik, die den aktuellen Status überprüft, wäre ganz nett. Und wenn ich das schon anspreche, meine RAW-Daten von einer alten Olympus SP aus dem Jahr 2006 - die werden nicht geöffnet. (Allerdings, bei alten RAW-Formaten bekleckern sich viele Programme nicht mit Ruhm.)
Das es an der Qualität der RAW-Verarbeitung nun wirklich gar nichts zu beklagen gibt, muss man wohl kaum noch extra erwähnen. Da ist das Programm auf der Höhe der Konkurrenz, was auch erklärt, weshalb es so beliebt war und ist.

Ansonsten, schon das man weniger als die Hälfte jenes Preises zahlt, den man bei “Lightroom” oder bei “CaptureOne DB” auf den Tisch legt, macht “ACDSee Pro” schnell bezahlt. Und das es zukunftsoffen ist, das heißt die Datenbestände problemlos woanders hin mitgenommen werden könnten, macht die Entscheidung für die Software von “ACD Systems Inc.” leicht.
Ich weiß, gerade im Internet hat Vernunft nur selten Strahlkraft. Vernunft scheint vielen so faszinierend zu sein wie ein alter Kleinwagen, aber die Software funktioniert, um im Bild zu bleiben, zuverlässig über Stock und Stein und ohne Werkstatt, sonst wäre mit der 30-Tage-Testversion für mich Schluss gewesen. Aber nun, regelmäßig die automatische Datensicherung nutzen und abwarten.
Was auch kommt, ich bin an das Programm und dessen Zukunft nicht gebunden.

Sollte es jemals eine Linux-Version geben, dann wären auf einen Schlag hunderttausende von Anwendern neu gewonnen. - Darüber sollten die Leute im kanadischen Stammhaus in Victoria mal nachdenken.

(c) 2010 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Monitor, Testbild und vorhersehbare Ausdrucke

April 19th, 2010

Mich erreichte eine E-Mail mit der allgemeinen Empfehlung auf das Testbild eines Druckdienstleisters für den Amateurbereich.
Darauf habe ich mit dem folgen Text reagiert:

“Das mit dem Testbild der “xxx” bezieht sich ausschließlich auf die Einstellungen der dort zu bestellenden Ausdrucke und ist keineswegs besser als das allgemein bekannte von Fuji, das erheblich genauer ist für die allgemeine Norm bei Ausdrucken, das ist der Farbraum “sRGB” steht.
Da alle älteren Testbilder keine präzisen Informationen über Farbabweichungen bieten, habe ich vor zwei Jahren ein eigenes erarbeitet und auf meine Seite gestellt. (Ich habe, so glaube ich, 11 Testbilder gesammelt und mir über deren Stärken und Schwächen einen Eindruck verschafft, das beste, aber für Hobbyisten weniger interessant, wird von “basiccolor” geboten für AdobeRGB, das die üblichen Geräte gar nicht darstelen können.)
Allerdings zeigt sich bei meinem Testbild wie schwierig und wie viel Zeit und Geduld es braucht die drei Farben, die alle unterschiedlich auf die Einstellungen von Helligkeit und Kontrast reagieren, um diese zu einem stimmigen Gesamteindruck zu bringen - wegen der unterschiediedlichen Gradationskurven von Rot-Grün gegenüber Blau. Mit den simplen Testbildern scheint alles viel leichter zu sein, da die Einstellfehler in diesen nicht sichtbar werden. - Man ist es angesichts des Mythos “digital=hundertprozentig korrekt” nicht mehr gewohnt mit Kompromissen zufrieden zu sein.
Dabei ist selbst ein eingemessener, kalibrierter Monitor nur eine Annäherung an eine Norm.

Viel wichtiger ist es die Gradationskurve von 2,2 zu erreichen, da dies für JPEG-Bilder und den Ausdruck bei Druckdienstleistern üblich ist. Und das geht gar nicht wenn ein LCD-Monitor auf die maximale Helligkeit eingestellt ist. Dann ist kaum mehr als 1,8 möglich.

Jeglicher Versuch eine allgemein gültige Einstellung zu erreichen wird allerdings hinfällig, wenn man bei wechselnden Beleuchtungen mit verschienem Tageslicht oder gar auf Kunstlicht wechselt. Dann wird jede Farbe anders wahrgenommen.
Doch es ist immer noch das Auge das darüber entscheidet, ob uns die Anmutung eines Bildes gefällt, sonst bräuchte man eine Bildbearbeitung gar nicht zu nutzen.”

“Der Text hat einige leichte Korrekturen erhalten.)

Nachtrag: Das Testbild ist zwar auch jenes von Fuji, allerdings muss man dazu auch den Ausdruck anfordern, und ab da wird’’s merkwürdig. Denn ich erhielt bei einer Testbestellung ein deutlich grünliches Bild zurück. Das ist eine besondere Art von Kundenbindung. Ohne dieses Labor wird man dann immer unzufrieden sein, denn grüngefärbte Abweichungen sind in jedem Bild auffällig unschön.

Ich kann gut verstehen das man nach korrekten Einstellungen strebt, schon um bei der Bestellung nicht das gefühl zu haben das letztlich ein ganz anderes Bild zurück kommt, als man sich vorgestellt hat.
Es ist allerdings immer noch das Beste immer beim gleichen Anbieter seine Ausdrucke zu bestellen weil man sich darauf schon bei der Bearbeitung einstellen kann.
Und obwohl ich das eigentlich nicht mache, verstehe ich die ärgerliche Situation, wenn man nicht einmal beim Dinestleister wegen seinen Aufnahmen Nachfragen kann. Deshalb hier ausnahmweise eine Empfehlung für ein kostengünstiges Labor - professionelle Druckdiensleister haben ihren Kundenkreis - das unter anderem auf der Grundlage des Testbildes von Fuji arbeiten. (Das kann man dort herunter laden.) Mein Empfehlung und ohne dasd ich darüber mit dem Anbieter gesprochen habe und keinesweg wie sonst im Internet üblich für den gesetzten Link Geld oder eine Gegenleistung erhalte das Labor: fotokabinett in Dresden

(c) 2010 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

„Sicher sichern“ und vielleicht doch endgültig weg?

April 2nd, 2010

Sicher vor dem Zahn der Zeit waren sie noch nie, die alten Fotos, Filme und selbst jene Bilddaten von vor 5 Jahren.
Fotos werden durch wiederholtes Anfassen, Licht und das Herumreichen beschädigt, Filme können von Pilzen befallen werden oder enthalten hübsch unsichtbar die zerstörerischen Reste von Laborchemie.
Und bei Bilddaten? Nun ja, dazu wird uns derweil in jeder Computer-Zeitschrift immer auf ein neues Beängstigendes mitgeteilt, scheinen diese doch dermaßen gefährdet das ein “Hauch” genüge und sie entschwinden im Nirwana des Datenuniversums endgültig – Doch so ganz einfach ist das natürlich nicht, da sich vieles vorher ankündigt. (Hätte ich das schon in 1995 gewusst, wäre mir einiges erspart geblieben, allerdings waren die S.M.A.R.T. Analyse von Laufwerken doch nicht selbstverständlich.)

Einerseits versichern uns die Hersteller wie sicher ihre Speichermedien sind - ohne jede Garantie - und andererseits gibt es heute eine schier unüberschaubare Zahl an Software zur Daten-Backup-Sicherung und spezielle Festplatten-Lösungen.
Alles sei ganz einfach anzuwenden und verwahre dauerhaft und sicher, was uns lieb und teuer sein solle, das nötige ” Kleingeld ” voraus gesetzt.
Welchen Versprechen kann man trauen? Die Erfahrung mit der digitalen Welt sagt uns jeden Tag, das jede digitale Technik immer nur den Stand des aktuellen Irrtums präsentiert.

Mich erreichte die Wirklichkeit zu Beginn dieses Monats.
Nachdem ich eine Bilddatei bearbeitet hatte, diese abspeicherte um im Anschluss noch einmal darauf zu blicken, da war die Datei nicht zu lesen - ?
O ha, im Betriebssystem gibt es eine Software die den Zustand einer Festplatte untersuchen kann. Ich habe noch ein sehr viel schnelleres (kostenloses) Programm aus Japan namens „CrystalDiskInfo“.
Das Resultat der Überprüfung war niederschmetternd: einige schwebende Sektoren, was auf einen vorhersehbaren Totalausfall hinweist.
Sehr praktisch für den Hersteller der Festplatte, die mal ein “Testsieger” war: zwei Jahre und drei Monate hielt das Laufwerk durch – nach zwei Jahren endete die Garantie.
Ein anderer Hersteller bietet drei Jahre Garantie, dessen Laufwerke ich derweil auch bevorzuge, obwohl diese Marke keinen der üblichen „Sieger“ anbietet, solches im Fall der Fälle auch keine Hilfe wäre.

Nun nutze ich keineswegs ein RAID-System, also den Verbund mehrerer Festplatten, um wichtige Dateien zu sichern, und man mag es für übertrieben halten, ich nenne es Vorsicht.
Trotz einer speziellen Kurzschluss-Feinsicherung in der Strom führenden Verkabelung und einem schwingungsdämpenden Stand, traue ich dem dauerhaften Betrieb von Festplatten nicht (mehr), da die Technik jeden Tag mehr als 14 Stunden laufen muss.

Auch wenn es ein langsames und umständliches Verfahren ist, schon da derzeit nur USB2 existiert, liegen meine wichtigen Daten auf einer externen Festplatte, die gelegentlich angeschlossen wird. Der Nachteil eines solchen Handelns: jedes Backup dauert viele, viele Stunden.
Nun, eines der von mir genutzten Programme zur Bildbearbeitung ist zugleich meine Bilddaten-Verwaltung (ACDSee Pro). Es wäre also ein leichtes mithilfe dieser Software zur Sicherung zu nutzen, mit der integrierten Backup-Verwaltung.
Aber, dann wäre ich dauerhaft von diesem Anbieter abhängig. Und das nehme ich nicht hin.
Welche Sofftware von welchem Anbieter werde ich in zehn Jahren bevorzugen? (Meine Layout- und meine Bildbearbeitung in 1994 war von einem längst vergessener Hersteller namens “DigitalArt” - Angesichts einiger heutiger Programme möchte ich sagen: leider war und ist Marktstärke kein Indiz für gute Software.)

Für mich bot dieser Monat den Anlass über meine Bildverwaltung grundsätzlich nachzudenken. Was hat sich bewährt, was ist überflüssig oder umständlich? Allzu viele Kategorien zu vergeben ist fr mich hemmemd, schon da bei der Pflege der einzelnen Bilder die Auswahl nur grüßer aber keineswegs sinnvoller wird, während Schlagworte durchaus nicht genug vergeben werden können, was allerdings bei der Eingabe viel Zeit kostet. Und letztlich sucht man doch mit dem Kopf, was heißt, man hat eine Vorstellung davon das da oder dort doch noch etwas war…
So ordnete ich alle meine Bilddaten nach einem neuen System, das den derzeitigen Erfahrungen entsprich, was heißen kann in fünf Jahren wiederum vieles anders zu machen.

Mit dem Anlegen einer neuen Datenbank sind die bereits verwendeten Schlagworte und Kategorien üblicherweise einfach weg, schon da die alten Strukturen verworfen werden – Doch muss man sich das heute noch antun?
Nein. Aber eine zukunftsafähige Datenbank aufzubauen kostet wohl immer einige Tage an Arbeitszeit.
Was wäre wenn alle Schlagworte und Kategorien, Copyright-Vermerke und Bildnamen und die Notizen unabhängig von einer neuen Struktur bleiben könnten?

Unter anderem deshalb nutze ich die Bildbearbeitung dieses kannadischen Anbieters, mit der zugleich meine Bilddaten verwaltet werden - grundsätzlich ließen sich alle Arten von Medien verwalten.
Komplexe Scripte schreiben ist nicht notwendig, um den Import oder eine Restaurierung zu erstellen, wie dies für eine benutzerfreundliche Medienverwaltungen selbstverständlich heute ist. (Es mag andere Software geben die ich nicht nutze und daher nicht kenne.)
Alle Informationen lassen sich direkt in die Bilder schreiben, zusätzlich zur bestehenden Datenverwaltung und ohne das die Bilddaten verändert werden.
- Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: für Windows nutze ich drei Festplatten, zwei interne und eine externe, für MacOS steht eine weitere externe Terrabyte-Platte zur Verfügung.

Nachdem ich die defekte Festplatte ausgetauscht hatte, darauf eine neue Ordner-Struktur erstellte, wurden die extern gesicherten Bilddaten wieder aufgespielt mit den Bilddaten, den dazu gehörenden XMP-Dateien und jenen “Sidicar”, für Datenformate die XMP nicht unterstützen. (Man darf diese Dateien nicht von den Bilddaten trennen. Daher liegen alle im selben Ordner.)
Allerdings, es musste eine neue Datenbank in meiner Software eingerichtet werden. Wegen des Umfangs wurden über nacht die Bilddaten eingelesen. Da alle bisher geschriebenen Informationen (Schlagworte, Kategorien, IPTC-Daten und Notizen) in die Bilder eingebettet mittels XMP und Sidecar vorliegen, brauche ich nur ein einzelnes Bild anzuklicken und die integrierten Daten erscheinen in der Datenbank - Mit den eingebetteten Bilddaten ist nichts verloren, selbst wenn eine bestehenden Medien-Datenbank sich als Totalausfall erweisen sollte.
Der einzige Aufwand besteht darin die Schlagworte und Kategorien “offiziell” zu machen. Danach kennt die neue Datenbank meine alten Suchbegriffe und die anhägenden Info-Texte sind auch lesbar. Möchte ich bestimmte Schlagworte und Kategorien nicht mehr in die neue Datenbank einfügen, werden die gesuchten Bilder trotz dessen gefunden, was allerdings eine nur geringfügig längere Suche bedeutet. (Für 10.000 Bilddaten braucht die Suche etwa 25 Sekunden.)

Als in der letzten Woche mir jemand einen noch vor einem Jahr recht teuren, weil großen USB-Stick zeigte, auf dem keine Bilddaten mehr zu lesen sind, war ich über meinen Aufwand zur Datensicherung doch sehr erleichtert.
Alles auf dem Stick war weg, was doch angeblich laut Hersteller auf Jahrzehnte sicher bewahrt sein sollte – weil keine beweglichen Teile usw.

Nun, man weiß das die Kontakte von Speicherkarten eine Schwachstelle darstellen, in die kleinen Öffnungen von CF-Karten kann Schmutz eindringen und offene Kontakte, wie bei den SD-Karten kann trotz einer Vergoldung der Kontakte keine sichere Verbindung gewährleisten sein, wenn man öfter darauf fasst. (Abgesehne davon ist es wohl allen bekannt das integrierte Buuteile nie ewig halten.)
Das die üblichen CDs über 5 Jahre hinweg keine Sicherheit bieten, diese Erkenntnis hat alle erreicht. Aber man erinnere sich der vollmundigen Versprechen von Anbietern und jener früheren Presebreichte, die schon damals für andereres nichts tauglich sind, als den Umsatz zu sichern.

Und so bleibt die Einsicht: Daten lassen sich dauerhaft nur erhalten, wenn man von der Software und der Hardware unabhängig bleibt und alles wichtige regelmäßig neu sichert.

(c) 2010 Adrian Ahlhaus. Aller Rechte beim Autor.