Überarbeitet: Fotos bearbeiten mit Programmen von Adobe, Corel, ACD Systems, Lasersoft, Bibble Labs, Microsoft oder anderen?

März 1st, 2010

Gänzlich anders als noch zu den Zeiten der vielen Hersteller von Filmen gibt es nur wenige Hersteller von bildgebenden Bildsensoren. Die technische Qualität wird deutlich von der verwendeten Optik und der Software vorgegeben. Es sind entscheidende Voraussetzungen für jede Aufgabe.
Die richtige Bedienung der Hardware ist die andere Seite für die technsiche Qualität, allerdings bestimmt nicht nebensächlich.
Bis zu einem gewissen Grad kann jeder von den einschlägigen Testbericht ausführlich sich in den Grenzen der Testprotokolle informieren lassen, welche optisch Leistungen am Markt zu erhalten sind.

Mit der Software ist das eine ganz andere Sache.
Einerseits sind da die bekannten Produkte der namhafte Hersteller und andererseits ist das fachliche Verständnis für die richtige Handhabung von Software sehr unterschiedlich.
Natürlich, alle wollen nur das Beste haben und wenn möglich kostenlos. Und ebenso selbstverständlich soll alles ganz ganz einfach funktionieren. Es bedeutet, die Hersteller von Software sollen den Wünschen fast aller Konsumenten so weit entgegenkommen, dass diese ihre eigene Vorstellung wie ein Produkt zu funktionieren habe wiederfinden können.
Wäre dem so, hätten wir die Situation, dass die Software zur Bildbearbeitung einander so weit gleichen würde, wie dies bereits bei der Bedienung von kleinen digitale Kameras üblich ist. Oder, um es plakativ zu formulieren: nicht der Kauf einer neuen Kamera führt zu besseren Bildern, sondern, wenn man schon etwas kaufen möchte, dann ist es die bessere Software. - Aber, was heißt “besser”?

Die Wahl der richtigen Software entscheided darüber wie viel Freude und mit welcher Qualität Fotos auf das Papier gebracht werden, oder auf einem Bildschirm sichtbar sind.
Grundsätzlich ist die Wahl recht einfach.
Auf der einen Seite hat eine Software die Bilddaten möglichst optimal einzulesen, auf der anderen Seite die bearbeiteten Bilder so gut als möglich auszugeben.
Und auch bei der Bedienung kann man einen recht einfachen Maßstab anlegen: je mehr Tutorials am Markt existieren, desto nötiger hat eine Software dies, um die vielen Fragen zu beantworten, was eben nicht für eine einfach zu erlenende Bedienung spricht. (Das ist jedoch keneswegs nachteilig, sondern bedeutet das Zugeständnis der Käufer an den einzuplanenden Lernaufwand.)
Eine als überkomplex empfundene Bedienung ist nun keineswegs die “Schuld” eines Anbieters, sondern zuerst einmal das übergroße Anspruchsdenken vieler Kunden, die den Mund nicht voll genug bekommen können, die das vorgeblich Beste und Größte haben wollen, obwohl sich jede Software erst dann als gute Wahl herausstellen kann, wenn man in der Lage ist alle geboteten Möglichkeiten zu überblicken, duese versteht und anzuwenden weiß.
Leider scheitern viele Anwender mit ihrer Software schon durch das eingeschränkte Vorverständnis für die Produkte und kaufen Bücher und abonnieren im Internet Tutorials. Trotzdem, sie bleiben ewig nur Anfänger. Geld ausgeben ist kein Ersatz für Lernen und Üben. - Aber immerhin, die angebliche Formel 1 der Software, die steht im Schrank, zusammen mit dicken “Handbüchern”.

Eingabe und Ausgabe, darum geht es beim grundsätzlichen Nutzen jeder Software.
Auf der einen Seite sind die Bilddaten. Das Einlesen von Fotos hat die gebotenen Funktionen der Kamera zu unterstützen, das heißt, alle eingebetteten Informationen sollten gelesen werden. Damit haben heutige Programme weniger Schwierigkeiten, ausgeommen die noch neue Funktionen der GPS-Daten. (Was ich persönlich nicht immer für eine sinnvolle Funktion halte.)
Vor dem Kauf muss man unbedingt einen Blick auf die Liste der unterstützten Bildformate und Kameras werfen, gerade angesichts jener vielen Informationen, die den Bilddaten zur Verarbeitung von Abbildungsfehlern seit etwa einem Jahr zunehmend beigegeben sind. - Ob man diese nun automatisch, es bedeutet ohne eigene Kontrolle beheben lassen sollte oder nicht, dazu gibt es viele Ansichten. Und alle Meinungen haben ihre Berechtigung.

Zur Eingabefunktion jeder Bildbearbeitung gehören aber auch die Farbräume, ihre Umsetzung in den Arbeisfarbraum der Software, was schon nicht mehr so einfach zu verstehen ist. Und es ist auch nicht immer nötig ein Produkt zu kaufen das “alles” kann. Immer dann wenn zwischen Kamera und Ausdruck keine anderen Geräte auftauchen, der Workflow übersichtlich bleibt, kann eine falsche Einstellung des Farbraums zu sehr unübersichtlichen und fehlerträchtigen Ausdrucken mit eingeschränkten Farben führen. (Für Hobbyisten kann dies eine unüberwindliche Hürde werden.)

Auf der anderen Seite steht die Ausgabe von Bilddaten, ob zur weiteren Bearbeitung oder einem Ausdruck. Und gerade dabei werden die Unterschiede an den Programmen deutlich unübersichtlich, sowohl bei der Bedienung als auch bei der technischen Qualität. “Unübersichtlich” ist allerdings ein beschönigendes Wort für Leistungen und Ansprüche.

Im einzelnen:
Viele Programme arbeiten in einem eigenen Farbraum, der auf den üblichen Bildschirmen nicht korrekt wiedergeben werden kann, denn gerade die preiswerten Monitore kommen über den kleinsten Farbraum “sRGB” nicht hinaus. Solches ist immer dann kein ernsthaftes Problem, wenn ohne weitreichende Bearbeitungsschritte von der Kamera für das Internet, den häuslichen Fernseher oder den heimischen Drucker produziert wird, da dabei der Farbraum nicht gewechselt wird. (Dies meint zuerst einmal nicht die Einstellungen von Helligkeit, Kontrast oder Farbwiedergabe der Geräte.)

Doch schon wer in einer Bildbearbeitung viele Schritte durchführt, insbesondere mit Gradationskurven arbeitet, sollte mit eingeschaltetem Farbmanagement an die Arbeit gehen, damit nicht nur die Umrechnung von üblichen größeren Farbräumen in sRGB gelingt; zweitens die Darstellung auf dem Monitor das spätere Ergebnis emuliert, also weitgehend zu einer ähnlichen Darstellung führt. Und außerdem, sollte der Monitor einen größeren Farbraum nicht darstellen können ist es trotz dessen nützlich darin zu arbeiten, um nicht zu viele und unsichtbare Details zu verlieren, schon da eine genauere Umrechnung erfolgen kann, somit wegen der Quantisierung viele Bilddaten nicht verloren gehen.

Und darin trennen sich die Programme.
Während die hochwertigen Programme von Adobe mit “Photoshop CS” und “Lightroom” in viele Farbräume konvertieren können bis in 16 bit Farbtiefe, dies auch von Programmen des deutschen Anbieters Lasersoft mit “Silverfast Ai, DC und HDR” geboten wird, sind beispielsweise die Einstellungen beim ansonsten von mir geschätzten Programm “ACDSee 3″ zwar vorhanden, funktionieren jedoch nicht alle korrekt. Solch eine Einschränkung macht es schlichtweg unmöglich für die Ausgabe auf Druckmaschinen oder die Übergabe von Bilddaten an Grafiker zu arbeiten.
Überraschend ist das so preiswerte Programm von Corel “Paint Shop Pro Photo X2″ aus Kanada, das von mir in der Version 12.01 verwendet wird. Der interne Farbraum ist zwar auf “AdobeRGB” beschränkt und das Programm stürzt ab sobald versucht wird daran Veränderungen vorzunehmen, doch die emulierten Ergebnisse sind durch alle Farbräume, zum Beispiel die Darstellung von “eci-RGB v2″ mit einer Simulation der Bilddaten am Monitor von Papier des Typs “euroscale coated v2″ möglich. Das das Programm selbst viele i Bilder eingefügte, ungebräuchliche Farbprofile von selbst erkennt und richtig zu konvertieren scheint (ich kann das nicht alles überprüfen) ist schon erstaunlich, wenn man den Verkaufspreis von deutlich unter 100 Euro in Internetshops bedenkt.
Während Photoshop in früheren Version deutlich komplexere und wenig verständliche Funktionen zu Ausgabe bereit stellte, hat sich nun vieles zum Besseren verändert. Man muss nur wissen was da richtig einzustellen.
Bei “Silverfast” werden selbst in den großen Versionen höchst einfache, aber wirkungsvolle Automatiken angeboten, die den Ruf des Kieler Hauses Lasersoft unterstreichen, sehr zuverlässig auch Einsteigern zu technisch anspruchsvollen Farben verhelfen können, sofern man die Programme bündelt - allerdings zu Verkaufspreisen die Photoshop CS zum Schnäppchen machen. Davon ausgenommen ist “DC VLT” für unter 100 Euro, das den meisten Anwendern zum Konvertieren von Bilddaten aus RAW ausrechen wird, jedoch allein keine vollständige Bildbearbeitung darstellt.
Die Ausgabe mit Corels “Pro Photo” ist abgesehen von der Konvertierung der Farbräume eher bescheiden, umständlich und auf den Ausdruck mit Tintenstrahldruckern abgestimmt. (Für die spezielle berufliche Anwendund gibt es die Ausgabe von Bildern in einer Farbseparation. Aber wer braucht so etwas oder das riesige Angebot an Funktionen in “Corel Draw”?)
“Bibble 5″, in Deutschland im Vertrieb des altbekannten, renommierten Hauses “Application System” in Heidelberg ist in dieser Funktion schon sehr umfangreich und hat zurecht seine Anhänger. Schwachstellen sind wohl noch die Möglichkeiten der Druckausgabe - allerdings kann dies auch an meiner falschen Einschätzung leigen, da ich “Bibble 5″ eher mit den bildbearbeitenden Funktionen erprobt habe. Ungewöhnliche Farbräume und die “exotische” Druckausgeb sind wohl nicht die Zielgruppe.)
Zu meinen Crossprodukten mit der excellenten Wiedergabe von Farbräumen gehört “Expression” von Microsoft, das mit seinen 5 Programmen, inkl. SketchFlow, für die mediale Welt keine Wünsche offen lässt, dem konservativen Workflow von der Kamera zum Druck jedoch keine neuen Qualitäten eröffnet.

Um auf der Suche nach dem geigneten Programm den Beitrag zusammen zu fassen:
Für viele Anwender am häusliche Bildschirm sind überschaubare, leicht beherrschbare Programme mit einer hochwertigen internen Bildbearbeitung der bessere Weg zu gelungenen Bildern. Da bleiben dann nur das “kleine” Photoshop namens “Photoshop Elements” und “Paint Shop Pro Photo X2″ übrig, sofern eine umfassende Bildbearbeitung im Vordergrund steht. “Lightroom” von Adobe und “CaptureOne Pro” von Phase One sind eine eigene Liga für RAW-Fotos und die Pflege eines Bildbestanden. Besonders Stärken sehe ich bei CaptureOne bei der Bewahrung von lichten Tonwerten, bei LIghtroom die (mittlerweile) sehr ausgewogene Qualität in allen Funktionen. Für Einsteiger: Das kleine “CaptureOne” sowie auch “Silverfast VLT” sind einen Blick wert, da beim Kauf von kleinen Kameras die beiliegenden Programme üblicherweise verbesserungswürdig sind. - Am schnellsten kommt man mit den automatischen Funktionen von “VLT” zum besseren Ziel, falls die Kamera unterstützt wird, worüber ein Blick auf die Homepoage auskunft gibt; zusätzlich lässt sich im Stammhaus in Kiel innerhalb enes Tages die Software für jede Kamera anpassen.
Und um kein Frage aufkommen zu lassen: Ich selbst bin mit ACDSee für die schnelle Beabreitung einfacher Aufnahmen sehr zufrieden, allerdings erst mit der aktuellen Version 3. Vorab gefiel mit die für Architekturaufnahmen einmalige Funktion der Perspektivkorrektur mit der Festlegung des perspektivischen Zentrums - allerings braucht man dafür dreidimensionales Vorstellunsgvermögen und einiges an Übung.
“Silverfast DC” von Lasersoft, besonders in den Versionen “Studio” oder “Kalibration” bieten zusammen mit “Ai” und “HDR” den alleingen Höhepunkt bei der Bearbeitung und Ausgabe von Bilddaten, sofern die Qualität von Eingabe und Ausgabe als alleiniger Maßstab zählt. - Darin sind sich weltweit agierende Verlage und Redaktionen einig. (Mein Hinweis auf die Programmen von Lasersoft treibt immer wieder Schaum in die Mundwinkel jener, die so angestrengt und bestrebt sind “professionelle” Software erworben zu haben, schon um “ernst” genommen zu werden. “Professionell” ist jedoch alles, womit sich Geld verdienen lässt.)

(c) 2010. Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Von der Bedeutung eines Fotos - Anmerkungen zur Präsentation

Februar 3rd, 2010

Dass wir Menschen ” Augenmenschen ” sind bedeutet, Menschen begreifen ihre Umwelt im wesentlichen schon dadurch wie diese Gesehen wird, ohne zu tasten oder zu riechen, Geräusche zu hören oder darüber zu lesen. (Viele Tiere gebrauchen zusätzlich zu ihren Augen den Geruchs- und-oder den Tastsinn.)
Die Bedeutsamkeit des Sehens wird in jedem Kinosaal deutlich.
Fast die gesamte Aufmerksamkeit gilt dem gesehenen Bild. Dass wir Menschen uns wie Augenzeugen fühlen wird an den Emotionen deutlich, mit denen selbst das abstrusesten Geschehen noch begleitet wird. Erst im Nachhinein fällt es uns leichter Distanz zu gewinnen, was aber nicht allen Menschen gelegen. Gerade in mit Gewalt gespickten Kinogeschichten erfahren wir heftige Emotionen, trotz einer Kulisse aus dunklem Raum, stillem, engen Sitzen und dem Wissen um jene Nachbarn die geräuschvoll am Popcorn schmatzen.

Als Menschen einer Medienwelt erscheint es uns naiv, was H.W. Fox Talbot zu Beginn der Photographie in der Einleitung seines Buches ” The Pencil of Nature ” für wesentlich hielt, dass die abgebildeten Fotos allein durch das Licht entstanden seien, wie er es ausdrückte ” der Hand der Natur ” entsprächen.
Nicht nur ist uns sehr wohl bewusst das jedes Foto der Ausschnitt einer größeren Umwelt ist, eine Entstehungsgeschichte hat, einem Prozess der Verarbeitung unterworfen sein muss, jede Präsentation zumeist einer bewusste Absicht folgt, wir sind uns sehr wohl bewusst wie weit entfernt jedes Foto von der Natur bleibt.
Diese unvollständige Aufzählung macht deutlich weshalb wir als Menschen unserer Zeit sehr viel Wert darauf legen zu wissen, wer ein Foto gemacht hat und mit welcher Technik. Aber, obwohl wir alle der Beschränkungen und Einflüsse deutlich bewusst sind, gerade in den Zeiten einer digitalen Technik immer wieder darauf hingewiesen werden, schon wegen der vielen Möglichkeiten kaum noch nachvollziehbarer Manipulation am Bild als naive Betrachter erreichbar sind, obliegen alle Menschen nicht zu selten gerne der Täuschung. - Werbung oder Kino, wir mögen, nein, wir alle lieben jene Impulse die uns nur ein Bild liefern kann.
Selbst die Frage, ob Bilder täuschen - sind die Aufnahmen von Menschen auf dem Mond echt? - ist noch ein großartige Unterhaltung und wert mit viel Lust betrieben zu werden. Es zeigt auf, wie eine Auseinandersetzung über Wirklichkeit mittels des Gesehenen umfassend betrieben wird.

In den Köpfen von Menschen läuft ein Film ab, gleich ob ein einzelnes Bild betrachtet wird oder eine Sequenz, ein Clip. Je mehr Informationen einem einzelnen Bild oder einem Clip beigegeben sind, z.B. durch die Art der Präsentation, nehmen wir hier als Beispiel das Umfeld eines anerkannten, kulturellen Raumes wie dieses von einem Festival angenommen wird, desto bedeutsamer wird jedes Bild. Das Gesehene wird im Umfeld aufgewertet.
Je beiläufiger ein Bild präsentiert wird, je unsicherer ist zu beurteilen, welchen direkten Geldwert es haben kann oder ideell beigemessen werden sollte, insbesondere, wenn zusätzliche Informationen fehlen.
- Man mag darüber lächeln, doch es ist wohl so einfach. Ein Beispiel: wird durch eine Zeitschrift geblättert und die schwarz-weiße Aufnahme einer Berglandschaft entdeckt, gleich ob diese gefällt oder nicht, ohne den bereits bekannten Namen des Fotografen oder der Fotografin lesen zu können, ist die Zeit der Betrachtung sehr wahrscheinlich deutlich kürzer, als wenn Luis Trenker oder Adam Anselm erwähnt werden (Zugegeben, es gibt Zeitgenossen denen diese Namen nichts sagen, was jedoch meiner Ausage nicht widerspricht, man braucht nur Madonna oder sonstigen Namen beifügen, auch wenn diese mit dem Foto nichts zu tun haben.)
Und eben dies ist der Unterschied zu den Anfängen der Fotografie.
Vor 160 Jahren war jedes Foto ein Ereignis. Es bot einen Erlebniswert an sich, schon da es keine Massenware war.

Jene Beiläufigkeit mit der wir heute auf Fotos schauen oder diese gar nicht mehr bewusst wahrnehmen, hat mit der Selbstverständlichkeit zu tun, eben mit dem Erfolg einer Fotografie, die unseren Alltag durchdringt.

Fotos brauchen zusätzliche Anreize, hinzu gegebene Informationen auch ohne Worte, brauchen ein eigenes Umfeld mit der Aufmerksamkeit erzeugt wird, womit um den Wert einer längeren Betrachtung geworben wird. - Fotos brauchen die Präsentation.
Das hat nichts mit Größe zu tun, obwohl so mancher Zeitgenosse glaubt seine eigenen Fotos allein durch große Formate aufwerten zu können.
Es geht um den Raum der einem Foto gegeben wird. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Auf einem großen Blatt weißen Papiers ein kleineres Foto zu präsentieren, oder mithilfe eines Passepartout von der Umgebung abzusetzen, also sichtbar zu machen das ein Foto seinen ” Platz ” verdient, ein zusätzlicher Aufwand an Arbeit und Material nicht nur eine bewusste Entscheidung eines Lichtbildners oder einer Lichtbildnerin ist, hebt das Werk einer fotografischen Technik hervor.
Ein Foto wird nicht mehr allein dadurch eines Werts erachtet das man es erschafft, sondern welche Konnotation beigefügt wird.

(c) 2010 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Ältere Objektive an digitalen Kameras

Januar 4th, 2010

Seit Jahren kann man hören und lesen das ältere Objektive, jene die noch gerechnet wurden für den Gebrauch mit Filmen ungeeignet seien für digitale Kameras.
Auch ich vertrete im allgemeinen diese Auffassung, denn es ist in zweierlei Hinsicht schon etwas anderes, ob die Lichtbrechung in die Schichten eines Film reicht - eine chromatische Aberration bis zu einem gewissen Bereich sich in der Tiefe des Schichtaufbaus „verstecken“ kann - oder die eine Ebene exakt getroffen werden muss in der die Photodioden eines Bildsensors beieinander liegen. Und dann noch, das es nicht so vielen älteren Objektiven gelingt - besonders nicht den Vario-Objektiven, also jenen mit variabler Brennweite - ihre recht häufig schwachen Leistungen im vollen Format eines Kleinbildes selbst noch an APS-C-Kameras zu verstecken, obwohl der sogenannte „Sweet-Spot“ nur zur Abbildung im kleineren Bildkreis dient. Dem steht nämlich nicht so selten entgegen, dass 12 Megapixel oder mehr von den mittigen Bereichen älterer Objektive nicht selbstverständlich aufgelöst werden können, mit ganz wenigen Ausnahmen.

Der Vorteil zeitgemäßer Konstruktionen zeigen sich schon an der durchweg gut sichtbaren, besseren Schärfeleistung.
Wo eine Aufname mit Kleinbildfilm zumeist als ausreichend gut galt, wenn diese nach heutigen Maßstäben kaum mehr als 5 Megapixel auflöste, werden heutzutage ganz andere Anforderungen gestellt. - Für derzeitige Testanforderungen bedeuten 5 Megapixel eine gerade lachhaft geringe Auflösung, die für die achtziger Jahre aber durchaus ihre Gültigkeit hatte. (An anderer Stelle schrieb ich schon: Hätte es in den neunziger Jahren die allgemein übliche Qualität der Filme von heute gegeben, dann wären digitale Kameras viel seltener anzutreffen. - Nun ja, vor einigen Jahren glaubten Filmhersteller wie Kodak, Agfa, Fuji und Konica wohl daran an der digitalen Technik mit eigenen Kameras selbst gut verdienen zu können.)
Aber bleiben wir beim Thema.

Von den altem Objektive sind so manche in Schränken und Fototaschen übrig geblieben, denn anders als die heutigen mit ihren elektro-mechanischen und elektronischen Komponenten sind diese Altteile vielfach durchaus an digitalen Kamera funktionsfähig, sofern das Bajonett passt. Bestimmte Kamerahersteller lassen keine Werbebotschaft ungenutzt darauf hinzuweisen für wie selbstverständlich sie es halten das man über Jahrzehnte vollständig kompatibel geblieben sei. Was nur die habe Wahrheit ist, da es überall zumindest Einschränkungen bei der Übertragung von Messdaten und Funktionen gibt, was Blendenbetrieb und Autofokus betreffen kann.

Aber sonst? Es wird dann eben von Hand die Blende vorab eingestellt oder am Fokusring gedreht. Immerhin, es gibt den Betrieb digitaler Spiegelreflexe als Zeitautomat.
Wer alte Objektive adaptiert kann sogar auf ein breites Angebot von AF-Adaptern blicken, deren Elektronik ein Signal gibt, dass der von Hand eingestellte Schärfebereich stimme, oder besser: stimmen solle. Das mag jenen helfen die gar nicht mehr in Übung sind die Schärfeeinstellung von Hand und mit Auge durchzuführen, was angesichts fehlender Mikropismen und Schnittbildindikatoren im Sucherbild schon nach neuem Einüben verlangen mag.

Es sei aber auch gesagt, das es über ältere Objektive an digitalen Spiegelreflexen eine ganze Reihe von Testberichten gibt die keinen Zweifel aufkommen lassen, dass die optischen Leistungen mit Eigenschaften behaftet sind, die nur noch in engeren Grenzen nutzbar sein können. Das trifft insbesondere auf die älteren variablen Brennweiten zu.
Recht begehrt sind deshalb heute die hochlichtstarken Festbrennweiten.
Das selbst die jahrzehntealten Vertreter ihrer Art ein schon fast ungewohnt helles Sucherbild bieten, kein Wunder bei Blende 1,4 oder ähnlich, für Aufnahmen im Bereich von Avaible-Light oder jenen mit extrem geringer Schärfentiefe bestens geeignet scheinen, mag man vermuten, trifft aber keineswegs grundsätzlich zu.
Erstens dringen bereits viele digitale Kameras in den Bereich schwachen Lichts vor, weil die ISO-Werte jenseits von 1600 durchaus nichts ungewöhnliches mehr sind, und andererseits erkaufte man die hellen Sucherbilder bei Offenblende mit recht mäßigen optischen Leistungen.
Ach ja, es gibt die eine oder andere Ausnahme, besonders bei den Objektiven von Leica - aber nicht nur bei diesem Hersteller.
Doch lässt sich ohne etwas falsches zu schreiben feststellen: im allgemeinen sind ältere Objektiven erst bei oder jenseits von Blende 5,6 richtig scharf abbildende Linsen.
Und da Schärfe sehr konkret mit Kontrastübertragung in der realen Welt der Photographiezu tun hat, sind ältere Objektive auch noch messbar anfälliger für starke Lichtkontraste jenseits der Testtafeln, zum Beispiel bei annähernd Gegenlicht oder bei Gegenlicht sogar wenig brauchbar.

Doch wenn ich hier Einschränkungen mache, dann möchte ich das präzisieren. Ob ein Objektiv scharf abbildet oder weichzeichnet oder recht anfällig für Gegenlicht ist, ob Bildfeldwölbung oder Verzeichung sichtbar werden, es handelt sich zuerst einmal und wertfrei betrachtet um nicht mehr als optische Eigenschaften.
In wie weit diese störend sind, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Obwohl ich die oben beschriebenen Eigenschaften gerne alle optimal vereint in einer Linsenkonstruktion sehen möchte, gibt es Motiven und Ideen zu Aufnahmen, da sind mir die „Fehler“ alter Linsen lieb und recht - und eigentlich unbezahlbar. (Nicht umsonst gibt es bei Sony eine, wie ich meine alte Tele-Konstruktion aus den Zeiten von Minolta, die mit steuerbarer Defokussierung als verstellbarer Weichzeichner angeboten wird, für die stolze, unverbindliche Preisempfehlung von über 1300 Euro.)

Nun besitze ich bereits eine Optik mit steuerbarer Weichzeichung.
Doch dann geriet mir jüngst ein kleines Ding, ein Pancake in den Blick, das mal von Konica produziert wurde mit den Werten 1,8/40mm, welches mir einen Versuch wert schien, da es neuwertig für läppische 29,90 Euro sich beschaffen ließ.
Zum Verständnis: Jedes Konica-AR-Objektiv lässt sich wegen eines fast identischen Auflagenmaßes leicht für FT umbauen. Das 40mm bietet mit dem Verlängerungsfaktor 2 nun eine Brennweite die für die Portrait-Photographie eine recht gute Perspektive ermöglicht, noch dazu - wie ich vermutete - mit einer Weichzeichnung behaftet, die weder mit einem meiner Filter sich erzeugen lässt noch mit meinem Weichzeichner-Objektiv.
Allerdings verzichte ich dabei auf Springblende oder Blendenautomatik, was mir für Portraits allerdings eher unwichtig ist.
Da bereits mein geliebtes altes Makroobjektiv von mir umgebaut wurde lag es nahe mal auszuprobieren welchen Nutzen die alte Konstruktion von 40mm an FT bieten könne. - Es gibt Umbauanleitungen und sogar fertige Umbausätze für FT im Internet und bei ebay.

Nun, es zeigen sich ungewöhnliche und nützliche Eigenschaften, bei denen es sich zwar allgemeine gesehen um Beschränkungen handelt, zielgerichtet eingesetzt sind diese jedoch unbezahlbar, wenn Portraits oder andere Aufnahmen bereits in ihrer technischen Machart von denen der Konkurrenz unterscheidbar sein können. (Wenn man nun fragt was es damit auf sich hat, dann siehe man dieses Bild an, das mit dem umgebauten Makro 2,8/90mm bei Offenblende entstanden ist. Ab Blende 5,6 ist von diesem Effekt nichts mehr zu sehen und ich fertige damit Reproduktionen, schon da es diese lange Brennweite an Fourthird nicht vom Hersteller gibt.)

Für alle Aufnahmen bei denen es um gute Schärfeleistungen geht sollte man allerdings immer auf erstklassige Objektive setzen. Denn was damals nicht sehr gut war, das ist an digitalen Kameras nur noch mäßig. Das AR 1,8/40mm ist wohl die einzige weniger hochwertige (billigere) Optik von Konica, was hier nicht stört, denn die Bildfehler sind für mich interessant.

Damit man mich nicht missversteht: Der derzeitige Standard der Vergütungen von Glasoberflächen und der Einsatz von asphärischen Linsen bietet gerade für die Leistungen von Vario-Objektiven enorme Vorteil.
Einzig beim Einbau von Linsen mit ungewöhnlicher Dispersion scheinen selbst namhafte Hersteller nachlässig zu sein, denn recht viele fehlerhafte Objektive erreichen die Kunden, und das von billig bei sehr teuer. Linsen mit besonderer Dispersion verlangen beim Zusammenbau nach sehr hoher Präzision und einer Endkontrolle, die derzeit auffällig selten zu sein scheint.
(Wer fehlerhafte Objektive nicht reklamiert sollte in Internetforen sich nicht erdreisten zu behaupten, das dieses oder jenes Objektiv nix tauge. - Es handelt sich schlichtweg um unemanzipiertes Käuferverhalten.)

Schlechte Objektive versprechen Möglichkeiten, denen sie im Vergleich mit der Konkurrenz nicht hinreichend gerecht werden. Gute Objektive sind all jene, die die in sie besetzten Ansprüche erfüllen. Das alles hat nichts mit Geld oder Marke oder Alter zu tun.
Alte Objektive haben üblicherweise Bildfehler, Einschränkungen für den praktischen Nutzen, die heute nur noch selten akzeptiert werden. Sie sind somit eine Art von wohl bedachtem Luxus, den man nicht überallhin mitschleppen muss. Man braucht diese Linsen nicht zu haben. Doch bei speziellen Anforderungen erfüllen sie ihren Zweck. - Und für mehr ist kein Objektiv konstruiert.

© 2009 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Alte Objektive besser als neue?

Dezember 27th, 2009

So etwas konnte ich im Internet lesen – wie auch viele andere – das neue Konstruktionen schon nach wenigen Jahren wegen der minderwertigen Fassungen keineswegs die Leistung der ersten Tage bringen. Von einer Alterung innerhalb weniger Jahre, gemeint sind bei täglichem Gebrauch nur 2 bis 3 Jahre, dann haben wir es mit verschlissenen Fassungen zu tun, was heißt, die Präzision der Konstruktionen sei verloren gegangen.
Solches wird vor allem die beruflichen Anwender interessieren, falkls dies enichtz schon selbst damit zu tun hatten.
Üblich sind wohl 2 Jahre Gewährleistung ab dem Kaufdatum und viel länger mag ein Vario-Objektiv mit seinen komplexes Verstellwegen in den Fassungen aus Kunstoffen wohl kaum die Toleranzen von hunderstel Millimetern einhalten, obwohl, das möchte ich dem entgegen halten, die elektronische Verstellung des Fokus, in gewissem Umfang, dem positiv kompensierend entgegen wirken kann – was jedoch am grundsätzlichen Problem des Verschleiß nichts ändert.
Zumindest wäre das mal ein Testbericht der viel Aufsehen erzeugend würde, gibt es doch eine schier unbegrenzte Anzahl älterer Objektive am Gebrauchtmarkt und in den Fototaschen, die als kunstoffgefasste Linsensysteme daher kommen. (Schon bald wird es in den Redaktionen einen Wettlauf geben wer als erstes dieses Problem öffentlich gemacht haben will. Mir fiel es auf weil zunehmend defekte Objektive bei ebay auftauchen, ich zuvor eine Bemerkung dazu im Internet las. Doch wo, das ist mir leider entfallen – der Fluch der vielen Internetadressen und Autoren.)

Jedoch stellt sich zuerst die Frage was mit „alt“ gemeint ist.
Sicherlich sind jene Optiken damit gemeint, die noch aus den Zeiten der analogen Fototechnik stammen, zum Beispiel die vielen 35-85 oder 70-210 mm Brennweiten für Spiegelreflexkameras, die allein wegen ihres heutigen Bildwinkels für APS-C Kameras als wenig attraktiv gelten können, doch so viele mögen es nicht sein, schon da die Elektronik stark zugenommen hat. (Aber so seltenbegehrt sind alte Optiken auch wieder nicht, wie der Gebrauchtmarkt zeigt.)
Der Entwicklung kann man begegnen und ihr entgegen halten, dass neue Objektive mit ihren als praxisnah empfundenen Brennweiten, zum Beispiel den 18-55 mm Brennweiten, eigentlich nur einer Mode unterliegen.
Noch vor wenigen Jahren waren lange und längere Brennweiten die bevorzugten Optiken und bei vielen Bridge-Kameras sind sie es wohl auch noch heute, obwohl sich da einiges zu ändern scheint.

„Alt“ meint aber auch die Konstruktionen.
Gerade im Bereich der digitalen Kameras im klassischen Kleinbildformat von 24×36mm sind die hochlichtstarken, festen Brennweiten von 35 und 50 mm wieder beliebt, werden nun um elektronische und elektrische Funktionen ergänzt verstärkt nachgefragt, ohne Blendenring angeboten.
Das diese meist ein halbes Jahrhundert alten Konstruktionen zumeist nur deshalb so lichtstark sind, damit an Spiegelreflexen das Sucherbild schön hell ist, um dann über das gesamte Bildfeld doch erst auf Blende 4 oder stärker abgeblendet mit guten Leistungen zu überzeugen. – Das wird gerne vergessen, trotz vielfältiger Tests.
(Ich weiß, einzelne Konstruktionen sind besser als der Durchschnitt, aber schon vor Jahrzehnten waren diese herausragend.)

Heute gibt es fast nur Konstruktionen, die auf der Grundlage jahrzehnte oder gar jahrhundertealter Berechnungen existieren.
Dazu gehören auch die angeblich so „bahnbrechend“ neuen Linsen für die Four-Third-Spiegelreflexe, denn für optische Vermessungen wurden ähnlich berechnete Optiken bereits vor Jahrzehnten angeboten, zum Beispiel für die wieder vergessenen Kameras namens Rolleiflex 3000, von der eine spezielle Serie mit entsprechenden Linsenkonstruktionen existierte. Wir haben es also selbst bei den neuesten Konstruktionsprinzipien mit „alten Hüten“ zu tun.

Und wer meint das variable Brennweiten etwas neues seien irrt gewaltig. Bereits 1936 hatte Leni Riefenstahlt wurden für ihren Film über die Olympischen Spiele zwei Varios probeweise zur Verfügung gestellt. In der Fototechnik war 1959 das „Zoomar“ von Voigtländer das erste seiner Art für den Massenmarkt der Kleinbildfotografie.

Der geschichtliche Rückblick zu „alt“ kann hier nur eine Randbemerkung sein.
Die Standard-Optiken mit festen Brennweiten und großer Lichtstärken waren bereits berechnet, als man sie wegen der fehlenden Vergütung noch nicht praxisgerecht bauen konnte. In ihrer heutigen Konstruktion wurden sie bereits 1896 von Paul Rudolph berechnet und „Planar“ genannt. Man kannte das Konstruktionsprinzip jedoch bereits als Gaußsches-Doppelobjektiv, von Heute aus also bereits vor rund 200 Jahre.
Diese hochlichtstarken Konstruktionen sind seit Mitte der sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts lediglich um eine weitere Linse erweitert worden. Und die Präzision der Linsenoberflächen hat zugenommen, so wie in den letzten vierzig Jahren auch die Vergütung deutliche Fortschritte gemacht hat.

Man kann als „alt“ jene Konstruktionen bezeichnen, die im Laufe einiger Jahre ihre ursprüngliche optische Leistung verloren haben.
Eine Optik aus den achtziger Jahren ist somit allein wegen des Baujahr keineswegs „alt“, sondern wenn einer eventuell nachlassenden Leistung oder einer nicht mehr zeitgemäße Vergütung die Leistungsmöglichkeiten einschränkt. (Bei Portraitaufnahmen kann das zu einer reizvoll weichen, aber keineswegs unscharfen Darstellung führen, was ich selbst gerne nutze.)

Das über die Jahrzehnten die allermeisten gebräuchlichen Objektive in ihrer Mechanik erheblich aufwendiger wurden hat allein mit der großen Beliebtheit der Vario-Objektive zu tun. Waren diese vielfach noch Schiebezooms stellte sich sehr bald heraus wie anfällig und reparaturbedürftig die Verschiebung der Linsen eigentlich war und ist.
Eigentlich ist es wunderbar in einem Griff den Fokus mit einer Drehung einzustellen und zugleich den Aufnahmewinkel mittels Verschiebung festzulegen – ohne Autofokus.
Für die unkomplizierte Verstellungen der Schärfe bietet ein Autofokus enorme Vorteile. „Unkompliziert“ meint, wenn von den Motiven keine besonderen Anforderungen an die Schärfentiefe gestellt werden, zum Beispiel keine hyperfokale Distanz zu ermitteln notwendig ist.
Wenn die Lage der Schärfenebene von Hand einzustellen ist, dann zeigt sich so manches Mal wie elendig kurz ein Verstellweg bei bestimmten Herstellern und deren neuen Konstruktionen dieser sein kann; was wegen der starken Steigung der Verstellschnecke zu den schnellen Reaktionen eines Autofokus beiträgt, aber eben auch zur fehlenden Präzision.

Man sollte „alt und aufgebraucht“ von jenen Objektiven trennen, die „alt und funktionsfähig“ sind.
Letztere werden wir alle möglicherweise immer seltener antreffen. Und das hat wie einige Tests zeigen gar nichts mit den Verkaufspreisen zu tun.

Übrigens besitze ich vom selben Hersteller eine Festbrennweite mit fünf Jahren Hersteller-Garantie und eine andere Optik, ein Vario, mit einem Jahr Garantie und den zwei Jahren der gesetzlichen Gewährleistungsfrist. Das ist ein interessanter Hinweis auf die vorhersehbare Haltbarkeit der Konstruktionen, wie diese der Hersteller einschätzt – Übrigens sind beide in Kunststoff gefasst.

© 2009 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Im Web kann man Bilder eigentlich nie im Original sehen

Dezember 11th, 2009

Für Fotos waren es eigentümliche, vielleicht sogar schreckliche Zeiten als noch auf mächtig großen Bildröhren Fotos betrachtet wurden. Quasi jedes Gerät war von Hand nach Augenmaß etwas abweichend eingestellt worden. Wie auch heute bei den modernen Monitoren standen die alten Klötze unter verschiedensten Lichtbedingungen herum, produzierte dabei deutlicher abweichende, selbst mit den Augen wahrnehmbar unterschiedliche Farben und Kontraste.
Ja es wurde sogar geworben mit den erkennbaren, technischen Merkmalen verschiedenartiger Bildmasken. - Man konkurrierte Jahrzehnte um das technisch bessere Bild, wobei zwischen Fernsehern und Monitoren kein wesentlicher Unterschied bestand. (- Aber die alten Zeiten kommen wieder.)
Mit den Monitoren der LCD-Technik wurden die darstellbaren Farben endlich zählbar, eben digital. Aber leider nur scheinbar sind die Geräte in ihrer Darstellung von Fotos vergleichbar.

Für einige Jahre wurden unter den ähnlich schmalen Oberflächen der ehedem noch neuen LCD-Technik nur kleinere Unterschiede erwarten. Eine technische Nuance, gerne als „neue Generation“ verkauft, löste andere Spezifikationen ab. Dabei konnte man so in den Jahren von 2005 bis 2008 beim Blick in die technischen Datenblätter der Consumer-Geräte durchaus den Eindruck haben das sich da nun gar nicht viel unterscheidet, abgesehen von den Marketingsprüchen zum Streicheln der Egos.
Sicherlich, in diesen Jahren wurden die Geräte reaktionsschneller, was bedeutete die Displays wurden videotauglich. Doch bei den Kontrasten und Helligkeitswerten tat sich nicht wirklich viel, abgesehen von den wechselnden, kreativen Testmethoden der Anbieter, die mit eigenen Messungen zwischen Schaltzeiten von Grau nach Grau die Prospekte füllten, womit den Verbrauchern das Vergleichen von realen Werten schwer gemacht wurde, was den testenden Redaktionen einen enormen Zulauf bescherte.
Doch sonst? Für diese wenigen Jahre schien die Welt der Monitore bei Kontrast und realer Leuchtkraft recht überschaubar zu sein. Als Verbraucher glaubte man grundsätzlich schon zu wissen, was im Angebot stand.

Wurde ein Foto ins Internet gestellt und dies taten in den letzten fünf Jahren immer mehr Menschen, dann gab es eigentlich nur zwei grundlegende Normen für Monitore, wovon die letztere für bundesdeutsche Geräte kaum wichtig schien, da es eher eine Minderheit betraf. Das war jene mit einem Gammawert von und für Apple.
Das Hersteller schon in den Grundeinstellungen ihre Geräte im Gamma von Apple ausliefern, keineswegs an den über 90% der Anwender in der Bundesrepublik sich orientieren, eben nicht in der Norm von Windows mit einem Gamma von 2,2 ihre Geräte ausliefern, das ist noch nicht zu den Verbrauchern durchgedrungen.
Und erzählt wird es in den Tests der Fachredaktionen von Zeitschriften und Online-Portale auch nicht. Es steht ebenso wenig in den Prospekten oder gar den Produktbeschreibungen der Hersteller. Oder wusste Sie dies beispielsweise von Samsung? - um mal einen der verkaufsstarken Anbieter in der Bundesrepublik zu nennen. Womit diese Marke überhaupt nicht alleine dasteht, sondern nur jenes macht, was vielfach üblich ist.
Die beiliegende Software, die Bildschirmtreiber mit ihrem speziellen Profil, aber auch die Hardware ist in ihren Grundeinstellungen möglicherweise auf ein Gamma für Apple ausgerichtet. Was verbirgt sich hinter den Angaben von „Gradation 1 und 2 oder 3“ eines OSD-Menüs? Kaum jemand kann dies wissen und wird darüber nicht genauer informiert. Das ist der Supergau für alle jene, die so gerne als Fachleute im Internet auffallen und Ratschläge für bessere Bildbearbeitung verbreiten - üblicherweise anonym.
Allerdings werden nun sehr viele nagelneue Monitore zu falsch eingestellter Altware, denn mit dem neuen OS von Apple in der Version 10.6, wechselt man auf Gamma 2,2 konnte ich hier lesen - selbst habe ich das neue OS noch nicht.
Dann wäre ja alles in Ordnung? Denn sRGB, der übliche Farbraum im Internet ist auf 2,2 ausgelegt. Leider schon wegen jener Monitore nicht grundsätzlich, die in endlosen Reihen auf den Abverkauf warten und in den Zeiten der Krise sich nicht verkaufen lassen. - An den Grundeinstellungen bisheriger Monitore ändern wahrscheinlich viele Anwender gar nichts.
Das berufliche Arbeiten wird von dieser Veränderung auch nicht so schnell betroffen sein, denn gerade in der grafischen Industrie sind Apple-Systeme üblich. Und viele Fotografen bearbeiten ihre Bilder auf einem Apple mit Gamma 1,8.

Warum allerdings solch ein doch nicht gerade geringes Problem in den Testberichten und bei Nachrichtenportalen nicht auftaucht? Nun, es würde die angeblich so hoch geschätzten Verbraucher wohl doch ein weniges irritieren können. Und solches könnte den Einkaufswillen der Konsumenten stören. Wo kämen man auch hin, wenn „Fach“-Verkäufer in Hau-Weg die Sch…e-Technik-Märkten die Frage beantworten sollten was für ein Gamma, also mit welcher Gradationskurve die Helligkeit und die Farben dargestellt werden. Oder noch schlimmer, wie diese Geräte denn nun eingestellt werden.
Das dabei die Qualität der eigenen Bilder im Internet bei den verschiedenartigen Monitoren auf der Strecke bleibt, das wird in den Bilderforen gänzlich nicht beachtet, schlicht vergessen - ist ja auch sooo kompliziert. Gerade für die lärmende Meute der Pixelpeeper ist das ausgesprochen peinlich, denn damit würden diese als noch kleinkarierter dastehen.

Erst wer seinen Monitor kalibriert wird gewahr, was noch in den nächsten Jahren unter den Oberflächen aus Plastik tatsächlich angeboten wird. Und, es relativiert jedes Bild, das man im Internet sieht.
Nur in den geschlossenen Fachkreisen herrscht derzeit eine gewisse Einigkeit darüber welche Normen zum Betrachtern von Bildern als Standard gelten soll. „Eine gewisse“ meint auch, dass man sich darüber vielleicht vorab noch verständigt, bevor Bilddaten versendet und beurteilt werden.
In der Druckindustrie sind auf jeden Fall gänzlich andere Normierungen üblich als bei den Videoproduzenten, in den Redaktionen für das Internet (hoffentlich) andere als bei den normenfreien und unkundigen Privatanwendern (-was keineswegs ein Vorwurf ist).

Es hat sich in den Jahrzehnten also nichts wirklich verändert, auch wenn alle Monitore mittlerweile flach sind, noch flacher und größer werden.

Was es gibt ist im privaten Gebrauch so etwas wie eine Norm für Bilddaten, die zum Weiterreichen im Web genutzt wird und für Druckdienstleister eine Bedeutung hat, da viel in JPEG präsentiert und überwiegend in dieser Norm gedruckt wird. - Was ich selbst seit einiger Zeit nicht mehr mache, sondern in PNG präsentiere, für die Darstellung von Fotos dies ähnlich ist.

Wie andere meine Bilder auf ihren Monitoren sehen? - Was weiß ich.
Die Gründe für abweichende Darstellungen sind so vielfältig, dass es für das Internet keinen Zweck hat irgendwelche Normen vorgeben zu wollen.

Die wilden Zeiten des Internets sind noch lange nicht vorbei, denn heute verschwindet der Unterschied von Computermonitor und Fernseher zusehens, da immer mehr Geräte sich nur noch durch die vorhandenen oder nicht vorhandenen Tuner unterscheiden.
Mehr als die Hälfte aller Fotos wird auf Fernsehern betrachtet.

Auch bei mir ist es seit Jahren üblich zwischen unterschiedlichen Benutzerprofilen auf einem Monitor zu wechseln.
Für bewegte Bilder nutze ich die von mir leicht gemäßigte Farbdarstellung meines Monitors, wie diese vom Hersteller gedacht wurde. Für die Bildbearbeitung, um Bilder weiter geben oder ausdrucken zu können, wird von mir üblicherweise eine kalibrierte Darstellung mit einem Profil verwendet.
Gerade das Ausdrucken von Fotos auf Papier zeigt wie sehr die modernen Bildschirme mit ihrer üblichen hohen Kontrasten, der möglichen Sättigung von Farben und erreichbaren Leuchtkraft von den deutlich begrenzten Möglichkeiten der nicht leuchtenden Druckfarben abweichen.
Dies wird ein wesentlicher Grund dafür sein warum immer mehr Menschen ihre Fotos auf einem Fernseher betrachten und immer weniger Fotos auf Papier ausdrucken – man siehe hierzu den Bericht in photoscala.de, zu den Tendenzen im Fotomarkt.
(Wer heutzutage mit seiner Fototechnik noch protzen geht hat den Absprung verpasst und muss sich baldmöglichst umorientieren. Die Kosten der Fototechnik sind nicht mehr geeignet für das Aufpolieren eines Egos. Fototechnik dient zunehmend spezifischen Zwecken, was ich sehr begrüße.)

Auf jeden Fall wird es in den nächsten Jahren innerhalb der Welt der Konsumentenware neue Normen geben, die schon sehr bald mit der Einführung von „JPEG XR“ beginnt und alle Geräte umfasst, bei Kameras viele RAW-Formate überflüssig macht, zum Bildformat des nächsten Jahrzehnts werden wird. Dem werden die Farbräume folgen, denn Photo-RGB setzt neue, einheitliche, bisher unerreichbar weite Grenzen, die selbst für Videoproduzenten von Interesse sind, das gebräuchliche NTSC (Never The Same Colour) und auch PAL neu definiert.

© 2009 Adrian Alhaus, Göttingen. Alle Rechte beim Autor.

Inhalte meines Einführungskurses “Digitale Fotografie” an der VHS-Göttingen

Dezember 8th, 2009

Wer sich dafür interessiert welche Themen angesprochen werden und die gestellten fotografischen Aufgaben die in meinem Einführungskurs für den Einstieg in die Bildgestaltung und in die Fototechnik gestellt werden, der kan dies am noch laufenden Kurs nachlesen, siehe hier den Link:
http://www.adrianahlhaus.de/fotoklasse.html

Mit “Lightroom 3″ zurück zu nicht “platt gebügelten” Foto?

November 30th, 2009

Mit der neuen Beta zu „Lightroom 3“ werden Funktionen geliefert, das ich mir die Augen reibe, weil es nicht zu glauben ist.
Darin wird ein Filter beigegeben, der die natürliche Vignettierung einer jeden Optik simuliert, den Abfall des Lichts hin zum Bildrand, in vielen Fotos verganegener Zeit besonders auffällig bei großen Aufnahmewinkeln.
Wenn man bedenkt das es derzeit eine regelrechte Modeerscheinung ist den Randabfall der Optiken schon automatisch in den Kameras aus den Bilddaten zu eliminieren, dann wird mit Lightroom der Unsinn auf die Spitze getrieben. Denn erst hebt eine Software in mittlerweile vielen neuen Kameramodellen die Helligkeit zum Bildrand hin an, was eine Verminderung der Bildqualität bedeutet, da die Signale verstärkt werden und so das Bildrauschen zunimmt, dies heraus gerechnet wird auf Kosten der Detailwiedergabe, und nun wird eine Software als Beta präsentiert die diesen Verlust von echten Bilddetails entgültig ad absurdum führt und den Randabfall wieder hinein rechnet.

Die digitale Bilderwelt ist auch durch die Eliminierung von natürlich gegebenen, physikalisch-optischen Bedingungen gekennzeichnet.
Sind nun bestimmte Anwender-Kunden der üblichen Funktionen/Filter müde geworden, jene, die penetrant mit ihren vollmundig vorgetragenen „Ansprüchen“ die Foren des Internets bevölkern? Haben diese ihr unentwegtes Krakeelen von gestern nach einer möglichst gleichmäßigen Bildfeldausleuchungen nun nicht mehr wahr haben wollen? Oder fehlt irgendwelchen alten Herren, jenen die sinnfreie und überteuerte Produkte sich leisten um ihr Me-Too Gefühl auszuleben, fehlt diesen in ihren Fotos der sichtbare Beweis von Ursprünglichkeit, wie sie dies von den „guten alten Zeit“ kannten, als Aufnahme mit Weitwinkeloptik mit dunkleren Bildrändern behaftet waren und somit es selbst für halb erblindeten erkennbar blieb: hier wurde mit einer weitwinkligen Optik geknipst?
Als wenn dies nicht schon eigentümlich genug ist kann man mit dem künftigen Lightroom 3 als weiteren Unsinn auch noch die Körnigkeit von Film simulieren.

Bravo, Adobe entdeckt die sinnfreien „Innovationen“ als Verkaufsargument.
Und das ist es, was diese Software auszeichnet: Neben dem grundsoliden Fundament eines von Adobe aufgekauften „RawShooter“ der ehemaligen Firma Pixmantec, einer bei Lightroom in Version 1 auffällig minderwertigen Schärfefunktion, die an das ehedem typische Adobe-Problem von Photoshop erinnert – ich schrieb darüber und erhielt in Foren reichlich böse Kritik der üblichen Dumpfbacken – , zeigt sich nun wiederum wie sehr dieser Hersteller gerade mit Lightroom den ernsthaft Fotografierenden sich nicht verpflichtet fühlt, sondern möglichen Mehrheiten von stilistisch unsichereren Käufern entsprechen will.

Nun mag man meinen das dies eine von mir überzogen kritische Sichtwiese ist.
Dem möchte ich entgegen halten das kein seriöser Anbieter seinen Namen dafür hergibt Unsinn in seine Software zu implementieren.
Zwar gibt es als zuschaltbare Filter in verschiedenen Kameras jene „Filmsimulationen“, doch sind dies Umsetzungen als fertige Preset von Farbverhalten und Gradationskurven ehedem sehr bekannter und beliebter Filme.
Und es ist keineswegs eine Neuheit, denn jede gute Software für Filmscanner enthält ganz selbstverständlich Profile für viele Arten von Filmen, schon um sogar von Negativfilmen leichthin recht gut korrigierte, neutrale Farben und Helligkeitswerte zu erhalten, wie dies z.B. für „Silverfast“ selbstverständlich ist.
(Auch andere gute Scan-Programme sollen ordentliche Profile enthalten. Diese sind mir jedoch nicht vertraut und deshalb schreibe ich dazu nichts.)

Man muss zu allen Bildbearbeitungen anmerken, dass jede eine eigene und typische Bearbeitung für Farben und Helligkeiten bietet. Es bedeutet, dass man sich entweder von Beginn an damit zurecht findet, diese eventuell den eigenen Wünschen in einer Nachbearbeitung anpasst, auch hier gibt es Presets, oder d
die eine und andere Software wegen ihrer Eigenheiten gänzlich ablehnt.
Das gilt auch für die Schärfefunktion und vielen anderen Filter, wie auch einem Bedienkonzept. Man siehe für die Raw-Konvertierung dazu die riesigen Unterschiede beispielsweise im Vergleich von „Bibble“, „CaptureOne“ und „Silverfast“. Viele Bildbearbeitungen sind in der Bedienung einander immer ähnlicher geworden, wie etwa „Paint.net“ und „Paint Shop Pro Photo“, die an „Photoshop CS“ orientiert sind - was nicht bedeutet das die internen Prozesse einander auch nur annähernd gleichen.

Doch wenn den interessierten Einsteigern von vornherein Unsinniges mitgegeben wird, wie dies bei „Lightroom 3“ wohl beabsichtigt ist, dann sind diese ganz schnell in die Irre geführt.
So etwas geschieht nicht mit den schon länger existierenden, marktführenden RAW-Bilder konvertierenden Programmen, weder bei „CaptureOne“ von PhaseOne aus Dänemark, noch bei „ACDSee“ von ACD Systems aus Kanada oder bei „Silverfast DC“ von Lighthouse aus Hamburg. - Die beiden letzteren Anbieter sind bei mir installiert.

Zur Anmutung zeitgemäßer, digitaler Fotos gehört, das einige ehedem gut sichtbare technisch bedingte Bildmängel fast entschwunden sind – während neue hinzu kamen.
Es bedeutet, das der völlige Verzicht auf erkennbare Ursprünge mithilfe einer digitalen Technik, zum Beispiel kornfreien Bildern, dafür die nun vorhandene Pixelstruktur und eine Quantisierung eben nicht verleugnet wird.
Jedoch, nachträglich produzierte Merkmale und Mängel aus analoger Zeit verdienen wirklich nur eine Deutung: es sind „Fakes“ – Irreführungen.
(Damit stelle ich die Qualitäten und eine zumindest teilweise wunderbare Anmutung der analag produzierten Fotos nicht in Frage.)

Als Maßstab von technisch hochwertig produzierten Fotos kann weiterhin gelten, was schon zu Zeiten des Film kennzeichnend war: jede eine bildliche Anmutung mindernde Ausführung so gering als möglich zu halte, ohne dabei die Merkmale der technischen Produktion zu leugnen.
Das macht fotografische Bilder ehrlich und ist wohl die wichtigste technische Voraussetzung von fotografischen Bilder, um irgendwo an der Wand hängend für anspruchsvolle Betrachter präsentabel zu sein, zum Beispiel in Galerien und Museen. - Fakes gehören ins Kuriositätenkabinett.
Bildliche Produkte sollten stilsicher sein können, wenn man denn entsprechende Ansprüche hat. Alles andere wandert über kurz oder lang in einer Mülltonne.

„Lightroom 3“ bedient mit seinen angesprochenen und recht albernen Funktionen keineswegs gehobene Ansprüche. In der Fachwelt macht sich Adobe mit „Lightroom 3“ so weiterhin keinen guten Namen - das hat nichts mit dem vielfältigen, durch Werbung teuer bezahlten Pressewirbel zu tun. Wohl aber erzeugt es neue Begehrlichkeit bei in Gimmicks verliebten, unbedarften Hobbyisten.

© 2009 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Nicht die neuesten, sondern die brauchbaren Spiegelreflexkameras - Meine Kaufempfehlung zu Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax, Sigma, Sony u.a.

November 15th, 2009

Im Sommer hatten alle Hersteller von Spiegelreflexen viele Modelle ausgewechselt. Insbesondere die Modelle für Einsteiger waren davon betroffen. Schon auf den ersten Blick wurde deutlich das ist im Wesentlichen um Kosteneinsparungen ging. Die so hoch gepriesenen Verbesserungen bestandenen im wesentlichen aus Erweiterungen der Software. Oder anders gesagt, auch in Spiegelreflexkameras wird eine nachträgliche Bildbearbeitung angeboten. Ob das Sinn macht muss letztlich jeder und jede selbst entscheiden. - Zumindest ist es der kürzere Weg bestimmte Effekte zu erreichen. Und das eine Bildbearbeitung am Computer diese Effekte besser ausführen kann und mehr Kontrollmöglichkeiten bietet sollte jedem bekannt sein.

So stehen jetzt in der Vorweihnachtszeit recht häufig gleich zwei alternative Modelle zur Wahl. Z.B. findet sich die Canon 450D und die 500D in einer Vitrine. Zum Fotografieren ist die 450D die bessere Wahl ist, da sich der Preisunterschied von rund 100 € weniger nicht in qualitativer schlechteren Fotos bemerkbar macht, im Gegenteil, die 500D erntete bei Tests einige Kritik wegen des Bildsensors.
Allerdings rate ich bei allen Spiegelreflexen dazu ein billigeres Gehäuse zu wählen und eine gute Optik, weil die Gehäuse in kurzer Zeit nicht nur nicht mehr aktuell sind, sondern Objektive auf längere Sicht die besseren, sinnvolleren Investitionen sind. Zum Kit-Objektiv und vielen anderen von Canon passt die Auflösung der 450D besser. - Hier täte es das kleinste Modell von Canon, die 1000D allerdings ebenso gut, die dazu das Konto noch weniger belastet.
Um es gerade heraus zu sagen: Bei Canon sehe ich kein echtes “Mittelklasse”-Modell, angesichts der Leistungen der 1000D. Die wesentlich größere 50D sieht zwar hübsch groß aus, doch da ist ein heftiger und nicht zu begründender Preisunterschied zur 500D.

Natürlich, der oder die unbedingt und überall mit Live-View arbeiten möchten - warum überhaupt eine Spiegelreflex kaufen? - trotz einer Spiegelkastenkamera Videoclips produzieren möchte, wird an den neuesten Modelle nicht vorbeikommen.
Das möchte ich dazu aber bemerken: die anhaltend gute Qualität aller Bildsensoren wird schneller herab gesetzt. Insbesondere die Farbfilter, die das Bayer-Mosaik erzeugen, werden durch den dauerhaften Betrieb viel schneller ausgebleicht, als bei jenem Gebrauch der den Sucher nutzt und nur zu Belichtungen das Filtersystem durchleuchtet. - Wer wird sich in fünf Jahren für Spiegelreflexe von heute noch interessieren, so ist wohl die Rechnung der Hersteller.
Das ausgerechnet jene die gar nichts vom Aufwand einer Bildbearbeitung halten nun glauben Videos produzieren zu können oder zu müssen, dafür bei den Aufnahme-Sets und erst recht mit der Nachbearbeitung ein erheblicher Aufwand notwendig wird, filmische Funktionen in Foto-Kameras nachgefragt werden, lässt sich nur noch mit dem fehlleitenden Einfluss der Werbung erklären.
- Jetzt brauchen wir dringend die Frauen-Versteher- und Kochenkönnen-Spiegelreflexe.

Bei Nikon steht gelegentlich noch irgendwo die D40x im Angebot einzelner Läden oder auch Online. Doch dabei sollte man genau hinsehen, denn so manches angebliche Schnäppchen entpuppt sich als Preis-Täuschung, da die aktuelle D5000 noch preiswerter angeboten werden kann.
Von Nikon stehen derzeit noch viele nicht mehr aktuelle Modelle im “Einsteiger”-Bereich als Restposten oder sogar als aktuelle Modelle in den Regalen, die D40 (ohne x) und auch die D60, von der ich nicht recht weiß warum man diese kaufen sollte.
Wer sich neu in die Aufnahmetechnik mit Spiegelkasten hinein findet, keine älteren Objektive von oder für Nikon hat, wird mit der D40x bei einem Preis von deutlich unter 400 € mitsamt dem Kit-Objektiv keine schlechte Wahl treffen.
(Also hier gut aufpassen, wenn man bei Ebay und Co. auf Einkaufstour geht, was im Vorweihnachtgeschäft ür alle Kamera-”Schnäppchen” gelten kann.)
Ansonsten ist die Nikon D90 bei den gehobenen Modellen, der „Mittelklasse“ die erste Wahl - da beißt die Maus keinen Faden ab.
Wer „nur“ fotografieren möchte würde mit der D80 bereits gut bedient sein. Dieses Modell ist als wenig benutztes Gebrauchtgerät in irrealen Preisregionen erhältlich, was auf die D200 ebenso zutreffend ist.

Bei Pentax rauscht ein Modell am nächsten vorbei. Die K200D wurde von der K-m abgelöst und jetzt vor Weihnachten ist die K-x angekündigt. (Natürlich mit “Verbesserungen”, wie dass das Modell eben auch in Rot und Blau erhältlich ist.) Dabei war die K200D die Grundlage, die allerdings nur noch selten zu finden ist. Im Sommer konnte man dieses Modell als Neuware für um 400 Euro mitsamt Objektiv und Batteriehandgriff kaufen, und jetzt zahlt man bei Ebay und Co deutlich über 450 €, falls überhaupt erhältlich.
Gerade der Gebrauchtmarkt folgt eigenen Regeln, was besonders auf ausgereifte, ältere Modelle zutrifft, da so mancher erst nachträglich erkennen kann, das das ältere Modell sooo schlecht nicht war - wie bei den Objektiven.
Die K7 ist in der Mittelklasse ein gelungenes, derzeit ein teures Modell, wie dies für Nikons D90 gelten kann und so mancher wird sich fragen, warum Pentax nicht stärken am Markt vertreten ist, was mit dem kleineren Werbebudget zu tun haben wird.
Die K20D ist derzeit immer noch nicht als Schnäppchen zu haben, zu viele der Geräte stehen als Neuware in den Regalen. Eine gute Wahl ist diese K20D auch heute allemal.

Fujifilms S5 pro kostet selbst als wenig gebrauchtes Modell schon wieder an die 1000 €. Noch im Sommer konnte man das selbe Gerät als Neuware für den halben Preis ergattern. Dabei wird seit mehr als einem Jahr diese Kamera vom Hersteller gar nicht mehr regulär ausgeliefert.
Und, es wird kein Nachfolgemodell angeboten. Die Zeit der Spiegelkästen gilt bei Fujifilm schon seit mehreren Jahren als beendet, was eigentlich schade ist, da nun keine größeren EXR-Bildsensoren in Sicht sind. Schon die Eigenentwicklung in der S5 pro bot hervorragende Eigenschaften. Nun, ob ein älteres Spiegelkasten-Gehäuse jetzt noch gekauft werden sollte, wenn auch mit dem Nikon-Bajonett? Allgemein geklagt wurde über den schlechten Service des Herstellers für seine S5 pro. - Man sollte den Kauf lassen.

So geht es auch Sigma. Es hat mehrere Jahre und viel zu lange gedauert bis die Stimmen jener Dösbaddel verklungen sind, die diese Kamera vom Typ SDxx nicht nur schlecht geredet, sondern in Foren regelrecht nieder geschrien haben. Nun sind die wenigen noch erhältlichen neuen SD14 innerhalb weniger Monate auf den doppelten Verkaufspreis des Sommers angestiegen, denn der Foveon-Sensor war und ist ganz und gar nicht ohne Qualitäten, was sich besonders dann zeigt, wenn große Formate ausbelichtet/gedruckt werden.
Am Markt durchsetzen konnte sich die kleine Kameraschmiede mit ihren SD-Modellen nicht. Die SD15 wird zwar in einem internen Fotowettbewerb als Preis ausgesetzt, jedoch handelt es sich offenbar um die Vorserie, die nun nicht mehr auf den Markt kommt. Anders gesagt, Sigma hat bei den Spiegelreflexen den Konkurrenzkampf mit den großen Marken eingestellt.
(So wie es aussieht werden viele Objektive ebenso abverkauft. - Wer noch eine Spiegelreflex von Sigma will muss sich dranhalten und die passenden Objektive dazu bald erwerben, denn das gesamte Sortiment an Objektiven wird wohl zusammen gestrichen – die Zeit der Zuwächse bei den Spiegelreflexen ist entgegen aller Ankündigen in der Presse noch zu Beginn diesen Jahres vorbei. - Von dieser voraussehbaren Entwicklung schrieb ich schon vor mehr als zwei Jahren -)

Bei Olympus ist derzeit vieles fragwürdig, aber nicht ohne Zukunft. Das Spitzenmodell, die E-3, führt ein Schattendasein. Der Schattenwurf wird nicht so schnell verschwinden, da das Gerät wie Blei in den Regalen zu liegen scheint, was nicht nur mit dem weiterhin hohen Preis zu tun hat. Das Mittelklasse-Modell, die E-30, ist ebenso schlichtweg teuer angesichts der Angebote der großen Konkurrenten namens Ca, Ni und So.
Das Brot-und-Butter-Gerät ist die E-620. Überhaupt geht es bei Olympus eher um die durchweg sehr ordentlichen Objektive. Hierbei wird das Kamerasystem dann allerdings geschlossener, denn vieles von fremden Anbietern in vernünftiger Auswahl findet sich nicht, vielleicht noch das eine oder andere von Sigma, wenn da ein „DC EX“ dran steht. Ein reines Nischendasein wird das 4/3 System dennoch nicht führen, denn die Objektive für Spiegelreflexe sind recht unkompliziert an die mFT-Modelle adaptierbar, und das reist am Markt kräftige Begehrlichkeit.
Als untergehende Serie wird die 500er-Reihe gelten können, der Abverkauf der 520er ist in vollem Gange. Ein Nachfolgemodell, die 5×0er ist über die ersten Kleinserie wohl nie hinaus gekommen und angesichts einer 620 überflüssig.

Ganz weg von den Spiegelkästen ist bereits Panasonic, die dem selben System, dem mFT wie Olympus anhängt und die Konkurrenz das fürchten lehren, denn die spiegelkastenfreien Kameras sind im Vergleich preiswert zu produzieren, bieten viel Entwicklungspotental und realisieren gute Gewinnmargen für Hersteller und Verkäufer mit reichlichem Systemzubehör. (Welchen Sucher hast Du Dir gekauft? - )
Eine unterschätze, aber gute Kamera ist die gelegentlich noch angebotene L-10, die dann, abgesehen vom Kit-Objektiv 14-50mm und einem großen Immerdrauf dann mit denen von Olympus bestückt werden muss, was bedeutet keinerlei Bildstabilisierung zu haben.

Weg von den Spiegelkästen im Kleinbild ist auch Leica. Wie bei den anderen Anbieter des Mittelformats wird das Konzept des Schwingspiegels etwa noch ein Jahrzehnt bestand haben, denn bis dahin sind im gewerblichen Bereich alle Investitionen abgeschrieben. Im Gegensatz zu den kleineren Kameras ist der zukünftige professionelle Markt recht überschaubar. (Weder Sony nach Panasonic machen den Kameras von RED konkurrenz. Folglich wird das Marktgeschehen für große Formate relativ stabil und im Umsatz klein bleiben und den Nischenanbietern gehören, mitsamt Hasselblad, PhaseOne/Mamiya und Co.)

Bei Sony baut man Bildsensoren für die eigenen Kameras und viele andere Anbieter.
Was für alle Einsteiger und Mittelklasse-Modelle des Herstellers gilt: die Sucher sind klein oder zumindest kleiner als bei den anderen APS-C Anbietern, was vor allem die Kosten geringer hält.
Die Bedienung böte etwas, das öfter kritisiert wurde, mir jedoch ungemein gefällt. Auf dem Display ist es möglich die Blenden- und Verschlusszeitenreihe untereinander gestellt sichtbar zu halten. Hier handelt es sich um eine klassische Lichtwerte-Reihe. Jedes Wertepaar bedeutet die selbe Belichtung. Dumm nur das die Programmierer von einer solchermaßen selbst erklärenden Darstellung, die sich an den alten Hasselblad-Objektiven der 500er-Reihe schon findet, nun rein gar nichts zu verstehen scheinen, sonst hätten sie die dem zugrunde liegenden Gedanken nicht zuwider laufend und sinnverkehrend eine irreführende graue Unterlegung mitgegeben - auf- und absteigend -, und den Nutzen einer gekoppelten, direkten Verstellung der Parameter, zum Beispiel mit einer darunter gelegten Schärfentiefe-Skala geboten. (Wofür sind Displays eigentlich da, wenn nicht dazu den Fotografen, die Fotografin umfassend zu informieren?)
Eine entsprechende Funktion habe ich nicht gefunden und meine: Diese Chance wurde einfach vertan. - Das ist so ziemlich das Einzige auf was man sich bei den Entwicklern bei Sony verlassen kann, nichts wird zu Ende gedacht. Das kein echtes Live-View existiert, mit einem zusätzlichen bildgebenden Sensor, das ist allerdings eine gute Entscheidung - siehe oben über die Nachteile des Dauerbetriebs der Bildsensoren. - Es relativiert meine kritische Haltung über diesem Hersteller.
Doch was ist mit den älteren Spiegelreflexen?
Leider sind diese nicht zu empfehlen. Die angebotenen Restposten oder auch jene kaum gebrauchten Modelle der 200er und 300-Reihe, die allesamt heftiges Rauschen bei höheren ISO-Zahlen zeigen und unschön winzige Sucherbilder bieten, werden von anderen Anbietern mit besseren Angeboten bedient.
Die neuen Modell der 500er-Serie sind für die Neuanschaffung schon geeignet, obwohl man dann nicht über die kleinen Sucher der Modelle von Olympus sich erheben sollte. - Wer mit Autofokus arbeitet wird kleine Sucherbilder verschmerzen können.
(Das ein standardisierter Zubehör-Schuh fehlt lässt sich mithilfe eines kleinen Aufsatzes leicht korrigieren.
Das die Wechsel-Objektive nicht unbedingt den zum Teil heftigen Preis wert sind, ist wie bei anderen Anbietern nichts neues. Und ob Sony nach nur einem halben Jahr nicht schon wieder mit gänzlich neuen Modellen am Markt auftritt? Nun, bisher suchte Sony den großen Marktgewinn und wird ihn derzeit wahrscheinlich (noch) nicht finden. - Also lieber auf die anderen etablierten Großmarken setzen?

© 2009 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Über den Gehalt von Diskussionen mit den „Nachbarn“ - Oder, kann man Foren-Gehacke mit einem Hühnerstall vergleichen?

Oktober 28th, 2009

Meine Meinung zu Communities und Foren hat mit den Eindrücken zu tun, über welche Themen der Photographie wie gesprochen wird. Der Unterschied, ich sehe in viele, wirklich viele Foren hinein – und auch das kann eine berufsbezogene Arbeit sein.
Mit diesem Beitrag nehme ich die Foren zu technischen Fragen in den Blick. (Über Fotos und die wenig hilfreichen Kommentare schrieb ich bereits. - Es wird nötig ein Stichwortverzeichnis meines Blogs anzulegen.)

Jeder kann und soll im Internet teilnehmen.
Alle sollen sich möglichst zahlreich offenen Foren zugesellen können und dies, ohne für andere sichtbar sein zu müssen. Keineswegs ist man in einer geschlossenen Runde über die einzig ein Moderator oder eine Moderatorin Aufsicht führt, wie ichan einem Beispiel zeige.
Nur ganz weniger Foren haben den Charakter des Intranet mit einer beschränkten, kontrollierten Zulassung. Das ist zumeist dann der Fall, wenn ein Anbieter von Soft- oder Hardware für das Einloggen in sein Forum nur Benutzernamen zulässt, der von einem Zugangscode abgeleitet sind, dieser beim Kauf eines Produkten mitgegeben ist. Wer nichts kauft bleibt in solchen Foren außen vor, findet nur über „helfende Kontakte“ einen Einblick in das Geschehen.

Schon das unübersichtliche Personal in allen offenen Foren müsste eigentlich bei jedem Erwachsenen ein frivoles Gefühl erzeugen, denn anders als auf einem realen, öffentlichen Marktplatz ist das Internet ganz und gar nicht überschaubar, kennt nicht den abschätzenden Eindruck von Angesicht zu Angesicht.
Wer in einem Forum ist jener „Nachbar“, der oder die auf ihren Beitrag antwortet?

Allen Communities und Foren gemeinsam ist, Hauptsache die Beiträge werden gesucht und besucht, da dies die Grundlage des Verkaufens auf einer Plattform ist. Denn selbstverständlich ist der ganze Aufwand darauf ausgerichtet der werbenden Wirtschaft eine möglichst große und stetig wachsende Besucherzahl anzubieten. (Es gibt viele Betreiber die zugleich Verkäufer sind.)

Foren funktionieren als selbst tragende Konstruktionen. Die Inhalte, das sind die Texte und Fotos, werden von Besuchern kostenfrei erzeugt und eingestellt. Dazu wird eine begleitende Werbung geboten. - Das ist die Rechnung.
Suchen Sie sich einen Namen und reden sie mit, oder nutzen ein Alias oder bleiben schlicht „Gast“. Es ist mit den derzeitigen Regeln für die Teilnehmer nichts prüfbar – für die Betreiber schon, denn wer will findet zumindest die IP-Adressen; diese lassen sich listen und reale Profile werden erkennbar. Vorhandene Diskussion können verfolgt, ausgewertet und problemlos durch eigen Beiträge beeinflusst werden, ohne das den Teilnehmenden solches erkennbar wird. Das kann jeder Betreiber halten wie er will. An Themen orientierte Foren sind sogar speziell dafür geschaffen um Anbietern Anhaltspunkte zu bieten, wohin eine Soft- oder Hardware zu entwickeln ist, woran die Nutzer Interesse zeigen und welche Probleme gehäuft auftauchen.

Für die Qualität von Diskussion innerhalb von Foren ist interessant zu beobachten, das häufig ältere Beiträge aufgenommen werden, als seien diese ganz aktuell, zum Beispiel jene über Kameras, die seit zwei Jahren am Markt nicht mehr existieren. Sie werden mit neuen Modellen und deren Testkommentaren verglichen.
Dabei bleibt im allgemeinen völlig unbeachtet, das in den Redaktionen schon längst der Maßstab gewechselt haben kann. Beispielsweise kann ein Testurteil dazu wie gut ein Display ist auf völlig andere Grundlagen sich beziehen. Vor zwei Jahren waren hoch auflösende Displays mit über 900.000 Pixeln in Kameras nicht zu finden, und in zwei Jahren wird man wahrscheinlich über die Qualität der jetzigen Display lächeln. - Was ist hier los?

Sehen wir uns Testberichte an, so besteht der wesentliche Gehalt für viele im Wiedergeben von eher kryptischen Daten. Diese werden von erklärenden Texten begleitet und von Wertungen. Kryptische Daten bleiben es für viele, weil die Bedeutung von Zahlen und vergleichenden Tabellen – auch dies schrieb ich hier im Blog – nur innerhalb einer bestimmten Redaktion stimmig sein wird und, so muss ich hier hinzu fügen für einen eher engen Zeitraum von einem oder zwei Jahren, schon da andere Redaktionen mit differierenden Schwerpunkten aufwarten. Es bleibt den Anbietern der Inhalte, den Redaktionen überlassen, welche Qualitäten an technischen Geräten den nun die wichtigeren sind – was ebenso für Software gilt.

Am Beispiel Kamera: Da gibt es die berechtigte Meinung, eine Kamera die nicht gut zu bedienen ist nutze den Anwendern wenig. Andere vertreten mit ebenso viel Recht ihr Interesse die Abbildungsleistung des Systems aus Objektiv und Bildsensor zu vermessen, da dies die härteren und interessanteren Fakten seien, da die Leserschaft über die Bedienung einer Kamera letztlich selbst zu einem Urteil findet, bestimmte Besonderheiten mit denen sich Hersteller unterscheiden nicht so einfach zu vergleichen sind.

Und so kann man in Foren völlig sachfremd darüber streiten, ob jene Prozentzahlen in diesem oder jenem redaktionellen Testbericht zutreffender seien, mit denen die getestete Verzeichnung eines Objektives beschrieben wird. Das ist zumeist nur Unsinn, da schon unbeachtet bleibt das es je nach Test drei gültige, aber verschiedene Angaben zur Verzeichnung geben kann, die noch dazu von der Größe eines Bildsensors abhängen. (Ein APS-C Bildsensor von Nikon, Sony oder Pentax liefern üblicherweise schlechtere Werte, als ein nur Millimeter kleinerer für Canon-Kameras.)

Und weil es in Foren gehörig menschelt, jeder – zumindest viele männlichen Teilnehmer – ihr “Recht”, ein anderes Wort für Ego, bestätigt finden wollen, wird aus einer Wortmeldung schnell die Stimme eines Fachmanns. Selbstredend haben die anderen dann weniger bis keine Ahnung.
Fast überall lässt sich beobachten wie aus einem sachlichen Thema recht schnell eine Diskussion über Identitäten und deren Gebaren wird.
Man kann vermuten: das Internet-Gehacke nimmt desto schrulligere Formen an, je weniger Identität dahinter steht.

Sollte man das Internet mit einem Hühnerstall vergleichen? - So manches Mal schon, wie in diesem Beispiel, das meinen kürzlich erstellten Beitrag „Bildstabilisierung-Schießbudenqualität“ kommentiert, darin die „Fachleute“ meinen unter sich zu sein:
siehe hier.
http://www.phototalk24.de/forum/viewtopic.php?p=30520

Nun, fast alle werden sich über das, was von diesen Foren-Teilnehmern geäußert wird verwundern können, denn das meinem Beitrag eine sachliche Grundlage voraus geht, sollte zum Grundwissen aller Leute vom Fach gehören.
Oder muss ich beweisen, was längst allgemein bekannt ist?

Sei es drum. Als erste so meine ich haben in 2000 die Pölkings auf die verminderte Leistung von bildstabilisierten Objektiven aufmerksam gemacht, die Vor- und Nachteile abgewogen.
Siehe hier:
http://www.poelking.com
darin in „Werkstatt“ der Beitrag „Scharfe Fotos“ mit Beispielen und mehr.
Nachtrag - Die grundsätzlichen Fragen bleiben: mit welcher Abtastfrequenz wird auf eine Bewegung wie stark reagiert. Ist bspw. eine sehr langsame, kleine Verwackelung eher wie die Aufnahme auf einem Stativ zu behandeln? Und welchen Sinn macht es Weitwinkel dermaßen zu stabilisieren? Schlichtweg, es fehlt bisher jeglicher allgemein gültige Test der Veränderungen im optischen System mit Vor- und Nachteilen messen kann. Bisher bestätigen die Hersteller mit ihrem Hinweis eine Bildstabilisierung bei fixierten Kameras abzuschalten nur, das nicht jede Situation gut geeignet ist.

Einem diesen „Herrschaften“ kann ich nur mit auf den Weg geben sein offenbar defektes 24 -120 D nicht als Maßstab für alle Objektive dieser Baureihe hin zu stellen.
Nur weil man seinem eigenen Urteil nicht traut und ebenso wenig eine bessere Qualität verlangt, keine Reparatur durchsetzen will, wird es möglich, dass die Hersteller von Konsumenten-Geräten ganz allgemein keine Nachkontrolle ihrer Produkte mehr durchführen.

Als Gesellschaft haben wir offensichtlich noch nicht gelernt mit dem Internet umzugehen, nutzen bisher abgeleitete ethisch-moralische oder juristische Regeln, die auf das Netz übertragen werden, als funktionieren dies hier wie dort auf gleiche Weise.
So bieten Foren mehr oder weniger gute, eben höchst unterschiedliche Qualitäten.
Wer auf obigen Meinungsträger und ihre Beiträge trifft, kann völlig in die Irre geführt werden. Interessiert das diese Herren? - Sicherlich nicht, denn es geht im Internet nicht um Wissen, sondern um Teilnahme.
Wer darin unterwegs ist sollte misstrauisch bleiben und sich fragen: warum wird diese oder jene Meinung gepostet und nicht so selten als Tatsache hingestellt? Welche Stimmungen für oder gegen etwas beherrschen die Beiträge?
Weder gibt es eines Maßstab noch existiert Qualitätskontrolle. - Doch das stimmt nicht ganz. Ein Maßstab ist vorhanden: wie viel Geld im Internet verdient werden kann.

© 2009 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Sind Übungen zur Bildgestaltung nützlich?

Oktober 27th, 2009

Es ist sicherlich schön wenn es Übungen gibt mit denen ein geschlossenes Gestaltungsprinzip sich einüben lässt. Man hat zumindest einen Anhaltspunkt wie in die bildgestaltende Photographie hinein zu finden ist.
Dies bedeutet allerdings auch eine Arbeitsweise, einen Stil, eine Zielsetzung und eine Sicht auf Lebenszusammenhänge sich zu eigen zu machen, was nicht jedem zusagt, wenn ein eigenen Stil schnell entwickelt oder entdeckt werden soll. Nicht so wenigen erscheint ein geschlossenes Angebot dann als Umweg. (Die Qualität so mancher Angebote ist gewiss nicht unwichtig zu hinterfragen, doch dies hier anzusprechen führt zu weit.)
An einem Übungsplan oder einer Ausbildung, auf Monate und sogar Jahre angelegt, daran ist nichts zu kritisieren, wenn denn Gelegenheiten entstehen anderes kennen zu lernen, so möchte ich meinen und dies begründen.

Schwierig, weil Missverständlich wird es immer da, wo die Meinung besteht mithilfe von vorgegeben Übungen etwas abschließend erlernen zu können, besonders in der Kunst.
Denn das trennt die Lernenden von den Lehrenden: Die einen machen etwas nach, das den anderen möglicherweise zu eigen wurde. Lehrenden müssen nicht das lehren, was sie derzeit selbst anstreben.
Überall kann dies gelten und es ist nicht sehr angenehm für das übereifrige Ego dies hinzunehmen: Kopisten sind vielleicht Übende, jedoch nie die Schöpfer, so gut sie auch sein mögen. Einen Stil zu kopieren ist keineswegs mit einer eigenen Handschrift zu verwechseln und wird kein Ausdruck von Individualität sein können. Im Gegenteil, im Nachmachen und Nachahmen wird der Verzicht auf eigene Ideen zur Tugend.
Es kann ein erstrebenswertes Ziel, eine beachtenswerte Leistung darin liegen, einen übernommenen Stil zu beherrschen und erweitern zu wollen, doch haben originäre Handwerker und große Künstler selten bedeutende Nachfolger in der eigenen Werkstatt. Verrocchi ist mit Leonardo da Vinci eher die Ausnahme. - Für die Photographie kenne ich kein Beispiel, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Interessant ist: Die Kunstgeschichte kennt stilistische Zusammenhänge über mehrere Generationen, benennt Personen die nachfolgen und bereicherten, doch müssen sie dem stilbildenden Schöpfer eines Ausdrucks nicht persönlich begegnet sein.
Damit bleibt der ermutigende Eindruck, dass das Nachmachen kein grundsätzlicher Irrweg ist um selbst zu schöpfen. Im Gegenteil, ernsthaft mit einem Stil sich auseinander zu setzen, darin zu üben, die Bedeutung von dem zu erfahren, was einen nachvollziehbaren Arbeitsweg beschreibt hilft einen Kunststil im Wesentlichen aneignen zu können. Es bietet Möglichkeiten des darüber Verfügens für eigene Zwecke, ist nützlich sich des Wissens bedienen, es zu erweitern oder neue Ziele erkunden zu können.
In diesem Sinne ist der Weg auf vorgegebenen Übungen zum kreativen Arbeiten zu finden, ein einfacher Lernschritt, der seine Zeit und ein notwendiges Maß an Disziplin braucht.

Selbst wer gänzlich ohne jegliche Anleitung Fotos schafft ist dennoch nie ohne Vorbild.
Die herrschende Bildsprache, so wenig man sich dieser auch bewusst sein mag, ist ein Ausdruck der jüngsten Kunst- und Kulturgeschichte, wird eher unbemerkt von der eigenen Biographie aufgenommen und besteht zumindest in den Anfängen, ist eine experimentelle, gegenwärtige Technik, die man entdeckt oder auch nicht. Anfänge existieren eigentlich immer, nur dies zu sehen und zu verstehen, das ist nicht selbstverständlich jedem gegeben.
Während das eine fast noch zu nah ist, um darin zu einem Urteil zu finden – was zum Beispiel hält die derzeitige Photographie mit ihren prominenten Vertretern von den Fotos der letzten zwanzig Jahre? – so sind die Möglichkeiten der heutigen, digitalen Technik noch längst nicht erkundet, geschweige denn in ihren Stil bildenden Merkmalen allgemein erkennbar.

Wir sehen mit dem Beginn des neuen Jahrtausends eher zaghafte Anfänge mithilfe der digitalen Technik und den erweiterten Möglichkeiten einer Bildsprache uns auf bisher ungeahnte Weise verständlich zu machen, aber bisher wohl noch ohne Ideen, die nicht schon alt bekannt sind, da die Erwartungen an die neue Technik die Fantasie schon lange bewegt und vorbereitet hat. - Wahrscheinlich muss und kann die technische Seite des bildgestaltenden Potentials nicht vom Vorläufer, dem Film und dessen Ausdrucksstil und Ideal, getrennt werden.
Mich erinnern die auf völlige Rauschfreiheit glatt getrimmten Flächen vieler heutiger digital entstandener Fotos an die fotorealistische Malerei mit Acrylfarben, als sich (fast) niemand darum kümmerte das Fotokorn zu malen, statt dessen einer technisch nicht erreichten Idee der Photographie mit Film und Papier folgte, dem Ideal vom kornfreien Foto.
Im werkzeuglosen Realismus eines Robert Rauschenberg unterscheidet sich die Malerei von jener, die nur ein Jahrzehnt zuvor als realistische Wiedergabe Aufsehen erregte, darin Druckpunkte zum Stilmittel wurden mit Bildern von Roy Lichtenstein.
Davon abweichend ist wohl einzig Gerhard Richter zu nennen.

Was abgetrennt werden kann von der älteren Kunstgeschichte, ohne diese abzuschneiden, ist ein Merkmal: die Verfügbarkeit unüberschaubar vieler Kopien von Fotos, vor allem mithilfe reproduzierenden Drucktechnik, die erst seit rund 100 Jahren zum Alltag gehört.
Das die Kopien die Qualität der Originale üblicherweise nicht erreichen führt zu einer gegenwärtig eigenartig simplen Definition von Kunst: Die Idee eines Bildes ist bedeutsamer und bleibe bestehen, gehe über die beschreibbare, materielle Qualität eines Werkes hinaus. - Aber, zumindest darf dies nicht verkürzen werden, ohne das an dieser Aussage alles sogleich ins Gegenteil kippt!
Hätte Michelangelo als Maler, oder auch als Bildhauer, nicht so präzise gearbeitet, hätte sich allein mit Andeutungen und Verweise und rudimentären Formen zufrieden gegeben, dann wäre wahrscheinlich nicht nur in seiner Zeit sein Schaffen unbeachtet geblieben; wir könnten auch bei heutigen, abstrahierenden Werken nicht verstehen, was für Bezüge die zeitgenössische Kunst hat. Kurz: Kultur enthält eine eingebettete Kunst, ohne die Gegenwartsdarstellungen, zum Beispiel in der Reportage nicht verständlich werden können. - Überall dort wo die Tradition abreist wird Kunst schwer deutbar oder entzieht sich sogar dem Verständnis, Inhalte und Aussagen gehen verloren.

Wer also nach herausragenden Bildern streben möchte, oder auch “nur” etwas Neues und Individuelles zu verwirklichen sucht baut auf bestehendem Vorverständnis auf und übersteigt dieses - eventuell.
Radikale Brüche und Schaffensprojekte sind erst einmal nichts anderes als Experimente. Finden Betrachter darin keine Anknüpfungen, dann handelt es sich um stilistische Außenseiterpositionen. Es mögen dies interessante Werke sein, aber bleiben doch kunstsprachliche Fremdwerke, die um Verständnis werbend dieses erst noch finden, oder mit der Zeit verworfen werden.

Wer sich diesem Weg aussetzt wird Alles oder Nichts erfahren, zumeist wohl Nichts.
Denn zu einem Kunstwerk gehört zumindest der Selbstbezug im eigenen Schaffen. Echte Kunst wird im Potential eines Ausdruck eine neue Welt schaffen können. Darum wird fotografisches Arbeiten eigentlich erst dann beständig und als solches wahr genommen, wenn Bilder nicht lediglich einzelne Zufallsprodukte sind.
Dort oder da mal ein unverständliches Foto und dann wieder hier, jedoch ohne Zusammenhang in Technik und Bildsprache - das schafft keine Verständnis für einen Ausdruck.
Mit einem Stil zu experimentieren ist keine Garantie für Erfolg, aber immerhin wird daraus eine komplexe Werkschau, die es ermöglicht jene verschiedenen Aspekte die einem Kunstwerk zu eigen sind in anderen wieder zu finden, eben hinter dem einzelnen Bild einen Zusammenhang entdecken. - Einzelne Bilder, für sich allein betrachtet, können wohlwollend als exotisch gelten, wenn sie nicht sogleich als einem bestehenden Stil zugehörig angegliedert werden - eines von eventuell sehr vielen.

Übungen zu folgen macht Sinn.
Sie schaffen sicher beherrschte Abläufe, lassen thematische Räume des Arbeitens entstehen, verhelfen einem Stil den zusammen haltenden Ausdruck zu finden und setzen einen Schwerpunkt auf bestimmte Art und Weise, um künstlerische Ziele anzustreben.

© 2009 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.