Zur inneren Bewegtheit beim Betrachten von Fotos

28. Februar 2012

Wer Fotos ansieht, sieht mehr als das Abgebildete, was jedem bekannt sein dürfte. - Es gibt Fotos die scheinbar gar nichts abbilden, aus dem Bereich der gegenstandlosen Photographie kommen, wie dieses.

Gegenstandslos

Trotz der fehlenden Gegenständlichkeit kann dies Foto zu Interpretationen und zu Rückschlüssen auf Reales anregen. (1)

Sobald ein Foto das Interesse weckt ist bereits einiges geschehen, dessen sich die Betrachter nicht bewusst werden während es geschieht, weil wir als Menschen dazu keine Möglichkeit haben. - Was genau können wir nicht?

Das Erlebnis vom Seheindrucks, das was uns an einem Foto interessiert oder berührt, das können wir nicht unmittelbar wahrzunehmen. Wir sind nicht nicht in der Lage zu beobachten wie uns ein Impuls, ein Sinneseindruck, anrührt. Denn das menschliche Gehirn bietet keine Möglichkeit die Reize von Seheindrücken und ihre daraus entstehenden Reaktionen in den Nervenbahnen, Wahrnehmung und Verarbeitung, beobachten zu können. Es gibt im Gehirn keinen Ort von dem aus wir den in uns stattfindenden, vielfältigen Reaktionen der neuronalen Impulse zusehen könnten. Sobald etwas wahrgenommen wird entscheidet unser Gehirn, ohne jegliches bewusste Wahrnehmen, was und warum etwas interessant ist und was übersehen wird.

Erst im Nachhinein, wenn das Interesse von Beobachtern geweckt ist, dann werden wir dessen bewusst. Denn wir versuchen dem Vorgang Worte zuzuordnen, während die Entscheidung schon längst gefallen ist. Was wir über ein Foto für eine Meinung vorbringen, das wird mit dem Repertoire unserer Worte als jenes Verständnis verbalisiert, das das emotionale Erlebnis des Augenblicks wiedergeben soll, die spontane Reaktion ausdrücken kann, beim erwachsenen Menschen jedoch darüber bereits hinaus reicht. Hier beginnt der kulturell geprägte Überbau zu wirken, der ein fotografischen Bild einordnet in das persönliche Weltbild. Die Emotionen suchen eine Entsprechung mit Worten. Erst damit wird der Vorgang in uns bewusst. Das kulturelle Erbe, das jeder von uns bereits als Kind verinnerlicht hat, hilft einen größeren Rahmen als Erklärungsmodell zur Bedeutung eines Bildes zu erlangen. Der Zugriff auf das mehr oder weniger sichere Wissen, jenes was gerne mit „Bildung“ bezeichnet wird, beginnt in und zwischen den Menschen zu wirken.

Doch bleiben wir einen Augenblick beim unmittelbaren Betrachten, dem Erleben eines Fotos. Die Suche nach Worten ist ein sich öffnender Erlebnishorizont, den ein Foto bieten kann, wie jedes Bild. Wer dieses vielschichtige Ereignis wahrnimmt fühlt nicht nur eine aufsteigende, innere Bewegung, sondern kann diesen Eindruck als Ausdrucksd des Ichs erfahren, ein Kaleidoskop von Emotionen. Die innere Bewegtheit veranlasst zu reagieren, ob in Worten oder Gesten. Der Übergang vom ersten Impuls zum Griff auf das kulurelle Erbe erleichtert die Urteilsfindung, leitet von einer Verwirrung fort, die jene Zeitgenosse erleben, denen beim Betrachten von Fotos ein Zustand der Ratlosigkeit zugeschrieben wird.

Das Ausweichen in die menschliche Sprache entwickelt zugleich ein komplexes Geflecht in der Auseinandersetzung mit jenen sozialen Strukturen, denen wir uns verhaftet fühlen. Meinungen und Urteile werden abgewogen bevor wir aussprechen “was wir denken”. Diese in uns eingebundenen Strukturen sind es die helfen schneller zu klären, welche Bedeutung die Dinge und die Ereignisse in unser aller Leben haben, auch jene beim Betrachten eines Fotos und erleichtert die Umstände einzuordnen. - Wir könne gar nicht anders, als das Ereignis eines Seheindrucks in Beziehung zu setzen zu früheren Erfahrungen, dem Fundus uns bekannter Fakten und Urteile. Ein Foto wird eingeordnen in das Wissen von der Welt und in das soziale Beziehungsgeflecht, in dem jede Reaktion bedeutung haben kann.

Bei dieser Auseinandersetzung ist die Tradition der vorherrschenden Bildsprache das wichtigste Hilfsmittel eines um Ordnung und Übersicht ringenden Geistes. Tradition ist gleichsam der Wegweiser, um Eindrücke schneller einorden zu können.

Wohl jeder hat die Reaktionen auf Fotos bei anderen Beobachten erleben können, zum Beispiel in einer Ausstellung. Dabei wird man häufiger nach seiner Meinung gefragt, soll eine Anzahl von Bildern erklären oder ein spezielles Seherlebniss über ein einzelnes Foto in Worte fassen.

Jenes so simpel vorgebrachte „du warst doch da“, verlangt im allgemeinen nach einer Übertragung vom subjektiven Eindruck in objektivere Maßstäbe, mit Hinwendung und unter Berücksichtigung eines angenommenen Vorverständnisses der Fragenden. Und so wird in Vergleichen zu anderen Fotos und Bildern geantwortet. Ein subjektiver Seheindruck erhält einen objektiver wirkenden Überbau, um Antworten zu können, wie er unserem kulturel geprägten Selbstbild entspricht, als Wissende in einer wissenden Welt. - Aber warum dem nicht direkt antworten, in Worte fassen, was beim Sehen geschehen ist? Weil vielen Erwachsenen bewusst ist wie nah und unreflektiert dies wirkt. Einerseits wollen wir, in überwiegender Mehrheit, unsere Gefühlen nicht bei jeder Gelegenheit entblößen und zugleich sind wir bemüht, wegen unseres Selbstbildes als sozial handelnde Wesen, den Fragenden möglichst viele Aspekte unseres Seherlebnisses zu bieten. Dabei spüren wir jedoch auch die Unzulänglichkeit jeder Objektivivierung. Spürbar wird wie eine Erklärung von den persönlichen Eindrücken entfernt, weil Worte das vielschichtige Erlebnis entrücken, in die Sphäre des Abstrakten verschieben. Je näher uns der Fragende steht dessen eher können wir hoffen jenseits dieser Distanz noch verstanden zu werden.

Kulturelle Merkmale benutzen, so hilfreich sie beim Sprechen über Fotos erscheinen, bedeutet in Wertungen zu sprechen. Dies begrenzt jede Wiedergabe eines Seheindrucks auf die Möglichkeiten der Vorurteile, gleichgültig ob diese Substanz haben oder irrelevant sind. Doch haben sich diese Werturteile in einem größeren Zusammenhang gebildet. Sie kommen zum Beispiel aus der Kunstgeschichte und bieten einen „neutralen“ Ansatz um über Fotos zu sprechen. Der Zugriff auf diese Wertungen bietet Sicherheit. So steht man auf den deutlich größeren Schultern anerkannter, namhafter Verständiger, die das einmalige, subjektive Erleben in eine anerkannte Bedeutung, schon dadurch einen Wert vermitteln.

Wie wirkmächtig ein kulturelles Erbe ist kann am Beispiel von Besuchern einer Ausstellung betrachtet werden. Dort erwarten Besucher das eingebunden sein in einen größeren Bedeutungszusammenhang, es wird „Kultur“ geboten, über dessen Wert eher weniger Zweifel bestehen wird, schon weil es eine öffentliche Veranstaltung ist. Über den Besuch einer Ausstellung kann problemlos gesprochen werden, da dies als anerkannte kulturelle Handlung gilt und ihr ein Eigenwert zugeschrieben wird, der besondere Bedeutung zukommt.

Die Besucher einer Ausstellung erhalten zumeist schon im Vorfeld und während der Veranstaltung entsprechende Informationen als Hilfereichungen, wie die Seheindrücke verstanden werden sollten, was sowohl der schnellen Orientierung und Einordnung dienen kann, doch zugleich auch Sicherheit bietet in einem größeren Zusammemhang zu stehen, in dem es legitim wird, zum Spiel mit der Bildung gehört, verschiedene Perspektiven einzunehmen. So gibt es jene (snobistischen) Betrachter, die „schon besseres“ gesehen zu haben meinen und sich häufiger dann noch mit den Urteilen anderer, namhafter Kritiker schnücken. Da sind jene Ratlosen, die eher abwehrend urteilen: „das muss man mal gesehen haben, sehr interessant“, dann aber wenig mehr kundtun mögen. Und schließlich jene überwiegende Mehrheit, die im Bewusstsein des kulturellen Ereignisses gefangen bleibend sich daran erfreuen jene vorgefassten Worte und Urteile fehlerfrei wiedergeben zu können, die andere bereits produzierten. Damit umgeht man jede Stellungsnahme zum Gesehenen. Nicht so selten wird in fascher Bescheidenheit darauf verwiesen das man „kein Sachverständiger“ sei. - Aber wer sonst kann das Erlebnis der inneren Bewegheit wiedergeben?

Damit möchte ich auf keine Fall einer unreflektierten Subjektivität meine Zustimmung geben. Zur direkten Wiedergabe eines Seheindrucks, einer innerern Bewegtheit, gehört sehr viel Urteilskraft, Abwägen und Distanz von sich selbst. Ansonsten erreicht man die Anderen nicht, stellt sich selbst in den Mittelpunkt - noch dazu ohne Substanz.

(1) Zur gegenstandlosen Photographie, siehe: (o.D.) „Vom Verschwinden der Dinge aus der Fotografie““, Austellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie des Kurhauses, Zingst, vom März bis Mai 2008.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Eine aufschlussreiche Reaktion von Corel

16. Februar 2012

Es erreichte mich eine E-Mail von Core,l die ich soeben beantwortet habe.

“Sehr geehrter Herr Ahlhaus

Ihre Anfrage an Herrn Schade wurde an mich weitergeleitet.

Bitte bestaetigen Sie mir kurz, dass Sie eine Rueckerstattung des Produktes haben moechte. Darueber hinaus bitte ich Sie, mir  das Link der Webpage und den Text als Screenshot beizufuegen, wo Sie auf unserer Website gelesen haben, dass Privatpersonen keinen Anspruch auf die 30 Tage Rueckgabegarantie haben.

Ich hoffe Sie koennen verstehen, dass ich nicht auf die Inhalte Ihrer Blogbeitraege eingehen kann, da diese bereits im ersten Beispiel zeigen, dass Sie schon seinerzeit PSPX2 nicht zu bedienen wussten. Natuerlich hat auch das RAW Fenster in der X2 Version eine Vorher-Nachher Ansicht.

Mit freundlichem Gruss
SimoneH
Corel UK

ref:_00D60Jqva._50060HDj42:ref”

​Sehr geehrte SimoneH.
 
So scheinen meinen Beitrag im Blog nur überflogen zu haben, sonst wüssten Sie sehr wohl das ich an keiner Stelle behauptet habe das Privatpersonen kein Geld zurück erhalten. Es ist “nur” nicht so einfach. Zudem stellen Sie falsch dar das ich darauf abhübe, dass in PSPX2 das Vor-Nachher-Fenster nicht existiert. Im Gegenteil, weil es dort existiert und nützlich ist möchte, kann ich dies auch nur wieder wünschen. - Übrigens, das erste Fenster meines Blog-Beitrags zeigt den fehlerhaften Aufbau einer missglückten, automatisch von Corel kontrolliert ablaufenden Installtion von PSPX4.  
Zudem kann ich mit ziemlich vielen Programmenen umgehen, wenn auch nicht immer bis in alle Feinheiten - wer kann das von sich sagen - gerade im Vergleich der bildlichen Ergebnisse.
Ihr E-Mail bringt mich auf jeden Fall zu der Einsicht alle Versionen von PSP zu behalten, sonst hätte ich keinen Beleg für die korrekte Darstellung auf meinen Blog.
 
Aber ich danke Ihnen für die zutiefst aufschlussreiche Art Ihrer E-Mail/Reaktion und werde die Kommunikation online stellen. So können meine Leser einen Eindruck von der Kundenorientierung erhalten.
 
Mit freundlichen Grüßen
Adrian Ahlhaus 

Nachtrag: Natürlich - Leser meines Blog kennen das - sind mir auch in meiner Anwort-E-Mail eine paar Schrie(ei)bfehler untergekommen, die ich hier im Text korrigiert habe.

Nachtrag 2 (16:15): Nur kurze Zeit darauf erreichte mich eine im Ton freundlich gehaltene E-Mail von SimoneH, die verschiedene Punkte in meinem Text anspricht, die für fehlerhaft gehalten werden und deshalb einigen Unmut erzeugten, was die erste E-Mail erklären mag. - Mit Blick auf meinen Blog möchte ich jedoch feststellen, dass die Dinge genau so gelaufen sind, wie ich diese beschrieb und meine, hinreichens mit Bildern dokumentiert zu haben.

Corels “30-Tage-Geld-zurück-Garantie” und anderes

15. Februar 2012

Noch ist das Thema “PSP” nicht beendet, der Beitrag von gestern (unten) ist in keinem Punkt überholt. Allerdings fand ich heute abend einen Link auf der Seite “Wissensdatenbank” (per Link nicht zugänglich) von Corel für Deutschland, der einen Einblick gibt wie sich die versprochene 30-Tage-Geld-zurück-Garantie real darstellt. Beim Anklicken des Links “Produkt zurück geben” erscheint eine englischsprachige Seite über die Voraussetzungen der Rückgabe (ich kann keinen Einblick geben, da derzeit auch hier kein Link gesetzt werden kann). Von dort geht es zu einem englischsprachigen Formular, das im Internet versendet wird. - Jetzt weiss ich zumindest, dass es bis zu 30 Tage dauern kann bis das Geld zurück überwiesen wird.
(Jene Seite, die die Voraussetzungen der Rückgabe beschreibt, ist in diesen Minuten (01.10 Uhr nachts) nicht mehr zu erreichen - hoffen wir mal das Beste für die Kunden.)

Ein weiteres, unerwartet schönes Ergebnis: Es ist jetzt 02.15 Uhr in der Nacht. Und soeben entdeckte ich, über einen Umweg, dass das altgewohnte, kontextsensitive Lernstudio doch existiert. Man schaltet die “Verankerung” für das Lernstudio in “Einstellungen/Allgemeine Programmeinstellungen” aus. Als ich dann das unverankerte Lernstudio aufrief, es nicht mehr am Randbereich sondern mitten in der Arbeitsoberfläche sich öffnete, war das gewohnte, kontextsensitive Lernstudio für die Werkzeugleiste aktiv. - Also auch das geht.

Noch etwas musste ich bemerken -mea culpa: Die unten präsentierten Bilder zeigen die Arbeitsoberfläche des Rand “dunkelgrau”, nicht “mittelgrau”. Bei allem Wust und Würg mit dem neuen PSP habe ich im Laufe der Wochen eine erstrebte Einstellung dann doch nicht umgesetzt. - Daran sieht man was einem passieren kann, wenn eine gewohnt-vertraute Arbeitsumgebung durch Neuerungen ersetzt wird. Weil es ihnen ähnlich geht, deshalbb tun sich so viele Menschen schwer damit ein neues Programm auszuprobieren, wenn schon der Umstieg auf eine neuere und komplexere Nachfolge-Version seine ganz eigenen Tücken haben kann.

Das beste Corel PaintShopPro das es jemals gab? Oder doch besser zurückgeben?

14. Februar 2012

Bei der Installation der neuen Version „Corel PaintShop Pro X4“ taucht ein Versprechen auf einem der wechselnden Bildschirme auf – das Beste! Die böse Überraschung folgte inmittelbar. Und ich war gleich zu Beginn nahe daran dieses „X4“ zurück zu geben. Dafür räumt einem Corel vollmundig dreißig Tage ein, falls man das Produkt im Internetshop von Corel erworben hat. Da ich die Box-Version 2 besaß, wegen des gedruckten, im eher lächerlichen „Handbuches“ für X2 mit rund 70 Seiten im Taschenbuchformat wenig Gegenwert erkennen konnte, nutzte ich dieses Mal den Download der Software. Obwohl Corels „PaintShop Pro X4“ noch unterhalb des Preises von Adobes „Photoshop Elements“ liegt, wird man beim Online-Direktkauf dahin geführt darüber gehend einzukaufen. Die Häkchen für alle Zusatzangebote müssen weg. - So war ich mit rund 70 Euro dabei (minus zwei Cent).

Allerdings, die Testversion (30 Tage) hatte ich bereits kopfschütteln zur Kenntnis genommen. Der in X4 nun dreiteilige Aufbau der Software lief gar nicht rund. Das schien mir zuerst eine „Eigenheit“ dieser Testversion zu sein. Zu diesem Zeitpunkt war meine Meinung über Corel und zu PaintShotoPro (kurz PSP) geprägt von den langjährigen positiven Erfahrungen mit der Version X2, eine Bildbearbeitung die einige internationale Anerkennung fand. Doch nun sollte alles noch schneller und noch besser gehen – in der Werbung von Corel, nicht auf meinem Rechner.

Der nun erste Teil von PaintPhotoPro X4, der „Verwalter“, startete in meiner ersten Testphase gar nicht, beim zweiten neuen Modul, „Anpassen“, erschien zwar die Oberfläche, jedoch ließen sich viele Funktionen nicht nutzen. Einzig das mir vertraute, unverändert erscheinende Modul unter dem Reiter „Bearbeiten“ schien als altbekanntes Programmteil so zu funktionieren, wie es sollte. - Bis ich eine RAW-Datei importierte. Dann hatte ich es mit doppelten Fenstern zu tun. Siehe dieses Bild:

doppelte Fenster

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Der altbekannte Raw-Konverter war unverändert gegenüber der Version 2, funktionierte auch, bot aber keine Bildvorschau, dieses Nebeneinander von Ursprungsbild und Bearbeitung, das oberhalb der Regler aus X2 vertraut war.

Kein Auswahlfenster

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In Version 2 funktionierte das noch. - Man braucht diese zwei Fenster, um in diesem RAW-Konverter beliebig viele Markierungen setzen zu können, die jene Bereiche festlegen, die als neutrales Grau, Schwarz oder Weiß dargestellt werden sollen.

Die Version 14.105 war auf meinem PC. (Der Servicepack 1 ist darin enthalten.) Sollte ich X4 zurückgeben und die zuverlässig laufende Version X2 nutzen? In X2 hatte ich den lästigen Verwalter, der so ähnlich wie bei Googles Picasa sucht und dies in Bereichen der Festplatte, die gar keine meiner Bilder enthalten, da sie auf einer speraten Partitionen abgelegt sind. Zudem nutze ich eine Bildverwaltung, die zugleich mein RAW-Konverter der ersten Wahl ist, da damit fast alle Aufgaben zufriedenstellend erledigt werden können. - Und schnell geht es damit.

Gerne wäre ich zu meinem parallel installiertes X2 zurück gekehrt. Diese war nach der Installation von X4 nicht mehr zu starten!

Um es kurz zu machen, von der neuen und angeblich viel schnelleren und besten Version hatte ich gleich zu Beginn einen zweifelhaften Eindruck. Nachdem ich das Projekt „X4“ mehr als eine Woche vor mir hergeschoben hatte deinstallierte ich „PaintShopPro X4“ und installierte neu. Das Ergebnis: nichts hatte sich geändert. Es gab nur einen weiteren eigenartigen Bildschirm, bei dem das Programm sich aufhängte:

Raw-nix

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Allerdings, Corels PSP, wie schon die Vorgängerversion, gräbt sich mit einem speziellen Programm zur Überwachung der Lizenzsierung in die Registry-Datenbank, „Protexis“ benannt. (Das Programm muss zusammen mit Windows starten. Man darf dies nicht verhindern, z.B. in „Systemsteuerung/ Systenkonfiguration/ Systemstart/“, den Start beim Hochfahren des Rechners unterbinden.)

Also, noch ein letzter Versuch, weil ich Corel nach so vielen Jahren nicht leichthin verwerfen mag - Ich räumte von Hand die Registry aus, entfernte alles was Corel, Ulead und Protexis hieß. Nach erneutem Hochfahren des Systems installierte ich PantShopPro X4. - Und wie ein Wunder, die Testversion lief, installierte den Servicepack 1, nachdem diese Version erneut in meinem Account registierte war Erleichterung und Vorfreude. Nun brauchte nur noch die mir per E-Mail übersandte Codierung einzugebenn und da war sie, die Vollversion, die tatsächlich in allen Funktionen lief und keine Bilddarstellungsfehler zeigte und nicht zeigen würde. Corel neues PhotoShopPro X4 (kurz PSP) läuft seither stabil.

Waren damit alle Probleme vom Tisch? Oh nein, jetzt ging es mit den „Haken und Ösen“ erst richtig los. Doch so weit gekommen mache ich weiter, dokumentiere einige Bildschirmansichten, die ich hier zeige.

Bei Problemem nach Hilfen über das Internet suchen? - Haben Sie schon mal versucht in endlosen FAQs eine Lösung ihr Problem zu finden? Nach zehn Minuten ist man seinem Problem noch keinen Schritt näher gekommen. Und so meide ich, aus früheren Erfahrungen mit Corel, diesen Weg, fresse mich nicht durch einen Haufen nutzloser, weil für mich nicht zutreffende Fallbeschreibungen. (FAQs scheinen woanders auch nicht besser zu sein.)

Besonders sinnfrei „hilft“ der neue „Corel Guide“. Dies Fenster lässt sich oben rechts auf der Arbeitsoberfläche aufrufen – und ist rekursiv. Das aufgerufene Fenster verweist auf das Symbol und dieses öffnet das Fenster. Hier stellt sich nicht mehr die Frage: was haben die Programmierer sich dabei gedacht. Haben die hier ihren Blackout-Tag genommen, der zudem den Servicepack 1 unverändert überstand, weil man das so witzig fand?

Corel-Guide

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Von der versprochenen Schnelligkeit habe ich weiterhin einen gemischtes Eindruck. Einerseits kenne ich Version 3 nicht. - Sie schien mir zu wenig Neuerungen zu haben, als das mich diese Version interessiert hätte. Im zentralen Element „Bearbeiten“, das ist der Programmteil der „PaintShop ProPhoto X2“ so bekannt machte und viele Kunden zu Corel brachte, hat sich nach meinem subjektiven Eindruck bei der Geschwindigkeit mit PSP nicht viel getan. Wenn etwas schneller wurde, dann ist es mein neuerer Rechner.

Trotzdem, beim neuen Modul „Anpassen“ sollte man die wahre Geschwindigkeit gut erfassen können, unabhängig von fehlenden Erfahrungen mit der früheren Versionen X3, arbeitet doch hierbei alles in 16 Bit. Doch im Vergleich zu meinem gekauften RAW-Konverter erlebe ich da keinen Unterschied – was kein schlechtes Zeichen ist.

Deutlich anders als bei Corels X2 Bildbearbeitung – es gibt neben X4 noch abgespeckte Programme – kann ich wenig Neues am zentralem und an der Oberfläche weitgegend unveränderten Modul „Bearbeiten“ von X4 entdecken – wovon ich weiter unten berichte –, außer von vielen „Nickligkeiten“, das sind jene angesprochenen und noch folgenden „Haken und Ösen“, die einem den Umgang mit PSP verleiden können, zumindest recht lästig und störend sind.

Beispiel: Fasst man mit der Maus einen der Regler unter dem neuen Bereich „Anpassen“ an, bleibt beim Verziehen nur kurz stehen, man möchte (siehe Bild unten) den Regler eigentlich nur nach z.B. den Wert 4 verstellen, stoppt allerdings beim Wert 3, schon fängt das Programm an zu arbeiten, wie am blauen Fortschrittsbalken unten zu sehen ist. Derweil geht nichts mehr und schnell ist das auch nicht. Es vergehen etwa 4 Sekunden. (Zeit genug zum Überlegen, ob ein Screendump die Prozedur visualisieren kann.)

Fortschrittsbalken-Gedenksekunden

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Mehr als lästig: Man kann über die Oben-Unten Buttons, wegen des sofortigen Starts der Software, zu einen bestimmten Wert nicht hinklicken, weil man bis zu diesem, zumindest auf diesem Weg, nicht kommt, ohne vom Programm unterbrochen zu werden, mit entsprechend nutzlosen Pausen.

Liebe Programmierer bei Corel: schnelles Arbeiten hat auch mit einer durchdachten Programmierung zu tun. (Und überhaupt, wo waren die Beta-Tester für dieses Programm? Oder vertue ich mich, und ich selbst bin – wie alle anderen Käufer – damit gemeint?
Am Screendump sieht man was passiert, wenn PSP an die Arbeit geht. Das Bild wird während der Zeit verpixelt , glättet sich unittelbar nach der Neubearbeitung. Zumindest das ist schnell.

Schnell ist relativ. „Corel PaintShopPro X4“ ist aus einem urspünglich für komplexe Bildbearbeitungen geschaffen Programm entstanden, jetzt um zwei neue Module erweitert. Wobei, das erste Modul, der „Verwalter“, der ist als Palette in der Version X2 bereits enthalten und taucht auch als Palette im dritten Modul „Bearbeiten“ unverändert wieder auf. X4 ist nicht schneller als sein großer US-Konkurrenz. (JPEGs drehen, die Helligkeit bearbeiten, Ausschnitte festlegen und ähnliches, das können alle Programme sehr schnell erledigen. Bei RAW-Daten kochen dann aber alle mit Wasser, auch bei Corel.)

Wie kann Corel Bilder verwalten? Das Suchen und Darstellen ist kein Problem. Das Öffnen von Bildern geht fix und zudem mit Farbmanagement, auch mit 16bit-Farbtiefe. So etwas sollte heutzutage selbstverständlich sein, sofern eine Bildverwaltung ernst genommen werden soll. Was zum Verwalten ebenso gehört, dass ist die Eingabe von Daten und Fakten, zum Beispiel über Aufnahmesituation und Copyright oder bestimmten Nutzungsbeschränkungen. Doch im Modul „Verwalter“, darin kann man nur Daten in die Datenbak des Programms eintragen, nicht jedoch in EXIF oder IPTC. Ein eigenartiger „Verwalter“ ist das, der eher nichts verwaltet. Denn wenn man es probiert erschient ein kleines Fenster das eine Auswahl bietet, wie das Fenster von EXIF oder IPTC erscheinen soll, siehe den Sccreendump.

Hier ist kein Eingabefeld

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Erst im altbekannten Modul „Bearbeiten“ kann man über den blauen i-Button auf EXIF und IPTC zugreifen und darin zusätzlich jene Daten unterbringen, die bei der Weitergabe von Bilder eingebettet bleiben, sofern man dies nicht verhindert.

Bei solch widersprüchlichen Eindrücken stellt sich die Frage: ist „Corel PaintShopPro X4“ irgendwie „professionell“. Was den Bereich „Bearbeiten“ betrifft, daran hat sich glücklicherweise nur wenig verändert, kann anspruchsvolle Aufgaben wahrnehmen. Allerdings ist der erste Eindruck der neuen Oberfläche: Die Icons sind schrecklich verspielt bunt! Und loswerden kann ma diese quietsche-bunten Icons nicht. (Geht doch -siehe meinen Nachtrag 2.) Jedoch, weiterhin lässt sich die Oberfläche von Schwarz in Grauwerte verändern – wie in meinen Bildbeispielen zu sehen ist, womit ein farbrichtigerer Bildeindruck entsteht. Weiterhin und gewohnt arbeiten fast alle Filter/Werkzeuge in einer Farbtiefe von 16bit. Man kann dies leicht überprüfen, wenn man fünfstellige Zahlenwerte des Farbpickers liest, vorab der entsprechden Farbraum eingestellt ist, wie unten im Bild. Hier wurden die Farbwerte des Farbwerten des Himmels markiert, der bei dieser Kamera – aber nicht nur dieser – in PSP wie auch der Vorgängerversion immer unnatürlich wirkt. (Natürliche Himmelsfarben sind kein Stärke von PSP. Dafür kommen andere Farben wie von Corel gewohnt sehr natürlich, jenes häufig auftretende, völlig übertrieben gesättigte, “digitale” Grün. Abweichende Farben findet sich bei PSP erfreulicherweise nur bei nicht stark gesättigten Himmelsfarben.)

Farbtiefe

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Warum zusätzlich zum Modul „Anpassen“ der altvertraute und doch etwas angestaubte, weil in den Funktionen eingeschränkte „RAW-Konverter“ im Modul „Bearbeiten“ geblieben ist, obwohl das neue „Anpassen“ diese Arbeit leichthin und weitaus besser erledigen kann-könnte-wenn, ist mir ein Rätsel, das wohl nur die Leute von Corel klären können.

Aufklärung über die neuen Filter in PSP erhält man in dem nun über 200 Seiten starken Handbuch leider nicht. Die Filter „Lokales Tonmapping“ und „Resonanz“ sucht man vergebens. Zum eindeutig schlechten, weil überflüssig für alle Einsteiger in das Programm, wurde die Palette „Lernstudio“ verändert. In der Version von X2 war das “Lernstudio” kontextsensitiv. Das hieß, wenn diese Palette auf der Arbeitsoberfläche aktivierte war, dann wurde zu jedem angeklickten Filter/Werkzeug ein Hinweistext zur Funktion und Anwendung ausgegeben. Gerade für Einsteiger und für Zeitgenossen wie mich, die nicht jeden Tag, wenn nötig dann jedoch stundenlang ein Bild bearbeiten, ermöglichte das alte „Lernstudion“ ein schnelles Hineinfinden in selten gebrauchte Filter und ihre Anwendung. Nun erfährt man nicht mehr als in der Online-Hilfe, die unter anderem im Handbuch sucht und dessen Seiten sichtbar macht.

Es bleibt dem Neueinsteiger zum Kennenlernen von PSP unter anderem dieses Handbuch. Es ist wie üblich aufgebaut, was meint, das es frei von jeglicher praktischen Didaktik ist und zum Nachschlagen, schon wegen eines immens „löchrigen“ Index zu nichts taugt, auch und obwohl man man es während der Arbeit Online aufrufen kann. Die unter „Vimeo“ abgelegten, derzeit 66 Videos, sind kaum der Rede wert. Unter den vielen Sprachen, von japanisch, über russisch, italinisch bis kroatisch, findet sich unter anderem auch ein mit „DE“ gekennzeichnetes kleines Video zu „Photo Blend“. Und wie der Titel verrät, es ist in Englisch und für meinen Geschmack ein Gimmick, für Dummies, die trotzdem „Bildbeabeitung“ können sollen wollen.

Wirklich neu benannte Filter finden sich in „Anpassen“ und in jenem Modul, weswegen man PSP kaufen sollte, in „Bearbeiten“. Allerdings gibt es keinerlei Hinweise zu den Filten, etwa zu „Resonanz“, nur dieses Fenster. Es erscheint, wenn die Hilfe-Funktion direkt im Fenster des Filter ausgerufen wird und verweist auf einen alten, wohl überholten Text.

Resonanz-Erklärung-Hilfe?

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Allerdings, wenn man die entsprechende Funktion ausführt, dann kann man einen Eindruck von den Möglichkeiten erhalten, siehe unten die beiden Bilder, ohne und mit „Resonanz“. Im zweiten Bild „Resonanz“ weisen mehrere kleine gelbe Pfleile hin auf die farblichen Veränderungen und damit auf die Wirkung des Filter, das ich im Sinne des Bildes nur mit kleinen Werten anwandte, was selbst in sRGB sichtbar wird.

Bild ohne Resonanz-Regler

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mit leichten Resonanz-Werten

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Ebenso findet sich keine echte Hilfe bei „Lokales Tonmapping“, bei der sich gleich zwei Seiten auftun, die beide dieses mehrere Funktionen zusammen fassende Filter nicht erklären können, weil es darin nichts über okales Tonmapping zu lesen gibt.

fehlender Hilfetext zum Tonmapping

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Und was macht das Filter? Hier zwei Beispielbilder zu Tonmapping. Im Vergleich wird die Veränderung sichtbar, oben ohne und darunter mit Tonmapping bei kleinen Werten.

das Aufrufen von lokales Tonmapping

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mit kleinen Werten bei Tonmapping

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Während das Filter „Resonanz“ im Pulldownmenü „Farbton und Sättigung“ zugeordnet ist, wird „Lokales Tonmapping“ zu „Helligkeit und Kontrast“ geordnet. Das sagt einiges über die dahinter stehenden komplexen Funktionen, die sonst nur über Änderungen der Kurven in den Farbkanälen oder an der Gradationskurve erreicht werden könnten.
Diese Filter finden sich bereits in „Anpassen“. Ebenso sind „Fülllicht und Klarheit“ da und dort doppelt im Gesamt-Programm.

Irgendwie fühlte ich mich bei PSP X4 eingeladen den „Verwalter“ und den Bereich „Anpassen“ links liegen zu lassen, sogleich mit dem vertrauten „Bearbeiten“ das Programm zu starten. Das geht auch, lässt sich unter „Einstellungen“ sogar festlegen. Das ist genau das was ich bisher auch tat: im externen RAW-Konverter meine Bilder aufbereiten, Daten für die Ablage bearbeiten und ein 16-bit TIF abspeichern, das ich dann in X2 öffnete. Abgesehen vom Hochpass-Schärfen, was mein RAW-Konverter nicht kann und in X2 enthalten ist, brauche ich die neuen Filter von X4? Nun, sie sind effektiv und bequem. Von Hand in den Kurveneinstellungen die passenden Werte zu ermitteln, das dauert erheblich länger und ist zudem eine Vorgehensweise, die sehr anfällig bleibt für Missergebnisse.

Erwähnenswert: So sehr, wie oben beschrieben, die Regler in „Anpassen“ nicht zur direkten Eingabe geeignet sind, so einwandfrei funktionieren diese unter „Bearbeiten“. (Offensichtlich ließen die „alten“ Programmierer etwa 500 Millisekunden an Pufferzeit vergehen, bevor eine Aktion ausgeführt wird. Damit funktioniert das Hoch- und Runterklicken von Zahlwerten bis hin zum gewünschten selbst an den neuen Filtern problemlos – geht doch. Warum nicht im neuen Modul „Anpassen“?

Zu den neuen Funktionen in „Bearbeiten“ gehört auch „Objektextrahierung“ und „Schärfentiefe“. Während ersteres ein gelegentlich brauchbares Filter sein kann gehört letzteres, für mich, auf die Spielwiese. - Es passt zur Anmutung den quietche-bunten Icons.

Fehlerhaft waren schon in der alten Version X2 die Filter „Umfärben“ und „Füllen“. Das bleibt in der neuen Version von PSP genau so. Die vorgegeben Werte haben gar nichts bis wenig mit den Ergebnissen zu tun. Siehe unten die Bilder zu „Umfärben“ und „Füllen. Darin sind die ausgewählten Zielfarben und die Ergebnisse markiert. Zudem fehlt in X4 die alte Farbpalette mit den sRGB-Paletten-Farben, zur Schnellauswahl. Denn so wie jetzt sind die Füllwerte mit den Konturwerten überhaupt nicht identisch anzulegen, es entsteht immer ein abweichender Rand.

Umfärben

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Himmelsfarbe mit Füllen

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Rückblickend habe ich mich über diese Version von PSP X4 deutlich mehr geärgert, denn gefreut. Und nützlich ist das neue Gesamtpaket eher eingeschränkt, für mich bringt es nichts wesentliches mit. Insgesamt kann man „Corel PaintShopPro X4“ bescheinigen das der gute Kern, das Modul „Bearbeiten“, weitgehend bewahrt blieb vor spieltriebigen Programmierern. Während der „Verwalter“ so eingeschränkt nützlich ist wie bei allen nicht dezidiert als Medien-Datenbank arbeiten Programmen. Das Modul „Anpassen“ könnte den alten RAW-Konverter in „Bearbeiten“ leichthin ersetzen, wenn dessen Funktionalität verbessert würde.

Hat das neue PSP einen Nutzen? - Dem Einsteiger eröffnet es die kompexe Welt der Bildbeabeitung und bietet einen leicht verständlichen Einblick in die Bildverwaltung und die RAW-Bildbearbeitung. Allerdings, die meisten neuen Funktionen sind unausgereift, weil zumeist nervig in der Anwendung. Zudem weiss man nie was das neue X4 außerhalb des Modus „Bearbeiten“ macht oder tat. Leider gibt es in „Anpassen“ keine sichtbaren Verlaufs-Palette. Die Regler stellen sich einfach von selbst auf den Ausgangswert „0“ wieder zurück, sobald ein neues Filter benutzt wird. Somit ist ein Rückgängig machen nur über einen „Zurück-Button“ möglich. Doch damit wird auch alles Bisherige verändert, bis man wieder auf Anfang steht. Ein richtiger (käuflicher) Raw-Konverter kann das deutlich besser – und nur das ist professionell. Nervig auch das der Regler für „Hochpass-Schärfen“ im Modul „Anwenden“ sich nicht die letzte Einstellung merkt und immer mit dem Wert 10 startet, der für mich meist gänzlich falsch ist, so auch noch den falschen, ersten Eindruck vom Bild vermittelt. „0“ wäre die bessere Basis.

Wie schon oben erwähnt: „Corel PaintShop ProX4“ stürzte seither, außer bei der ersten, irgendwie verunglückten Installation, vieleicht wegen der alten Version und im Zusammenhang mit “Protexis”, nicht mehr ab. Es zeigten sich, abgesehen von den beschriebenen Unzuläglichkeiten, keinerlei Instabilitäten, weder bei der Geschwindigkeit noch beim Bildaufbau.

An dieser Stelle – aufmerksame Leser haben es bemerkt, habe ich über die zwei Wochen des Testens den Monitor gewechselt, was am geänderten Seitenverhältnis deutlich sichtbar ist. Zudem fing ich auch öfter neu an mit dem Programm mich vertraut zu machen, so das die Bearbeitungsschritte in den Bildbeispielen nicht durchgängig sind.

Zum Schluss das vorläufige Endergebnis des Fassaden-Bildes.

vorläufiges Endergebnis

Der Link zum größeren Bild.

Insbesondere für diese hier sichtbaren Bearbeitungsschritte nutze ich Corels Bildbearbeitung. Man sieht in der Bildmitte, direkt unterhalb des Daches auf der blauen Farbe den deutlich verminderten Lichtreflex, der auf den anderen Bildern noch fast rechteckig hervor tritt. Kritische Seher werden bemerken das die helle Fassade rechts leicht verändert wurde, da dies meinem Eindruck bei der Aufnahme näher kommt.

Nun ja, ich werde versuchen PSP zurück zu geben. Ein intensiver Blick in die Supportseiten von Corel lässt erkennen dass dabei einige Stolpersteine zu überwinden sind. - Corel rät diesen Weg über den Support sich zu erleichtern, indem man einen zusätzlichen Supportdienst kauft, ein Dienst für über 12 Euro! - Das also ist die neue und „bessere“ Welt von Corel. (Vor einigen Jahren bestand der Support für Deutschland aus einer Telefonnummer, die zu über die Jahre sehr genervten privaten Telefon-Anschlussbesitzern in den neuen Bundesländern führte. Wenigsten dies ist seit meinem damaligen Blogbeitrag beendet. - Vielleicht geschieht nach diesem Beitrag auch etwas positives.

© 2012 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Nachtrag am 14.02.2012 um 00:32 Uhr: Die Rückgabe ist vertrackt und letztlich unmöglich. Der Weg geht über die Anmeldung, dort erhält man eine PIN. Es findet sich nach einigem Suchen eine Seite auf der steht in fetter blauer Schrift der Link “Rückgabe eines Produkts”. Für die notwendige RAM-Nummer soll der Kundendienst kontaktiert werden. Der Link führt zur einer Seite die darauf hinweist das für Deutschland gilt: Unterstützung online. Dieser Link führt letztlich ins Aus, zur “Wissensdatenbank”. Ganz unten der Link und hier wörtlich wie es dort steht: “wenden Sie sich am Supportdienst”. Der Link von “Selbshilfesupport” ist eine öffentliche zugängliche Seite die man unter “Support/Kontaktausnahme mit unserem Garantie-Support” erreicht” und führt zur “Wissensdatenbak” zurück, alle anderen Links führen zu gänzlich anderen Anfragen. - Also schreibe ich jetzt eine E-Mail mit dem Link zu diesem Blog.

Nachtrag 2: Zur Bedienung. Habe durch Ausprobieren einen Weg gefunden diese bunten Icon abzuschalten. Mit rechtem Mausklick in die Arbeitsoberfläche im Modul “Bearbeiten” geklickt, dann öffnet sich ein Fenster, darin u.a. “Anpassen”, worin ein weiteres Fenster mit mehreren Optionen/Reitern öffnet. Unter dem dortigen Reiter “Optionen” lassen sich die Icon verkleinern und/oder in Grau darstellen.- Ein Hinweis auf diese Möglichkeit ließ sich im Handbuch nicht finden.

Neue Kamera-Technik – und neue Objektve?

22. Januar 2012

Was bedeuten die neuen Kameramodelle für die Praxis? Ist das nur der übliche Hype, befeuert von Werbekampagnen?

Vorweg, knapp und nüchtern: Vor allem bringen diese neuen Aufnahmegeräte mehr Videofunktionalität in die Fotoapparate. Damit aber keineswegs ein gutes Video, sondern das mit eingeschränkter Farbinformation in 4:2:2. Den Jalousie-Effekt in Videos , „Rolling Shutter“, müssen die Hersteller den verbauten CMOS-Bildsensoren erst noch abgewöhnen.

Bisher, auch wenn die Marketingsleutchen angesichts der neuen Modelle von Nikon, Sony, Panasonic, Samsung, Canon und Co. vor Begeisterung sabbernd auf die Pauke schlagen, eine digitale Fotokamera ist weiterhin kein Ersatz für eine gute Videokamera.

(Wer richtige Video will muss weiterhin jenseits von 30.000 Euro für ein Kameragehäuse inverstieren und eine entsprechnd leistungsfähige Videokamea kaufen. Dazu natürlich das Zubehör fürs gute Bild, guten Ton und eine ordentliche Bildansicht während und unmittelbar nach der Aufnahme. Für das Zusammenschneiden von Videosequenzen ist eine weiterführende, richtige Ausstattung nötig mit großer Rechnerleistung, leistungsstarker Grafik, Ton- und Videosschnitt-Software und einem hochwertigen Monitor.)

Daran ändert der rote übliche Knopf nix, der desöfteren lediglich zu einer versehentliche Videoaufzeichnung verhilft. - Der ist im praktischen Gebrauch sowieso eher überflüssig. Man kann so etwas auch mit dem Druck auf den Auslöser starten, wenn ein entsprechendes Videomenü existieren würde. - Ich empfinde den roten Knopf auf einer Fotokamera als Signal zur Kaufverhinderung, als Möchtegernknöpfchen, anstatt echter Videofunktion. (Anfang der Neunziger drehte ich auf Betacam mit fernsehtauglicher, das heißt sendefähiger Videotechnik. In dieser Erfahrung wurzelt meine Begeisterung für große, elektronische Sucher.)

Wo ist konkretes Wissen über die meisten neuen Kameras und ihre Bildsensoren jenseits der Werbebptschaften?
Testprotokolle sind nicht alles. Was zu sehen ist, die Auflösung von größeren Bildsensoren mit 1 Zoll über Mikro-Four-Thirds bis APS-C reicht von 12 Megapixel bis hin zu 24 Megapixel. Und dafür muss es die entsprechnden Objektive geben, was nicht so selbstverständlich ist. So manches heutige Kit-Objektiv ist mit 16 Megapixel bereits deutlich überfordert. Zudem konnte man dieser Tage lesen das nur wenige Einsteiger in ein Kamerasystem mit wechselbaren Objetiven auch solche kaufen. (In einem Interview Barney Brittens von dpreview.com mit dem Chief Operating Officer von Sigma, Kazuto Yamaki, publiziert am 18. Januar. 2012.)

Die derzeit gebotete optische Leistung von Systemkamera mit ihren Kit-Objektiv scheint den Ansprüchen vieler Hobbyisten bereits zu genügen. Allerdings werden von den Kameras mit 20 und 24 Megapixel höhere Erwartungen gesetzt, auch und gerade von den Käufern solcher Kameras.

Der Hersteller Sony bietet mit seinen CSC-Modellen – oder sollte man alle diese spiegellosen Kameras mit wechselbaren Objektiven doch besser ILC nennen – bietet allein mit den NEX-Gehäusen noch kein hochwertiges Kamerasysten, da die entsprechenden, leistungsfähigen Objektive fehlen, bis auf das mit „Zeiss“ gelabelte 24mm für rund 1000 Euro. - Hochwertige Objektive waren schon immer etwas teurer und darauf sollte man sich einstellen beim Kauf eines Kameragehäuses mit hochauslösendem Bildsensoren. Was deutlich wird bei diesem und anderen Herstellern, die Objektive werden videotauglich, das heißt arbeiten geräuschlos und mit Motorzoom.

Die Sony NEX 7 wurde ausführlich in English vorgestellt von Michael Reichmann aus Toronto/San Miguel, in einer Promotion-Serie, hier nachzulesen.

Vor zwei Tagen ist ein Bericht über die beiden Nikon 1-Modelle (V1 und J1) bei dpreview.com im bekannten, eher techniklastigen Test präsentiert worden. Ebenso auf dieser Site konnte man einen Test zur schon fast vergessenen, aber doch erst wenige Wochen jungen Nikon D7000 lesen, die in den Wochen vor Weihnachten einiges an Interesse generieren konnte.

Wenn die praktische Seite der Nikon V1 mehr interessiert, der lese den Bericht vom 21. Denzember 2011 von Gordon Laing. Es ist zwar nur ein Preview, also ein erster Eindruck, dafür bereits eindrucksvoll aussagekräftig.

Bei dpreview. com kann man von der Samsung NX mit ihrem neuen 20 Megapixelsensor lediglich einen Vergleich der RAW-Studioaufnahmen sehen, mehr nicht. Dazu ruft man einen Testbericht, z. B. zur Nikon D7000 und darin die RAW-Aufnahme im Studio auf und erhält die Möglichkeit die NX200 als RAW-Daei in den Vergleich einbeziehen zu können. Es ist ein erstaunlich guter Bildsensor den Samsung uns Fotografen bietet. Dieser wird in einer erwarteten NX 20, eine voraussehbare Kamera mit eingebautem elektronischen Sucher, sicherlich ein interessantes Kamerasystem bietet, da bei Samsiung zur NX bereits einige Comsumer („Optima“ genannt) - und Carry- Objektive, somit preislich akzeptable Linsen erhältlich sind die vor den 20 Megapixeln nicht einfach nur in die Knie gehen. Höherwertige Objektive sind von Samsung für dieses Jahr angekündigt. Ein Adapter für Leica Objektive wird angeboten. (Adapter von Drittanbietern für Frendobjektive von Nikon, Canon, Olympus u.a. gibt es reichlich, allerdings mit eingeschränkten Funktionen.)

Ansonsten bleiben die renommierten, weil unabhängigen Objektivtests von Klaus Schroiff unter photozone.de, in denen bereits die Objektive zum neuen Nikon 1-System, zur Samsung NX200 und von Sony an der NEX 5 auf ihre technische Leistungsfähigkeit geprüft wurden.

Ebenfalls in Englisch ist eine in Polen beheimatete Website mit derweil umfangreichen Tests zu Objektiven nutzbringend, lenstip.com. Von der Startseite geht es über “Review” zu den umfangreichen Tests.

Es gibt einige Testberichte – die Aufregung bei Erscheinen des Kameras ist schon fast wieder vergessen – aus dem letzten Jahr zu den neuen 16 Megapixel Spiegelreflexen Nikon D7000 und Pentax K5 und natürlich zu den 24 Megapixeln der SLT-Modelle von Sony, der ɑ77 und der ɑ65, nachzulesen bei dpreview.com.

Über den neuen Bildsensor der Fujifilm X-pro1 mit einer neuen Farbmatrix kann eigentlich noch niemand außerhalb der Werbung etwas sagen. Zudem sind ungewöhnlich wenige konkrete informatives im umfangreicherne Preview von cameralabs.com nachzulesen, betrieben vom technischen Redakteur und Hobbyfotografen Gordon Laing in Queenstown, Neuseeland.

Ich schätze diese englischsprachige Website, auf die oben schon hingewiesen wurde, wegen der Testausflüge in die Praxis. Laings subjektive, praktischen Erfahrungen sind schön nachzuvollziehen und somit hilfreich, wenn man sich fragt: was taugt die Kamera in der Hand? Leider bleibt der erste Fotografier-Ausflug mit seinen Bildern zur erst vorgestellten und schon im März lieferbaren Fujifilm X-pro 1 merkwürdig aussageschwach. Und das angesichts einer Situation, da wohl recht viele wissen möchten wie sich die neue Anordnung der Farbfilter, diese „X-Trans“-Filter, in der Praxis auswirken, mit denen zudem auf einen AA-Filter verzichtet werden kann. (Obwohl, es gibt Bildsensoren mit konventinellem Bayer-Pattern, aber ohne AA-Filter, bei Hasselblad.)

Noch ein neues, spiegelloses Kamerassystem kündigt sich an, eines von Canon. Das neue Format des Bildsensors der neuen großen kompakten G1X, zwischen Mikro-Four-Thirds und APS-C gesetzt, erinnert mich an den Formfaktor von Sigma. Doch noch ist außer der Ankündigung mit technischen Spezifikationen und einigen nichtssagenden Previews zur G1X, gar nichts erhellendes über ein neues System von Canon zu erfahren, weder zu einem ILC-Gehäuse, noch zu den Objektiven, mit denen eine Sytemkamera erst zum System werden kann.

Da ist dann noch die neu vorgestellte Panasonic GX1 mit ihrem 16 Megapixel NMOS-Bildsensor Four-Thirds-Format und dem Mikro-Four-Thirds Bajonett. An diesem 4/3-System sieht man letztlich wohin die Reise mit dem Konsumenten gehen soll, wenn es nach dem Willen der Herstellern geht: Immer weniger mechanische Technik mutiert mit imer mehr Elektronik zu Kleincomputern plus angesetzte Optik und Monitor, um leichter und schneller bewegte Bilder aufnehmen zu können. Fotos aufnehmen, ja das können diese Kameras auch -noch.

Es ist so wie ich bereits vor Jahren hier im Blog schreib: Die digitale Fototechnik ist ein Abfallprodukt der Videotechnik. Selbst die bisher üblichen Objektive zum Fotografieren werden nun vermehrt auf ihre Videofunktionalität überprüft und überarbeitet. Allerdings fehlt den Konsumenten zur professionellen Videografie noch das Wissen und die Erfahrung, noch mehr als zur Photographie. Das gilt besonders für den Aufwand einer Videoproduktion und die technische Seite, das notwenige Equipment.

für die ZUkunft Wenn ich auf ein spiegeleloses, hochwertiges und bezahlbares Kamerasystem setzen möchte, die alle erst im Entstehen sind, dann wären es gleich zwei: das bestehende von Samsung mit den 20 Megapixels der NX und das zukünftige von Canon. Gerade Canon kann den Vorteil nutzen als Letzter ins Rennen zu gehen, hat die Reaktionen des Publikums auf die Konkurenzprodukte im Blick.
Sony murkst – mal wieder – nur rum mit seinem NEX-System, muss sich anstrengen gescheite Objektive zu präsentiren.

Das Systen Mikro-Four-Thirds (mFT) von Olympus und Panansonic scheint uneinholbar vorne zu liegen, wenn man die Liste der angebotenen Objektive betrachtet. Aber leider kann ich nur wiederholen was ich vor einigen Wochen schrieb: diese Objektive bieten ohne kamerainternes Aufhübschen bei Verzeichnung und Vignettierung wenig Qualität für eine weiterführende Bildbearbeitung, davon ausgenonnem sind ganz wenigen Linsen.

Nicht nur bei den Kameraherstellern gibt es viele X im Namen, sondern auch bei der Frage, was für Qualität bieten die neu angeboteten Kamerasysteme der Generation “X”.

© 2012 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Bücher die man sich selbst schenken muss

19. Dezember 2011

Obwohl zu Weihnachten viele Bücher verschenkt werden, sicherlich auch zur und über Photographie, gibt es deren einige, die man nur in Händen halten wird, wenn man sich diese selbst schenkt. Denn selten verrät sich den fotografisch unbedarften Betrachtern, welche bildlichen Schätze zwischen den Buchdeckeln verborgen sind.
Diese Art von Bücher habe ich einige entdeckten können, möchte diese aus der Menge gedruckten Papiers heraus heben.

Meine erste Empfehlung ist ein Buch mit Erinnerungen von Lorie Karnath und den eindrucksvollen Bildern von Sam Shaw, dessen Fotos das Buch füllen: „Sam Shaw – A Personal Point of View“.
Sam Shaw war jener Fotograf dem die Welt das Bild einer Blondine im wehenden weißen Kleid über dem Luftschacht einer U-Bahn verdankt. Obwohl Sam Shaw in jenen Tagen als Filmproduzent tätig war, „Das verflixte siebente Jahr“ ist seine Produktion, war und blieb die Photographie seine große Liebe. So porträtierte er fast alle Stars der Studios von Hollywood.
Wie Sam Shaw diese ins Bild setzt, das ist große, unaufdringliche Kunst. So mancher Betracher wird diesen Band aus dem Verlag Hatje Cantz übersehen oder achtlos beiseite legen. Das haben diese Fotos von Sam Shaw keineswegs verdient. Diese durchgestalteten, wie zufällige Schnappschüsse wirkenden Aufnahmen in schwarzweißen Bildern finde ich atemberaubend ausdrucksstark.
„Sam Shaw – A Personal Point of View“ von Lorie Karnath präsentiert einen der fast schon wieder vergessenen unter den großen Photographen.

„Sam Shaw – A Personal Point of View“ von Lorie Karnath, Verlag Hatje Cantz,
240 Seiten, 199 Abb. in Duplex, 27,40 x 31,20 cm gebunden, ISBN 978-3-7757-2694-8, derzeitiger Preis Euro 49,80 (D)

Der Verlag Knesebeck bietet einen Bildband den, wegen der Gestaltung des Covers, kaum ein Hobbyist zur Hand nehmen wird. Wenn mich etwas beeindrucken kann dann ist es Menschlichkeit, ein Wort aus dem Titel dieser Bildbandes. Deshalb sah ich genauer hin und las dann einen der ganz großen Namen in der Photographie, der die Bilder im Buch zusammen gestellt hat: Elliott Erwitt. Dies ist immerhin eine Empfehlung erster Güte. Sie ließ mich in meiner Suche nach einem Bildband verblüfft innehalten. „Augenblicke der Menschlichkeit – Freundschaft, Familie, Liebe und Leben“. Was für ein irrwitzig gestalteter Einband – Hauptsache anders. Der Bildband präsentiert die Erwittsche Auswahl aus Fotos eines internationalen Fotowettbewerbs, bietet uns Blicke in die kleine-große Welt des Alltags und seine menschlichen Momente. Es sind jene Bilder die jeder gerne fotografieren möchte, aber wegen der scheinbaren Banalität sich dann doch selten getraut so etwas Bild zu setzen. Elliott Erwitt hat in seiner Auswahl anrührende Augenblicke voller Emotionen vereint. - Nichts für emotionsarme Betrachter. Aber für all jene die Inspiration erfahren möchten für die scheinbar ach so „alltägliche“ Photographie, diese schwierigen Motive mit Kindern, Familie und Freunden.

„Augenblicke der Menschlichkeit - Freundschaft, Familie, Liebe und Leben“, Verlag Knesebeck, 32,4 x 26,9 cm, Gebunden mit SU, 208 Seiten, mit 72 schwarzweißen und 75 farbigen Abbildungen ISBN 978-3-86873-128-6, derzeitiger Preis Euro 39,95 (D)

Eine Neuauflage hält der Verlag Schirmer/Mosel bereit. Ein einem Band werden in Duoton-Reproduktionen jene Bilder von August Sander wiederaufgelegt, die in berühmt machten: „Menschen des 20. Jahrhunderts“. Eingeleitet wird mit einem Essay von Susanne Lange und Gabriele Conrath-Scholl. Die Porträts von August Sander waren für die Photographie stilbildend mit ihrem Realismus und ihrer Gestaltung. Kein Bild ist zufällig so ausdrucksstark, in aller photographischen Augenblicken der Bildert von August Sander schwebt das Dauerhafte, das Bleibende.Deshalb ist es dieses Bildband mehr als eine Dokumentation aus der Geschichte der Photographie, noch heute bieten diese Bilder lebhafter Anschauungsunterricht in der phtographischen Gestaltung, sind so modern wie vor 80/90 Jahren.

August Sander „Menschen des 20. Jahrhunderts“, Ein Kulturwerk in Lichtbildern eingeteilt in sieben Gruppen, Hrsg. v. Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Verlag Schirme/Mosel, ISBN 978-3-8296-0500-7, 808 Seiten, 619 Duotone-Tafeln. Format: 23 x 29 cm, gebunden, im Schuber, Deutsche Ausgabe, derzeitiger Preis Euro 98,- (D)

Ein Bucher über Fotos und ihre Wirkung, aber ohne Titelbild, dafür mit seitenverkehrtem Text? Was wie die Anmutung für ein Bucher über Typographie daher kommt ist tatsächlich ein neuer Titel aus dem dpunkt-Verlagvon Georg Barr. Dpunkt ist vielen seit Jahren für seine hochwertigen Bücher zur Photographie bekannt.
„Wie Bilder wirken – 52 große Fotografien und was sie einzigartig macht“ von Georg Barr.

Der Autor baut sein Werk sehr übersichtblich, didaktisch aus. 52 Fotos werden vorgestellt, von ihm analysiert auf ihre Bildwirkung und dietechnische Umsetzung. Jeder Analyse des Autors, der selbst Photograph ist, folgt eine kurzer Text des oder der Fotoschaffenden in dem man Näheres über die Umstände und die Ausführung zum ausgewählten Foto erfährt. Dem folgt eine Biographie.

Wie Bilder wirken“ von Geord Barr meint genau das was präsentiert wird. Der subjektive Blick eines Photographen auf von ihm ausgewählte Fotos, die er auch mal im Internet entdeckte. Georg Barr berichtet in einer leicht verständlichen Sprache welche Wirkung ein Bild auf ihn hat, was ihm auffällt, wie er sich die Aufmerksamkeit für diese Bilder erklärt. Wenn man einen Einblick gewinnen möchte wie über Bilder gesprochen werden kann, dann ist „Wie Bilder wirken“ die richtige Wahl – die Fotos sind allemal sehenswert.

„Wie Bilder wirken“ von Geord Barr, dpunkt Verlag, 228 Seiten, Festeinband, ISBN: 978-3-89864-745-8, derzeitiger Preis Euro 39,90 (D)

© Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor

Reaktion auf meinen Artikel “Eindrücke zu ACDSee pro 5″

8. Dezember 2011

Bei ACD-Systems hat man schnell reagiert. Die Liste der unterstützten RAW-Formate ist nun gewohnt lang, wurde um die aus früheren Versionen bekannte, lange Liste der unterstützten Kameramodelle erweitert.
- Ein weiterer, im Beitrag unten nicht erwähnter Pluspunkt bei “ACD Systems” ist die schnelle Reaktion auf Wünsche und Kritik von Kunden.

Nachtrag: Ein weiterer Bug ist aufgefallen. Es bleibt der eklatante Unterschied zwischen den verschienen Ansichten auch in der Farbdarstellung zwischen kleinem Vorschaubild und großer 100%-Ansicht, hier bei der RAW-Bearbeitung “Details”. Zudem, wenn ich zwischen den Profilen der Farbräume hin und her schalte, zum Beispiel um die Farbüberläufe anzeigen zu lassen, dann ist die Farbe ab dem zweiten Klick festgesetzt unverändert und ebenso bleibt die Anzeige der Beschenidung der Farben und Helligkeiten unverändert.

Hier zwei Bilder die das unschöne Phänomen verdeutlichen:

Arbeitsoberfläche

Das Endergebnis in 100%-Ansicht

Unschön ist die deutliche Abweichung der Farben im abgespeicherten Bild (unten), ein Endergebnis das gegenüber den Vorschaubildern (oben) sich deutlich unterscheidet, dabei wurde längst mehr keine Farbveränderungen angezeigt.

Außerdem habe ich im Beitrag unten einige lästige Schreibfehler korrigiert. Wer meine Schreibe kennt weiß, dass es ein oder zwei Tage dauert bis ich einen Beitrag überarbeite und solche Dinge abstelle. Mir muss ein Beitrag erst “fremd” geworden sein, damit ich solche Fehler überhaupt erkennen kann. - Das Entdecken meiner Satz- und Schreibfehlern ist mir immer peinlich.

Erste Eindrücke mit der neuen Version ACDSee pro 5

3. Dezember 2011

Seit Jahren ist es mein RAW-Konverter der ersten Wahl - aber nicht der einzige. Allerdings bietet „ACDSee pro“ jene Funktionen, um die die meisten Softwarelösungen zur Bildbearbeitung erst seit rund einem Jahr erweitert wurden: eine komplexe Verwaltung von Bilddaten, einschließlich Audio und Video.

Doch bis dahin war es ein steiniger Weg - für die Nutzer. Vor Jahren, mit der Version 2 erlebte man einen Absturz des Programms nach dem anderen, sobald man ein dem Programm unbekanntes Dateiformat in der Datenbank hatte. Außerdem riss “ACDSee pro 2″ alle Resourcen eines Rechners an sich. Mit der Version 2.5 blieb der Resourcenhunger, aber es fand eine stabile Version den Weg zu den Anwendern. Man hatte allerdings immer wieder mit sekundenlangen Aussetzern zu tun, bis ein Bearbeitungsschritt abgearbeitet war, ein neuer aufgerufen werden konnte.

So erwog ich den Umstieg auf eine andere Datenbank, als „ACDSee pro“ in der Version 3 erschien. Es bot zusätzlich die Möglichkeit in der RAW-Bearbeitung umfangreiche, selektive Farbkorrekturen durchführen zu können. Also blieb ich bei „ACDSee pro“ für Windows, wechselte nicht wie viele Kollegen auf eine eigenständige Mediendatenbank. Überhaupt, es wäre nicht so ganz einfach mit der Konvertierung des Bestandes der Bilddaten einschließlich der Verschlagwortung und Katalogisierung, denn die xmp.-Dateien waren nicht regelkonform, was bei einer früheren Version von „ACDSee pro“ keinen einfachen „Umzug“ bedeutet hätte. Es wollte also gut überlegt sein, würde auf jeden Fall viel Arbeitsaufwand bedeuten.

Die Version 4 war erschienen und ich zögerte, weil Version 3 problemlos lief. Zwar versprach die neue Version verbesserte Schärfealgorithmen, doch für viele meiner Bilder war Nachschärfen nicht notwenig, weil ich größere Ausdrucke mag - es gibt jedoch Bilder, die im kleinerem Format weitaus besser wirken. Bei größeren Bildformaten kann jedes Nachschärfen störend sichtbar werden. Und außerdem, es wurde mit der 4 so viele Verbesserungen versprochen, da wollte ich in Ruhe abwarten, bis das erste Update die unvermeidlichen Fehler und Bugs korrigiert haben würde.

Aber dann, nach nur einigen Monaten, kam für wohl alle die überraschende Ankündigung einer Version 5. In einem us-amerikanischen Forenbeitrag las über die noch nicht ausgelieferte Version 5: „… warte mit dem Kauf bis nächte Woche, dann kommt Version 6…“ - Nun, die 6 ist nicht in Sicht und ein Update der Version 5 gab es wohl auch nicht, so dass ich – für meine vorsichtige Annäherung an neue Software ungewohnt schnell – bereits jetzt, nach nur wenigen Wochen der ersten Auslieferung, auf die Version 5, jetzt Build 113, mein Upgrade vornahm.

Das Wichtigeste funktioniert ohne Fehl und Tadel. Das ist zum Einen die Konvertierung des Bilddatenbestands auf die neue Version und zum Anderen laufen die gewohnten Funktionen problemlos. - Und das mir, der ich aus Erfahrung weiß, dass ich unfreiwillig und unweigerlich auf jede Fehlfunktion stoße, zielsicher wie ein Trüffelschwein. (Sobald ich ein Programm in Händen habe, findet sich bestimmt eine Fehlfunktion.)

So ist es auch bei dieser Version 5. Die neuen Funktionen, insbesondere die so hoch umworbene Schärfeunktion, läuft nicht ohne einen Haken. Dazu später mehr und mit Bildbeispielen.

Die Erwartungen sind natürlich hoch, vor allem wenn Werbefuzzis von der Leine gelassen werden und ihre Phantasiefunktionen beschrieben – was leider auf fast alle Software-Anbieter und ihre Produkte zutrifft.
So suchte in einem us-amerikanischen Forum ein Teilmehmer dringend nach der beworbenen HDR-Funktion von „ACDSee pro“. Man muss aufmerksam lesen, bevor man diesen Satz von der deutschen Seite von ACD-Systems versteht:
„Erzielen Sie HDR-Ergebnisse mit einer einzigen Belichtung. Mit dem Beleuchtungs-Tool erhalten Sie erstaunliche Einzelbelichtungs-HDR-Ergebnisse…“ - kurz: es gibt keine HDR-Funktion mit der mehrere Bilder aus unterschiedlichen Belichtungen verrechnen werden.

Zwar ist das Beleuchtungstool in seinen drei aufrufbaren Versionen sowohl zum Dehnen und Stauchen von Tonwerten bei bis zu 9 Belichtungs-Zonen geeignet, sowie zum Aufhellen und Abdunkeln dieser Zonen, kann also ganz gezielt und ebenso einfach zur Kontraststeuerung der 7 Übergänge genutzt werden. Allerdings hat das alles überhaupt nichts mit HDR-Aufnahmen zu tun. (Dieses Beleuchtungs-Tool gab es bereits in den früheren Versionen und war mir die so ziemlich wichtigste Funktion, neben der Ordnung der Bilddaten, ihrer Verschlagwortung und Erfassung in einer Datenbank.)

Doch jenseits des Werbegeschreibsel ist „ACDSee pro 5“ eine ausgewachsene Mediendatenbank, die alle bekannten und ebenso die ihr unbekannten Bild-, Audio- und Videodaten verwalten kann. Wenn ein Codec nicht bekannt ist, dann wird die entsprechnde Datei zwar gelistet, aber nicht angezeigt – das ist weit entfernt von den Abstürzen in Version 2.
Außerdem ist positiv zu vermelden, dass zwar weiterhin viel Arbeitsspeicher für die schnelle Verwaltung und Bearbeitung von Bilddaten nützlich ist, aber offensichtlich wurde dem enormen Resourcenhunger bei „ACDSee pro“ mit der Version 5 erfolgreich entgegen gewirkt. Jetzt kann man mit einem Notebook der Mittelklasse in vertretbaren Wartezeiten von wenigen Sekunden selbst komplexe Veränderungen an großen Bilddateien errechnen lassen. (Damit meine ich eine Bilddateie von über 60 MB.)

Das “ACDSee pro” ein Farbmanagement hat ist wohl selbstverständlich. Interressant ist die Möglichkeit zusätzlich im Farbraum „ProPhoto“ arbeiten und speichern zu können. (Das etwa ein Sechstel so teure „Helicon Filter“ arbeitet bereits seit Jahren in diesem Farbraum.)

In der Version 3 konnte man beim Umrechnen vom größeren Farbraum „AdobeRGB“ auf den für einen Ausdruck üblichen Farbraum „sRGB“ schon mal eine böse Überraschung erleben, wenn die Konvertierung der Kontraste bei Farbe und Helligkeiten gesteigert wurde, abgeschnittene Tonwertabstufungen sich zeigten. Es war für mich üblich geworden relativ flaue RAW-Bilderdaten in „AdobeRAW“ anzulegen, die in „sRGB“ konvertiert und ausgedruckt erst den gewünschten Tonwertreichtum zeigten.

In der Version 5 gelingt die automatische Konvertierung weitaus besser. Im großen Farbraunm von „ProPhoto“ in „Entwickeln“ bearbeitet und abgelegt, wird anschließend und weitgehend problemlos im aufgerufenen „Bearbeitung“ in „sRGB“ konvertiert, die Farb- und Helligkeitswerte im Farbmanagement im voreingestellten Redering intend – bei mir „relativ farbmetrisch“ - übersetzt und dargestellt.
„Weitgehend problemlos“ meint ein einzelnes Bild mit Umrechnungsfehler unter mehr als einem Dutzend, die ich in den letzten Tagen bearbeitete. (Den Fehler konnte ich nicht reproduzieren.) Hierzu die beiden Bilder, mit und ohne Konvertierungproblem.

sRGB-Konvertierfehler

Durchsicht

Ein weiterer Fehler versteckt sich in der heftig umworbenen, neuen Schärfefunktion.
Neu ist wohl nicht nur die Funktion des „Maskieren“, mit der festgelegt werden kann welche Bereiche eines Bilder geschärft werden, alle Bereiche gleichmäßig schärfen bis zur Beschränkung auf die stärksten Kanten.
Wenn die Maskierung des Bildes auf der ALT-Taste sichtbar gemacht wird, dann darf man den „Wert“ des Scharfzeichnens nicht verändern, um zum Beispiel diese Veränderung beobachten zu wollen. Denn dabei stürzt die Funktion „Maskieren“ ab. Zudem kann im Vorschaubild beim Suchen von besseren Werten etwas ganz anderes angezeigt werden, als in der Gesamtansicht, siehe dieses Bild.

Maskieren

(Was gültig ist, die Darstellung der Gesamtansicht oder die der 100%-Ansicht links oben habe ich noch nicht ermittelt, da diese Funktion mir noch zu neu ist.)

Es sei an dieser Stelle allerdings vermerkt, dass die neue Schärfefunktion eine deutliche Verbesserung gegenüber der älteren Version 3 ist. Selbst ohne Maskierung, so mein Eindruck, werden generell alle Bilder schärfer dargestellt. - Dies wird nicht so deutlich im Ausdruck.
Was mir allerdings weiterhin fehlt ist das für mich ultimative Tool zum Schärfen, das Hochpass-Schärfen, wie es in Corel Paint Shop Photo geboten wird.

Die Rauschunterdrückung von „ACDSee pro 5“ ist wie gewohnt – so la-la. Doch wo gibt es eine wirklich gute Rauschunterdrückung, die zwischen Flächen und Kanten unterscheiden kann und manuell einstellbar ist?

Das Farbsäume und chromatische Aberrationen (genauer: Farbquerfehler) entfernt werden können, dass kam mit der Version 4, wurde den Kunden selbst da verspätet geboten, ist in anderen Programmen schon lange eine selbstverständliche Funktion.

Ein Werkzeug, das ich mal ausprobiert habe, nur mit Vorsicht, wegen des schnell sichtbaren, künstlichen Effekts, war die Möglichkeit einer Teiltonung in den Lichtern und den Schatten. Tatsächlich lassen sich Lichter, das scheint mir der wichtigere Bereich zu sein, sehr einfach und präsise farblich verändern.
Die Schatten werden beim Ausdruck durch die Beimengung des Unbunten (Schwarz/dunkles Grau) von der Druckerfarben stärker beeinflusst, als von der Veränderung ihrer Farbwerte in der Teiltonung. Bei Bildern, deren Ziel die Ansicht am Bildschirm ist, wird die veränderte Sättigung der Farben deutlicher, die Teiltonung der Schatten entsprechend stärker wirken können.

Was mich seit Jahren an „ACDSee pro“ stört ist eine Fehlbeschriftung. Es meint eine Einstellung, die es nicht gibt, allerdings sehr nützlich wäre. Mit „Arbeitsbereiche“ ist in der Software von „ACD Systems“ keineswegs eine räumliche Orientierung gemeint, wie dies in der deutschen Sprache zu erwarten wäre, sondern meint eine Individualisierbarkeit der Oberfläche mit verschiedenen Funktionen.

Wäre es möglich personalisierte „Arbeitsbereiche“ selbst zu kreieren, dann müsste ich mich nicht mehr bei jedem Start von „ACDSee pro“ mit fünf Klicks zur entsprechenden Festplatte und den Unterordnern durchklicken, um an meine Bilddaten für die normale fotografische Arbeit zu gelangen. Beides, eine Individualisierbarkeit des Arbeitsbereichs und der Arbeitsoberfläche, das ist der bessere Weg – natürlich mit der richtigen Beschriftung. Und ebenso nützlich wäre es die überflüssig aufgeführten Pfade in der Partion „C:“, sowie auch andere nutzlose Pfade zu Laufwerken, aus dem Verzeichnisbaum entfernen zu können. Was ich als lästig empfinde, bei jedem Programm, ist das was bei diesem als „Gerätedetektor“ bezeichnet wird. Es ist ein zwanghaftes verwalten wollen alles Laufwerke, das ich bereits bei der Installation des Programms abschalte.

Was mich indes wirklich ärgerlich macht ist die Darstellung der Farben der Vorschaubilder. Hier folgt ein Beispiel und darunter die Darstellung der Farben, sobald „Entwickeln“ aufgerufen wird – ohne jede Einstellung, wie zu sehen ist.

Vorschaubild

Entwickeln

Hierzu würde ich erwarten, dass, wenn „ACDSee pro“ sich als Vorschau-Programm im System anbietet und integrieren will, jene Farben dargestellt werden, die ohne Veränderung auch bei „Entwickeln“ geboten werden – Die Version 3 war nicht so deutlich von den entwickelten Bildern entfernt. Andere Programme können das ebenfalls besser.

Aber insgesamt ist „ACDSee pro 5“ schneller geworden, bietet eine verbesserte Schärfe und Einstellungen, die optische Fehler von Objektiven korrigieren helfen können. Allerdings ist die Software in den letzten drei Tagen ein Mal kapital und mitsamt dem Rechner abgestürzt – nichts tat sich über mehrere Minuten. Der Rechner war umzugänglich geworden, das heißt, nicht einmal der Aufruf des Taskmagers gelang. Letztlich musste ich den Rechner abschalten und neu hochfahren. Doch das sollte nicht verwundern, immerhin ist die neue Version erst wenige Wochen auf dem Markt. Und dafür bietet das Programm ziemlich viel Neues und einige deutliche Verbesserung.
Was jedoch zum KO-Kriterium für „ACDSee pro 5“ werden kann ist die Auswahl der unterstützten RAW-Formate. Die Liste ist nicht besonders lang, Sony gar nicht dabei.
Ach ja, fast vergessen, obwohl eingangs angesprochen: Die xmp-Dateien sind nun regelkonform.

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„Photo for Live“ bei Arte

27. November 2011

Eine weitere Castingshow, nur ungewöhnlicherweise bei Arte? Nein, denn eine Castingshow nimmt eine Gruppe von „Nachwuchstalenten“ die sogenannten Kandidaten und verwurstet diese zusammen mit gleichermaßen aufgeblasenen wie schmierigen Charakteren, um „den Besten“ unter den vorgeblich Talentierten zu finden, was meißt wohl den rückgratlosesten Charakter meint, den man problemlos vermarkten kann.

Bei Arte würde niemand solches erwarten und findet sich auch nicht. So finden sich in dieser fünfteiligen Serie „Photo for Live“, die in der letzten Woche ausgestrahlt wurde und nun über www.arte.de abgerufen werden kann, sechs Gewinner/innen, Nachwuchstalente in Sache Photographie bis 30 Jahre, in einem Workshop mit Oliviero Toscani wieder, jenem Fotografen, der für seine ungewöhnlichen Werbebilder für die Marke Benetton bekannt geworden ist.

Allerdings werden die 5 Folgen in der kommenden Woche eine nach der anderen und täglich gelöscht; sieben Tage nach der Ausstrahlung. Wer diese Serie komplett sehen möchte muss sich ranhalten; ab Dienstag verschwindet eine Folge nach der anderen.

„Photo for Live“ gibt einen Einblick in die Arbeitsweise und das Denken eines außergewöhnlichen Fotografen, einen Künstler, der über die gesamte Sendereihe mit provokanten Sprüchen an seine sechs Nachwuchstalente und die Zuschauer heran tritt. „Photograhie kennt keine Demokratie“ ist eine seiner Aufforderungen ausschließlich und kompromisslos dem Bild verpflichtet zu sein. (Ich habe so meine Zweifel, ob man damit im beruflichen Arbeiten viel anfangen kann. Aber vielleicht ist gemeint, eher dem guten Bild als dem guten Verkaufen verpflichtet zu sein.)

Die sechs Nachwuchstalente bei „Photo for Live“ waren sicherlich kein simpler „Glücksgriff“, sondern zeigen den präzisen Blick von Oliviero Toscani für das Potential der Bewerber anhand der eingereichten Bildbelege.

Natürlich, kaum etwas in dieser fünfteiligen Serie ist zufällig ins Bild gesetzt. Die Handschrift der Regie hinter der Kamera ist ebenso spürbar, wie es die Aktionen und Reaktionen der Nachwuchstalente sind oder das Auftreten des Meisters Oliviero Toscani und, eine Erleichterung für jeden Bildschaffenden, die Anwesenheit zumindest eines Kamerateams. So lassen sich viele Menschen eher von der Ernsthaftigkeit des Anliegens ein Foto machen zu wollen, überzeugen. Aus einem Nein wurde dann schon mal ein Ja – obwohl das Bild, später in der Kritik, wegen seiner Unschärfe nicht bestehen konnte.

Überhaupt fanden die ausgewählten Sechs in Oliviero Toscani einen kritischen, aber keineswegs unfairen Begleiter - obwohl einer der sechs, Christian aus Berlin, nach der zweiten Aufgabe aus Paris abreiste, weil er sich unfair behandelt fühlte. Allerdings, um es mit Toscani zu sagen: Vielleicht wusste dieser Teilnehmer bereits zu viel. Mit dem Studium der Fotografie in Dortmund ist man bereits auf „die Spur“ zum techisch guten Bild gesetzt und hat – wie der Teilnehmer zurecht feststellt – für seine eigene, unbeschädigte Reputation Sorge zu tragen.

Das könnte man von vier der fünf ebenso sagen. Suchart aus Wien war mit 14 Jahren an „der Grafischen“ in Wien zum Studium zugelassen worden. Christine hatte bereits berufliche Erfahrungen mit der Leitung einer Agentur mit Porträtfotografie gesammelt. So ließe sich bei jeden der Teilnehmer künstlerisches Arbeiten mit beruflichen Kenntnissen feststellen, ausgenommen Coline, die mit 18 Jahren in den Wettbewerb für „Photo for Live“ ging. - Wer näheres über die Akteure vor der Kamera von „Photo for Live“ erfahren möchte kann entsprechendes Material bei arte.de ansehen, so wie es auch mehrere Videoclips hinter die Kulissen der Serie gibt.

Hier der direkte Link zur ersten den fünf Sendungen bei arte.de, dedr heute abgeschaltet wurde.
http://videos.arte.tv/de/videos/photo_for_life_1_5_-4266570.html
Die anderen Sendungen sind bei arte.de dann links aufgelistet von 2/5 bis 5/5 und folgen der Abschaltung, jeden Tag eine Sendung. Der Link.

Bei www.arte.de findet man den Zugang zu die Sendungen nicht so schnell. Dafür behelfe ich mich mit der Eingabe des Suchbegriffs „Toscani“.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Handbelichtungsmesser? Wozu die denn?

15. November 2011

Handbelchtungsmser scheinen aus einer anderen Zeit zu kommen - was sachlich durchaus korrekt ist, so wie Fotoapparate. Bereits vor 60 Jahren hätte man daran zweifeln können das Handbelichtungsmesser zum notwendigen Werkzeug eines Fotografen gehören.

Bis hinein in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts sind viele Aufnahmen ohne Belichtungsmessung entstanden. Das lag zum einen an den niedrigen Empfindlichtkeiten der gebräuchlichen Filme, bei denen ISO Werte von 64 bereits als „schnell“ galten und es reichte ein wenig Erfahrung, um das Tageslicht einzuschätzen. Dies war aber auch dem Umstand geschultet das zumeist auf schwarz-weiß-Material belichtet wurde, dessen großer Belichtungsspielraum mit einer altbekannten Faustregel funktionierte: Sonne lacht, Blende 8. Mitgedacht wurden dabei eine Belichtungszeiten um1/50 Sekunde.

Erst mit der verstärkten Hinwendung an das Farbmaterial wurde eine exaktere Belichtungsessung dringend notwenig, da die korrekte Belichtung einen wesentlichen Einfluss auf die Wiedergabe der Farben hatte. So kamen Belichtungsmesser auf den Markt, die wie Solarzellen funktionierten. Fiel Licht auf die Messzelle, auf der Basis von Selen, noch nicht Silizium, dann produzierte das Handgerät Strom, der über ein Drehspulinstrument einen Zeiger über einer Skala ausschlagen ließ. Nun musste man nur noch die Werte aus Filmempfindlichkeit, Belichtungszeit und Blende zusammen bringen und hatte eine richtungweisende Skala in einer Kombination von Zeiten und Blenden zur Auswahl, die alle den einen, den richtigen Lichtwert ergaben, mit dem es empfehlenswert war das Farbmaterial zu belichten.

Ein Nachteil von Selenzellen war die Messung. Man hatte ein großes Messfeld, das zwar in die Richtung des Objektivs zeigte, deren Erfassung der Motive jedoch ungewiss blieb. Man blieb als Anwender nie ganz im Klaren darüber was gemessen wurde und was nicht. Mancher schattete das Himmellicht mit der Hand zusätzlich von der Messfläche ab und hoffte damit eine genauere Messung zu erhalten. Ein weiterer Nachteil war der Messbereich, der das Licht einer dunkleren Umwelt nicht sicher erfasste. Und ebenso wichtig blieb die Tasche, denn eine Selenzelle lässt sich nicht abstellen und altert, das heißt, die Messzelle wird zunehmend ungenauer.

Die Handbelichtungsmesser der vierziger Jahre wurden schnell kleiner. Mitte der fünfziger Jahre wurden diese bereits in die Gehäuse einiger Kameras integriert. Man mußte allerdings immer noch den Zeigerausschlag oben auf dem Gehäuse mit dem Einstellungen an der Kamera von Hand in Übereinstimmung bringen.

Einige Jahre darauf, 1964, tauchte die erste Asahi Pentax Spotmatic auf, die einen eingebauten Belichtungsmesser hatte, der zudem im Sucher der Spiegelreflexkamera sichtbar war und mit einem Dreh am Zeitenwahlrad oder dem Blendenring des Objektives, die Innenmessung durch das Objektiv bot, währen des Fokussierens zudem die Einstellung der Belichtung erlaubte. TTL (Through The Lens) war auf dem Markt und lehrte die angestaubte deutsche Fotoindustrie welche Funktionen eine moderne Kamera mitzubringen hatte. (Es war übrigens die Firma Asahi mit ihrer Pentax-Modellen, die als erste Spiegelreflex einen eingebauten Prismensucher bot. Heute gehört das später in Pentax unbenannte Unternehmen zu Ricoh.)

Handbelichtungsmesser gab es weiterhin, falls man sich einen leisten konnte. Doch erst mit den eingebauten Belichtungsmessern begann die Zeit der allgemeinen Farbfotografie. Und wer brauchte dann noch einen Handbelichtungsmesser? Bereits Mitte der siebziger Jahre hatten Hobbyisten keinen Bedarf an Geräten zur Belichtungsmessung, die das halbe Durchschnittsgehalt arbeitender Menschen kosten konnten.

Wer Licht aufbauen musste, im Studio oder mit zusätzlichenm Licht draußen arbeitete, der oder die war zumeist beruflich engegiert und hatte selbstverständlich einen Hand-Belichtungsmesser. Dieser bot zumeist eine etwas größeren Messbereich als der in der Kamera und bot eine zusätzliche Messemethode, die Lichtmessung. - Und darauf kommt es gelegentllich an.

Lichtmessung bedeutet, dass das auf ein Objekt treffende Licht gemessen, im Gegensatz vom reflektierten Licht. Dies misst der in einer Kamera eingebaute Belichtungmesser. Er empfängt allein das von Motiven und Objekten reflektierte Licht.
Doch diese Objektmessung ist keine besonders zuverlässige Messmethode. Wenn das reflektierende Licht dunkler Objekte oder eines Motivs angemessen wird, dann „weiss“ kein Belichtungsmesser was gemessen wird. Und so, wie in allen solchen Fällen und wie seit Jahrzehnten, wird eine Belichtung empfohlen, angezeigt und bei Automatikbetrieb eingestellt, die einen mittleren Grauwert als „richtige“ Belichtung bestimmt, obwohl die Motive vielleicht deutlich duunkler oder heller als jenes mittlere Grau ist.
Die TTL-Messung während einer Aufnahme ist bequem, doch mitdenken, das ist immer notwendig. Helle oder dunkle und bildwichtige Bildanteile werden eher selten und zufällig richtig belichtet. Erst der Blick auf das Histogramm offenbart - zumeist - welche Belichtungskorrektur einzustellen ist.

Die Lichtmessung eines Handbelichtungsmessers ist immer dann im Vorteil, wenn schwierige Lichtverhältnisse und Objekte, dunkle und helle, zudem tiefe Schatten oder große Farbflächen das Bild dominieren. Hier hilft die Messsonde eines Beichtugsmssers die Belichtung für das neutrale Grau zu ermitteln, gibt einen Anhaltspunkt jenseits aller Belichtungskorrekturen, wie ein dunkles Objekt belichtet werden muss damit es dunkel, ein helles im Bild hell bleibt.

Natürlich, wenn die Objektmessung, das ist das TTL-Messen, oft ganz falsch läge, dann würde sie niemand benutzen. Allerdings liegt diese Messmethode seltener als man meine möchte wirklich „richtig“. Den Versuchen der Hersteller von Kameras den Fehlbelichtungen mit Mehrfeld/Matrix/Multisegment (o.a. Bezeichnungen) zu begegnen, führt zu immer neuen Werbebotschaften. Doch ändert dies am grundsätzlichen Problem einer Objektmessung gar nichts.

Obwohl digitale Kameras einen hohen Belichtungsumfang (Dynamikbereich) erfassen, damit viele Bildteile zumindest halbwegs richtig erfasst und belichtet werden, reagieren Farbe weiterhin, wie zu Zeiten des Farbfilms sehr empfindlich auf Fehlbelichtungen. Da Farben, je nachdem wohin diese auf einer Graditionskuve gelegt werden, entsprechende, unterscheidliche Nuancen zeigen, bleibt allein die Allerweltsfotografie von diesem Verhalten unberührt, dann wenn es um den bunten Gesamteindruck geht.
Farben wirken schnell blass und ausgewaschen, werden im Ausdruck durch allzu viel dunkel tönendes Druckschwarz eingefäbt, wenn eine durchschnittliche Objektmessung farbverfälschend wirksam wird.

Gerade angesichts der farblichen Fähigkeiten modernen Druckertinten und Monitore wird die Anmutung von Farben zum noch gewichtigeren Maßstab für Top- oder Flopbilder. In eingen Teilen der Welt, besonders gut in der nordamerikanischen Photographie zu beobachten, ist der Ausweg über möglichst viel bunt, statt farbrichtig, wie dies in Langdschaftsaufnahmen geradezu selbstverständlich scheint – und vielfach leider vorbildhaft wirkt.

Der Handbelichtungsmesser bleibt weiterhin ein Werkzeug das jenseits aller Knipsorgien zu besser belichteten, natürlich-sauberen Farben verhelfen kann.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.