Im Sommer hatten alle Hersteller von Spiegelreflexen viele Modelle ausgewechselt. Insbesondere die Modelle für Einsteiger waren davon betroffen. Schon auf den ersten Blick wurde deutlich das ist im Wesentlichen um Kosteneinsparungen ging. Die so hoch gepriesenen Verbesserungen bestandenen im wesentlichen aus Erweiterungen der Software. Oder anders gesagt, auch in Spiegelreflexkameras wird eine nachträgliche Bildbearbeitung angeboten. Ob das Sinn macht muss letztlich jeder und jede selbst entscheiden. - Zumindest ist es der kürzere Weg bestimmte Effekte zu erreichen. Und das eine Bildbearbeitung am Computer diese Effekte besser ausführen kann und mehr Kontrollmöglichkeiten bietet sollte jedem bekannt sein.
So stehen jetzt in der Vorweihnachtszeit recht häufig gleich zwei alternative Modelle zur Wahl. Z.B. findet sich die Canon 450D und die 500D in einer Vitrine. Zum Fotografieren ist die 450D die bessere Wahl ist, da sich der Preisunterschied von rund 100 € weniger nicht in qualitativer schlechteren Fotos bemerkbar macht, im Gegenteil, die 500D erntete bei Tests einige Kritik wegen des Bildsensors.
Allerdings rate ich bei allen Spiegelreflexen dazu ein billigeres Gehäuse zu wählen und eine gute Optik, weil die Gehäuse in kurzer Zeit nicht nur nicht mehr aktuell sind, sondern Objektive auf längere Sicht die besseren, sinnvolleren Investitionen sind. Zum Kit-Objektiv und vielen anderen von Canon passt die Auflösung der 450D besser. - Hier täte es das kleinste Modell von Canon, die 1000D allerdings ebenso gut, die dazu das Konto noch weniger belastet.
Um es gerade heraus zu sagen: Bei Canon sehe ich kein echtes “Mittelklasse”-Modell, angesichts der Leistungen der 1000D. Die wesentlich größere 50D sieht zwar hübsch groß aus, doch da ist ein heftiger und nicht zu begründender Preisunterschied zur 500D.
Natürlich, der oder die unbedingt und überall mit Live-View arbeiten möchten - warum überhaupt eine Spiegelreflex kaufen? - trotz einer Spiegelkastenkamera Videoclips produzieren möchte, wird an den neuesten Modelle nicht vorbeikommen.
Das möchte ich dazu aber bemerken: die anhaltend gute Qualität aller Bildsensoren wird schneller herab gesetzt. Insbesondere die Farbfilter, die das Bayer-Mosaik erzeugen, werden durch den dauerhaften Betrieb viel schneller ausgebleicht, als bei jenem Gebrauch der den Sucher nutzt und nur zu Belichtungen das Filtersystem durchleuchtet. - Wer wird sich in fünf Jahren für Spiegelreflexe von heute noch interessieren, so ist wohl die Rechnung der Hersteller.
Das ausgerechnet jene die gar nichts vom Aufwand einer Bildbearbeitung halten nun glauben Videos produzieren zu können oder zu müssen, dafür bei den Aufnahme-Sets und erst recht mit der Nachbearbeitung ein erheblicher Aufwand notwendig wird, filmische Funktionen in Foto-Kameras nachgefragt werden, lässt sich nur noch mit dem fehlleitenden Einfluss der Werbung erklären.
- Jetzt brauchen wir dringend die Frauen-Versteher- und Kochenkönnen-Spiegelreflexe.
Bei Nikon steht gelegentlich noch irgendwo die D40x im Angebot einzelner Läden oder auch Online. Doch dabei sollte man genau hinsehen, denn so manches angebliche Schnäppchen entpuppt sich als Preis-Täuschung, da die aktuelle D5000 noch preiswerter angeboten werden kann.
Von Nikon stehen derzeit noch viele nicht mehr aktuelle Modelle im “Einsteiger”-Bereich als Restposten oder sogar als aktuelle Modelle in den Regalen, die D40 (ohne x) und auch die D60, von der ich nicht recht weiß warum man diese kaufen sollte.
Wer sich neu in die Aufnahmetechnik mit Spiegelkasten hinein findet, keine älteren Objektive von oder für Nikon hat, wird mit der D40x bei einem Preis von deutlich unter 400 € mitsamt dem Kit-Objektiv keine schlechte Wahl treffen.
(Also hier gut aufpassen, wenn man bei Ebay und Co. auf Einkaufstour geht, was im Vorweihnachtgeschäft ür alle Kamera-”Schnäppchen” gelten kann.)
Ansonsten ist die Nikon D90 bei den gehobenen Modellen, der „Mittelklasse“ die erste Wahl - da beißt die Maus keinen Faden ab.
Wer „nur“ fotografieren möchte würde mit der D80 bereits gut bedient sein. Dieses Modell ist als wenig benutztes Gebrauchtgerät in irrealen Preisregionen erhältlich, was auf die D200 ebenso zutreffend ist.
Bei Pentax rauscht ein Modell am nächsten vorbei. Die K200D wurde von der K-m abgelöst und jetzt vor Weihnachten ist die K-x angekündigt. (Natürlich mit “Verbesserungen”, wie dass das Modell eben auch in Rot und Blau erhältlich ist.) Dabei war die K200D die Grundlage, die allerdings nur noch selten zu finden ist. Im Sommer konnte man dieses Modell als Neuware für um 400 Euro mitsamt Objektiv und Batteriehandgriff kaufen, und jetzt zahlt man bei Ebay und Co deutlich über 450 €, falls überhaupt erhältlich.
Gerade der Gebrauchtmarkt folgt eigenen Regeln, was besonders auf ausgereifte, ältere Modelle zutrifft, da so mancher erst nachträglich erkennen kann, das das ältere Modell sooo schlecht nicht war - wie bei den Objektiven.
Die K7 ist in der Mittelklasse ein gelungenes, derzeit ein teures Modell, wie dies für Nikons D90 gelten kann und so mancher wird sich fragen, warum Pentax nicht stärken am Markt vertreten ist, was mit dem kleineren Werbebudget zu tun haben wird.
Die K20D ist derzeit immer noch nicht als Schnäppchen zu haben, zu viele der Geräte stehen als Neuware in den Regalen. Eine gute Wahl ist diese K20D auch heute allemal.
Fujifilms S5 pro kostet selbst als wenig gebrauchtes Modell schon wieder an die 1000 €. Noch im Sommer konnte man das selbe Gerät als Neuware für den halben Preis ergattern. Dabei wird seit mehr als einem Jahr diese Kamera vom Hersteller gar nicht mehr regulär ausgeliefert.
Und, es wird kein Nachfolgemodell angeboten. Die Zeit der Spiegelkästen gilt bei Fujifilm schon seit mehreren Jahren als beendet, was eigentlich schade ist, da nun keine größeren EXR-Bildsensoren in Sicht sind. Schon die Eigenentwicklung in der S5 pro bot hervorragende Eigenschaften. Nun, ob ein älteres Spiegelkasten-Gehäuse jetzt noch gekauft werden sollte, wenn auch mit dem Nikon-Bajonett? Allgemein geklagt wurde über den schlechten Service des Herstellers für seine S5 pro. - Man sollte den Kauf lassen.
So geht es auch Sigma. Es hat mehrere Jahre und viel zu lange gedauert bis die Stimmen jener Dösbaddel verklungen sind, die diese Kamera vom Typ SDxx nicht nur schlecht geredet, sondern in Foren regelrecht nieder geschrien haben. Nun sind die wenigen noch erhältlichen neuen SD14 innerhalb weniger Monate auf den doppelten Verkaufspreis des Sommers angestiegen, denn der Foveon-Sensor war und ist ganz und gar nicht ohne Qualitäten, was sich besonders dann zeigt, wenn große Formate ausbelichtet/gedruckt werden.
Am Markt durchsetzen konnte sich die kleine Kameraschmiede mit ihren SD-Modellen nicht. Die SD15 wird zwar in einem internen Fotowettbewerb als Preis ausgesetzt, jedoch handelt es sich offenbar um die Vorserie, die nun nicht mehr auf den Markt kommt. Anders gesagt, Sigma hat bei den Spiegelreflexen den Konkurrenzkampf mit den großen Marken eingestellt.
(So wie es aussieht werden viele Objektive ebenso abverkauft. - Wer noch eine Spiegelreflex von Sigma will muss sich dranhalten und die passenden Objektive dazu bald erwerben, denn das gesamte Sortiment an Objektiven wird wohl zusammen gestrichen – die Zeit der Zuwächse bei den Spiegelreflexen ist entgegen aller Ankündigen in der Presse noch zu Beginn diesen Jahres vorbei. - Von dieser voraussehbaren Entwicklung schrieb ich schon vor mehr als zwei Jahren -)
Bei Olympus ist derzeit vieles fragwürdig, aber nicht ohne Zukunft. Das Spitzenmodell, die E-3, führt ein Schattendasein. Der Schattenwurf wird nicht so schnell verschwinden, da das Gerät wie Blei in den Regalen zu liegen scheint, was nicht nur mit dem weiterhin hohen Preis zu tun hat. Das Mittelklasse-Modell, die E-30, ist ebenso schlichtweg teuer angesichts der Angebote der großen Konkurrenten namens Ca, Ni und So.
Das Brot-und-Butter-Gerät ist die E-620. Überhaupt geht es bei Olympus eher um die durchweg sehr ordentlichen Objektive. Hierbei wird das Kamerasystem dann allerdings geschlossener, denn vieles von fremden Anbietern in vernünftiger Auswahl findet sich nicht, vielleicht noch das eine oder andere von Sigma, wenn da ein „DC EX“ dran steht. Ein reines Nischendasein wird das 4/3 System dennoch nicht führen, denn die Objektive für Spiegelreflexe sind recht unkompliziert an die mFT-Modelle adaptierbar, und das reist am Markt kräftige Begehrlichkeit.
Als untergehende Serie wird die 500er-Reihe gelten können, der Abverkauf der 520er ist in vollem Gange. Ein Nachfolgemodell, die 5×0er ist über die ersten Kleinserie wohl nie hinaus gekommen und angesichts einer 620 überflüssig.
Ganz weg von den Spiegelkästen ist bereits Panasonic, die dem selben System, dem mFT wie Olympus anhängt und die Konkurrenz das fürchten lehren, denn die spiegelkastenfreien Kameras sind im Vergleich preiswert zu produzieren, bieten viel Entwicklungspotental und realisieren gute Gewinnmargen für Hersteller und Verkäufer mit reichlichem Systemzubehör. (Welchen Sucher hast Du Dir gekauft? - )
Eine unterschätze, aber gute Kamera ist die gelegentlich noch angebotene L-10, die dann, abgesehen vom Kit-Objektiv 14-50mm und einem großen Immerdrauf dann mit denen von Olympus bestückt werden muss, was bedeutet keinerlei Bildstabilisierung zu haben.
Weg von den Spiegelkästen im Kleinbild ist auch Leica. Wie bei den anderen Anbieter des Mittelformats wird das Konzept des Schwingspiegels etwa noch ein Jahrzehnt bestand haben, denn bis dahin sind im gewerblichen Bereich alle Investitionen abgeschrieben. Im Gegensatz zu den kleineren Kameras ist der zukünftige professionelle Markt recht überschaubar. (Weder Sony nach Panasonic machen den Kameras von RED konkurrenz. Folglich wird das Marktgeschehen für große Formate relativ stabil und im Umsatz klein bleiben und den Nischenanbietern gehören, mitsamt Hasselblad, PhaseOne/Mamiya und Co.)
Bei Sony baut man Bildsensoren für die eigenen Kameras und viele andere Anbieter.
Was für alle Einsteiger und Mittelklasse-Modelle des Herstellers gilt: die Sucher sind klein oder zumindest kleiner als bei den anderen APS-C Anbietern, was vor allem die Kosten geringer hält.
Die Bedienung böte etwas, das öfter kritisiert wurde, mir jedoch ungemein gefällt. Auf dem Display ist es möglich die Blenden- und Verschlusszeitenreihe untereinander gestellt sichtbar zu halten. Hier handelt es sich um eine klassische Lichtwerte-Reihe. Jedes Wertepaar bedeutet die selbe Belichtung. Dumm nur das die Programmierer von einer solchermaßen selbst erklärenden Darstellung, die sich an den alten Hasselblad-Objektiven der 500er-Reihe schon findet, nun rein gar nichts zu verstehen scheinen, sonst hätten sie die dem zugrunde liegenden Gedanken nicht zuwider laufend und sinnverkehrend eine irreführende graue Unterlegung mitgegeben - auf- und absteigend -, und den Nutzen einer gekoppelten, direkten Verstellung der Parameter, zum Beispiel mit einer darunter gelegten Schärfentiefe-Skala geboten. (Wofür sind Displays eigentlich da, wenn nicht dazu den Fotografen, die Fotografin umfassend zu informieren?)
Eine entsprechende Funktion habe ich nicht gefunden und meine: Diese Chance wurde einfach vertan. - Das ist so ziemlich das Einzige auf was man sich bei den Entwicklern bei Sony verlassen kann, nichts wird zu Ende gedacht. Das kein echtes Live-View existiert, mit einem zusätzlichen bildgebenden Sensor, das ist allerdings eine gute Entscheidung - siehe oben über die Nachteile des Dauerbetriebs der Bildsensoren. - Es relativiert meine kritische Haltung über diesem Hersteller.
Doch was ist mit den älteren Spiegelreflexen?
Leider sind diese nicht zu empfehlen. Die angebotenen Restposten oder auch jene kaum gebrauchten Modelle der 200er und 300-Reihe, die allesamt heftiges Rauschen bei höheren ISO-Zahlen zeigen und unschön winzige Sucherbilder bieten, werden von anderen Anbietern mit besseren Angeboten bedient.
Die neuen Modell der 500er-Serie sind für die Neuanschaffung schon geeignet, obwohl man dann nicht über die kleinen Sucher der Modelle von Olympus sich erheben sollte. - Wer mit Autofokus arbeitet wird kleine Sucherbilder verschmerzen können.
(Das ein standardisierter Zubehör-Schuh fehlt lässt sich mithilfe eines kleinen Aufsatzes leicht korrigieren.
Das die Wechsel-Objektive nicht unbedingt den zum Teil heftigen Preis wert sind, ist wie bei anderen Anbietern nichts neues. Und ob Sony nach nur einem halben Jahr nicht schon wieder mit gänzlich neuen Modellen am Markt auftritt? Nun, bisher suchte Sony den großen Marktgewinn und wird ihn derzeit wahrscheinlich (noch) nicht finden. - Also lieber auf die anderen etablierten Großmarken setzen?
© 2009 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.