Überarbeitet: Fotos bearbeiten mit Programmen von Adobe, Corel, ACD Systems, Lasersoft, Bibble Labs, Microsoft oder anderen?
März 1st, 2010Gänzlich anders als noch zu den Zeiten der vielen Hersteller von Filmen gibt es nur wenige Hersteller von bildgebenden Bildsensoren. Die technische Qualität wird deutlich von der verwendeten Optik und der Software vorgegeben. Es sind entscheidende Voraussetzungen für jede Aufgabe.
Die richtige Bedienung der Hardware ist die andere Seite für die technsiche Qualität, allerdings bestimmt nicht nebensächlich.
Bis zu einem gewissen Grad kann jeder von den einschlägigen Testbericht ausführlich sich in den Grenzen der Testprotokolle informieren lassen, welche optisch Leistungen am Markt zu erhalten sind.
Mit der Software ist das eine ganz andere Sache.
Einerseits sind da die bekannten Produkte der namhafte Hersteller und andererseits ist das fachliche Verständnis für die richtige Handhabung von Software sehr unterschiedlich.
Natürlich, alle wollen nur das Beste haben und wenn möglich kostenlos. Und ebenso selbstverständlich soll alles ganz ganz einfach funktionieren. Es bedeutet, die Hersteller von Software sollen den Wünschen fast aller Konsumenten so weit entgegenkommen, dass diese ihre eigene Vorstellung wie ein Produkt zu funktionieren habe wiederfinden können.
Wäre dem so, hätten wir die Situation, dass die Software zur Bildbearbeitung einander so weit gleichen würde, wie dies bereits bei der Bedienung von kleinen digitale Kameras üblich ist. Oder, um es plakativ zu formulieren: nicht der Kauf einer neuen Kamera führt zu besseren Bildern, sondern, wenn man schon etwas kaufen möchte, dann ist es die bessere Software. - Aber, was heißt “besser”?
Die Wahl der richtigen Software entscheided darüber wie viel Freude und mit welcher Qualität Fotos auf das Papier gebracht werden, oder auf einem Bildschirm sichtbar sind.
Grundsätzlich ist die Wahl recht einfach.
Auf der einen Seite hat eine Software die Bilddaten möglichst optimal einzulesen, auf der anderen Seite die bearbeiteten Bilder so gut als möglich auszugeben.
Und auch bei der Bedienung kann man einen recht einfachen Maßstab anlegen: je mehr Tutorials am Markt existieren, desto nötiger hat eine Software dies, um die vielen Fragen zu beantworten, was eben nicht für eine einfach zu erlenende Bedienung spricht. (Das ist jedoch keneswegs nachteilig, sondern bedeutet das Zugeständnis der Käufer an den einzuplanenden Lernaufwand.)
Eine als überkomplex empfundene Bedienung ist nun keineswegs die “Schuld” eines Anbieters, sondern zuerst einmal das übergroße Anspruchsdenken vieler Kunden, die den Mund nicht voll genug bekommen können, die das vorgeblich Beste und Größte haben wollen, obwohl sich jede Software erst dann als gute Wahl herausstellen kann, wenn man in der Lage ist alle geboteten Möglichkeiten zu überblicken, duese versteht und anzuwenden weiß.
Leider scheitern viele Anwender mit ihrer Software schon durch das eingeschränkte Vorverständnis für die Produkte und kaufen Bücher und abonnieren im Internet Tutorials. Trotzdem, sie bleiben ewig nur Anfänger. Geld ausgeben ist kein Ersatz für Lernen und Üben. - Aber immerhin, die angebliche Formel 1 der Software, die steht im Schrank, zusammen mit dicken “Handbüchern”.
Eingabe und Ausgabe, darum geht es beim grundsätzlichen Nutzen jeder Software.
Auf der einen Seite sind die Bilddaten. Das Einlesen von Fotos hat die gebotenen Funktionen der Kamera zu unterstützen, das heißt, alle eingebetteten Informationen sollten gelesen werden. Damit haben heutige Programme weniger Schwierigkeiten, ausgeommen die noch neue Funktionen der GPS-Daten. (Was ich persönlich nicht immer für eine sinnvolle Funktion halte.)
Vor dem Kauf muss man unbedingt einen Blick auf die Liste der unterstützten Bildformate und Kameras werfen, gerade angesichts jener vielen Informationen, die den Bilddaten zur Verarbeitung von Abbildungsfehlern seit etwa einem Jahr zunehmend beigegeben sind. - Ob man diese nun automatisch, es bedeutet ohne eigene Kontrolle beheben lassen sollte oder nicht, dazu gibt es viele Ansichten. Und alle Meinungen haben ihre Berechtigung.
Zur Eingabefunktion jeder Bildbearbeitung gehören aber auch die Farbräume, ihre Umsetzung in den Arbeisfarbraum der Software, was schon nicht mehr so einfach zu verstehen ist. Und es ist auch nicht immer nötig ein Produkt zu kaufen das “alles” kann. Immer dann wenn zwischen Kamera und Ausdruck keine anderen Geräte auftauchen, der Workflow übersichtlich bleibt, kann eine falsche Einstellung des Farbraums zu sehr unübersichtlichen und fehlerträchtigen Ausdrucken mit eingeschränkten Farben führen. (Für Hobbyisten kann dies eine unüberwindliche Hürde werden.)
Auf der anderen Seite steht die Ausgabe von Bilddaten, ob zur weiteren Bearbeitung oder einem Ausdruck. Und gerade dabei werden die Unterschiede an den Programmen deutlich unübersichtlich, sowohl bei der Bedienung als auch bei der technischen Qualität. “Unübersichtlich” ist allerdings ein beschönigendes Wort für Leistungen und Ansprüche.
Im einzelnen:
Viele Programme arbeiten in einem eigenen Farbraum, der auf den üblichen Bildschirmen nicht korrekt wiedergeben werden kann, denn gerade die preiswerten Monitore kommen über den kleinsten Farbraum “sRGB” nicht hinaus. Solches ist immer dann kein ernsthaftes Problem, wenn ohne weitreichende Bearbeitungsschritte von der Kamera für das Internet, den häuslichen Fernseher oder den heimischen Drucker produziert wird, da dabei der Farbraum nicht gewechselt wird. (Dies meint zuerst einmal nicht die Einstellungen von Helligkeit, Kontrast oder Farbwiedergabe der Geräte.)
Doch schon wer in einer Bildbearbeitung viele Schritte durchführt, insbesondere mit Gradationskurven arbeitet, sollte mit eingeschaltetem Farbmanagement an die Arbeit gehen, damit nicht nur die Umrechnung von üblichen größeren Farbräumen in sRGB gelingt; zweitens die Darstellung auf dem Monitor das spätere Ergebnis emuliert, also weitgehend zu einer ähnlichen Darstellung führt. Und außerdem, sollte der Monitor einen größeren Farbraum nicht darstellen können ist es trotz dessen nützlich darin zu arbeiten, um nicht zu viele und unsichtbare Details zu verlieren, schon da eine genauere Umrechnung erfolgen kann, somit wegen der Quantisierung viele Bilddaten nicht verloren gehen.
Und darin trennen sich die Programme.
Während die hochwertigen Programme von Adobe mit “Photoshop CS” und “Lightroom” in viele Farbräume konvertieren können bis in 16 bit Farbtiefe, dies auch von Programmen des deutschen Anbieters Lasersoft mit “Silverfast Ai, DC und HDR” geboten wird, sind beispielsweise die Einstellungen beim ansonsten von mir geschätzten Programm “ACDSee 3″ zwar vorhanden, funktionieren jedoch nicht alle korrekt. Solch eine Einschränkung macht es schlichtweg unmöglich für die Ausgabe auf Druckmaschinen oder die Übergabe von Bilddaten an Grafiker zu arbeiten.
Überraschend ist das so preiswerte Programm von Corel “Paint Shop Pro Photo X2″ aus Kanada, das von mir in der Version 12.01 verwendet wird. Der interne Farbraum ist zwar auf “AdobeRGB” beschränkt und das Programm stürzt ab sobald versucht wird daran Veränderungen vorzunehmen, doch die emulierten Ergebnisse sind durch alle Farbräume, zum Beispiel die Darstellung von “eci-RGB v2″ mit einer Simulation der Bilddaten am Monitor von Papier des Typs “euroscale coated v2″ möglich. Das das Programm selbst viele i Bilder eingefügte, ungebräuchliche Farbprofile von selbst erkennt und richtig zu konvertieren scheint (ich kann das nicht alles überprüfen) ist schon erstaunlich, wenn man den Verkaufspreis von deutlich unter 100 Euro in Internetshops bedenkt.
Während Photoshop in früheren Version deutlich komplexere und wenig verständliche Funktionen zu Ausgabe bereit stellte, hat sich nun vieles zum Besseren verändert. Man muss nur wissen was da richtig einzustellen.
Bei “Silverfast” werden selbst in den großen Versionen höchst einfache, aber wirkungsvolle Automatiken angeboten, die den Ruf des Kieler Hauses Lasersoft unterstreichen, sehr zuverlässig auch Einsteigern zu technisch anspruchsvollen Farben verhelfen können, sofern man die Programme bündelt - allerdings zu Verkaufspreisen die Photoshop CS zum Schnäppchen machen. Davon ausgenommen ist “DC VLT” für unter 100 Euro, das den meisten Anwendern zum Konvertieren von Bilddaten aus RAW ausrechen wird, jedoch allein keine vollständige Bildbearbeitung darstellt.
Die Ausgabe mit Corels “Pro Photo” ist abgesehen von der Konvertierung der Farbräume eher bescheiden, umständlich und auf den Ausdruck mit Tintenstrahldruckern abgestimmt. (Für die spezielle berufliche Anwendund gibt es die Ausgabe von Bildern in einer Farbseparation. Aber wer braucht so etwas oder das riesige Angebot an Funktionen in “Corel Draw”?)
“Bibble 5″, in Deutschland im Vertrieb des altbekannten, renommierten Hauses “Application System” in Heidelberg ist in dieser Funktion schon sehr umfangreich und hat zurecht seine Anhänger. Schwachstellen sind wohl noch die Möglichkeiten der Druckausgabe - allerdings kann dies auch an meiner falschen Einschätzung leigen, da ich “Bibble 5″ eher mit den bildbearbeitenden Funktionen erprobt habe. Ungewöhnliche Farbräume und die “exotische” Druckausgeb sind wohl nicht die Zielgruppe.)
Zu meinen Crossprodukten mit der excellenten Wiedergabe von Farbräumen gehört “Expression” von Microsoft, das mit seinen 5 Programmen, inkl. SketchFlow, für die mediale Welt keine Wünsche offen lässt, dem konservativen Workflow von der Kamera zum Druck jedoch keine neuen Qualitäten eröffnet.
Um auf der Suche nach dem geigneten Programm den Beitrag zusammen zu fassen:
Für viele Anwender am häusliche Bildschirm sind überschaubare, leicht beherrschbare Programme mit einer hochwertigen internen Bildbearbeitung der bessere Weg zu gelungenen Bildern. Da bleiben dann nur das “kleine” Photoshop namens “Photoshop Elements” und “Paint Shop Pro Photo X2″ übrig, sofern eine umfassende Bildbearbeitung im Vordergrund steht. “Lightroom” von Adobe und “CaptureOne Pro” von Phase One sind eine eigene Liga für RAW-Fotos und die Pflege eines Bildbestanden. Besonders Stärken sehe ich bei CaptureOne bei der Bewahrung von lichten Tonwerten, bei LIghtroom die (mittlerweile) sehr ausgewogene Qualität in allen Funktionen. Für Einsteiger: Das kleine “CaptureOne” sowie auch “Silverfast VLT” sind einen Blick wert, da beim Kauf von kleinen Kameras die beiliegenden Programme üblicherweise verbesserungswürdig sind. - Am schnellsten kommt man mit den automatischen Funktionen von “VLT” zum besseren Ziel, falls die Kamera unterstützt wird, worüber ein Blick auf die Homepoage auskunft gibt; zusätzlich lässt sich im Stammhaus in Kiel innerhalb enes Tages die Software für jede Kamera anpassen.
Und um kein Frage aufkommen zu lassen: Ich selbst bin mit ACDSee für die schnelle Beabreitung einfacher Aufnahmen sehr zufrieden, allerdings erst mit der aktuellen Version 3. Vorab gefiel mit die für Architekturaufnahmen einmalige Funktion der Perspektivkorrektur mit der Festlegung des perspektivischen Zentrums - allerings braucht man dafür dreidimensionales Vorstellunsgvermögen und einiges an Übung.
“Silverfast DC” von Lasersoft, besonders in den Versionen “Studio” oder “Kalibration” bieten zusammen mit “Ai” und “HDR” den alleingen Höhepunkt bei der Bearbeitung und Ausgabe von Bilddaten, sofern die Qualität von Eingabe und Ausgabe als alleiniger Maßstab zählt. - Darin sind sich weltweit agierende Verlage und Redaktionen einig. (Mein Hinweis auf die Programmen von Lasersoft treibt immer wieder Schaum in die Mundwinkel jener, die so angestrengt und bestrebt sind “professionelle” Software erworben zu haben, schon um “ernst” genommen zu werden. “Professionell” ist jedoch alles, womit sich Geld verdienen lässt.)
(c) 2010. Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.